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„Kënnbak, Judd a Speck“

Seit Pfarrer Erny Wampach den alten Brauch 1992 wieder ins Leben gerufen hatte, laden die „Vältesfrënn Boukels“ alljährlich am Wochenende nach Valentinstag zur traditionellen „Välteskiermes“ ein. Seither hat die Feier einen starken Besucherzuwachs erfahren. Und so säumte denn auch am vergangenen Sonntag erneut eine große Menschenmenge die Straßen von Bockholtz, zumal dieses Jahr Erzbischof Jean-Claude Hollerich den „Vältesfrënn“ die Ehre erwies, der Feier beizuwohnen.

Während des feierlichen Hochamts in der kleinen Dorfkapelle, das vom Erzbischof und von Pfarrer Marco Wehles konzelebriert wurde, wurden die „Kënnbaken“ und alle anderen zum Verkauf bestimmten Fleischwaren, wie „Träipen“, „Paté“ und „Judd“ geweiht, die hierfür eigens auf dem Altar ausgebreitet worden waren.

In seiner Predigt zeigte sich der Erzbischof zunächst erfreut, der „Vältesfeier“ in Bockholtz beiwohnen zu dürfen, da dieses Fest eine alte Tradition sei, die zu Recht neu belebt wurde. Überdies habe er großen Respekt vor den „Vältesfrënn“, die den Erlös der Feier alljährlich in einer generösen Geste einem wohltätigen Zweck zukommen ließen. Der Segen Gottes könne nur im Herzen aufgenommen werden, wenn die Menschen ihre Herzen öffneten, um mit anderen zu teilen, so der Erzbischof.

Im Anschluss an das festliche Hochamt versammelten sich alle Anwesenden dann vor der Kirche, wo dank des Ziehharmonikaspiels von Nico Walisch bereits eine wahrhaft festtägliche Stimmung herrschte. Weder die anwesenden Politiker der Region noch Erzbischof Jean-Claude Hollerich zögerten, spontan in die Volkslieder, wie „T'ass Kiermes am Duerf“ oder auch „D’Pierle vum Da“ einzustimmen.

Aly Weicherding war es anschließend vorbehalten, die Bedingungen der „Kënnbakestee“ nochmals vorab in Erinnerung zu rufen und zu betonen, dass alle Waren von den „Vältesfrënn“ persönlich zubereitet wurden. Er könne somit auch garantieren, dass es sich bei den Waren in Bockholtz zu hundert Prozent um Schweinefleisch handele, so der Ausrufer mit einem Augenzwinkern ...

Bei der Versteigerung fanden die zuvor gesegneten „Kënnbaken“, aber auch Speck und „Judd“ , dann erwartungsgemäß reißenden Absatz, wobei die Preisgebote von 35 Euro bis hin zu 80 Euro reichten. Manch einer ließ sich denn auch spontan zu mehr als ordentlichen Geboten hinreißen. Schließlich wird das Geld später ja einer wohltätigen Organisation zugute kommen. Anschließend begaben sich die Anwesenden in die Scheune der Familie Pinon, wo die „Vältesfrënn“ ihren Gästen in Zusammenarbeit mit dem Jugendverein aus Goesdorf einmal mehr ein deftiges Menü auftischten.

Während des ganzen Nachmittags herrschte dann bei Kaffee und Kuchen weiterhin ausgelassene Festtagsstimmung. Am Abend konnte man den kleinen Hunger darüber hinaus mit einer schmackhaften „Hameschmier“ stillen, bevor DJ Giant dann ab 18 Uhr für die passenden musikalischen Klänge zum großen „Schwengs-de-Bal“ des Jugendvereins aus Goesdorf sorgte.

VON LOUIS REDING