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Aus dem Gemeinderat: Mehrere Pattsituationen

Wegen der urlaubsbedingten Abwesenheit von Rat John Feith kam es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bissen zu Pattsituationen bei mehreren Abstimmungen. Im Mittelpunkt dieser Gemeinderatssitzung standen der Wettbewerb für eine Skulptur und die Fernwärme.

Der Präsident der Kulturkommission, Rat Romain Lucas, stellte den Entwurf eines Reglements zur Organisation eines Wettbewerbs für eine Skulptur "de Klautjen" vor. Beim "Klautjen" handelte es sich um jenen Arbeiter bei der "Neelfabrék", der die Nägel auf dem Amboss schlug. Bei der Aufstellung einer Skulptur dieses typisch lokalen Berufszweiges sollte an die über hundertjährige industrielle Tradition von Bissen erinnert werden.

Der vorgesehene Betrag über 100 000 Euro beinhaltet nicht nur die Entlohnung des siegreichen Künstlers, sondern auch die Umsetzung des Projekts, das Liefern und Aufstellen der Skulptur. Da neben dem Schöffenrat lediglich Rat Lucas seine Zustimmung zum Ausführungsreglement des Wettbewerbs gab, kommt das Projekt im nächsten Gemeinderat erneut zur Abstimmung.

Nachdem in den vergangenen Monaten das Fernwärmnetz zwischen der Grundschule und dem Unternehmen "Kiowatt" in der Gewerbezone Klengbuusbierg verlegt wurde, galt es nun einen Vertrag mit einem Fernwärmelieferanten abzuschließen. Die Wahl fiel auf das Unternehmen Luxenergie, welches zu über 60 Prozent dem luxemburgischen Energieunternehmen Enovos gehört. Das Unternehmen hat bereits über sechzig Verträge mit luxemburgischen Gemeinden zwecks Lieferung der umweltschonenden Fernwärme abgeschlossen. Diese Verträge haben jeweils eine Laufzeit von 25 Jahren.

Diese lange Laufzeit stieß jedoch auf Bedenken bei den Räten Bauer, Feiereisen, Lucius und Saurfeld, die bei der folgenden Abstimmung den Vertragsentwurf ablehnten. Der Vertreter des Unternehmens wies den Gemeinderat darauf hin, dass eine kürzere Laufzeit einen höheren Einspeisepreis bedinge, da dies für die Firma mit mehr Unsicherheiten verbunden wäre. Der Schöffenrat betonte, dass das Unternehmen nicht nur eine permanente Energieversorgung sicherstellen müsse, sondern auch für den Unterhalt des Netzes zuständig sei.

Die Gemeinde schließt sich der Dienstleistung "Senior Plus" der Stiftung Hëllef Doheem an. Somit erhalten die Einwohner ab 65 Jahren die Möglichkeit, sich bei Experten über bestehende Hilfs- und Stützdienste im Vierten Alter zu informieren. Diese kostenpflichtigen Gespräche werden finanziell von der Gemeinde unterstützt.

Seit vielen Jahren beschweren sich sowohl das Lehrerkollegium als auch die Elternvertreter über die Hitzeentwicklung in den Schulsälen der Grundschule, die zur Sonnenseite gedreht sind. Daher sollen nun für 250 000 Euro die Fenster der Schulsäle entlang der Route de Roost und gegenüber dem Friedhof ausgewechselt werden. Durch Dreifachverglasung entsteht zusätzlich ein Lärmschutz an dieser vielbefahrenen Strasse. Daneben sollen ausgewählte Fenster im Schulhof mit Außenjalousien versehen werden.

Der Präsident der Umweltkommission, Rat Roger Saurfeld, stellte den für das Jahr 2017 vorgesehenen Aktionsplan des Naturschutzsyndikats SICONA vor, der sich insgesamt auf 81 252,95 Euro beläuft. Als Schwerpunkte nannte er die Wiederherstellung des Biotops in der Ortslage "Grousse Maes" nach Verlegung der Fernwärmenetzes sowie die Pflege der Obstbäume im Flur "Laaschtert", da Bissen zu den wenigen Gemeinden zählt, in denen der vom Aussterben bedrohte Steinkauz siedelt.

P.S.: Obiger Bericht erschien erstmals in der gedruckten Ausgabe des Luxemburger Wort vom 15. November 2016, Seite 23.