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Aus dem Gemeinderat: Auf dem Weg in die dritte industrielle Revolution

Zu Sitzungsbeginn äußerte sich Bürgermeister Jos Schummer zu den Verkaufsabsichten der im Volksmund bezeichneten „Neelfabrik“ durch den Stahlkonzern ArcelorMittal. Er stellte klar, dass die Gemeinde bisher noch nicht über diesen Verkauf informiert wurde, aber dass der Schöffenrat auf eine Zusammenkunft am 22. Juli eingeladen wurde. Der Bürgermeister gab seiner Sorge über die Zukunft des über 120 Jahre alten Industriewerkes zum Ausdruck.

Die Räte gaben alsdann ihre definitive Zustimmung zur Abänderung des allgemeinen Bebauungsplans in der Ortslage „Op der Poukewiss“, so dass nunmehr der Weg für den „Innovation Campus“ auf dem Standort des früheren Goodyear-Drahtziehwerkes WirePlant frei ist.

Längere Diskussionen gab es dagegen für die Straßennamen in und rund um den künftigen Forschungsstandort. So inspirierten sich die Räte mehrheitlich an der These des US-Zukunftsökonomen Jeremy Rifkin. Diese besagt, dass das Zusammentreffen von Internettechnologie und erneuerbaren Energien zu einer Umstrukturierung der zwischenmenschlichen Beziehungen von vertikal zu lateral führen müsse. Beides zusammen, dezentrale Energieerzeugung und dezentrale Kommunikation, beenden das Ölzeitalter, das geprägt war von riesigen Konzernen, von mächtigen Lobbys, von Hierarchien, von Befehlsketten. Demzufolge benannte der Gemeinderat die Stichstrasse zwischen dem Gewerbegebiet Klengbuusbierg und dem „Innovation Campus“ in „Rue de la 3e révolution industrielle“.

Auch trugen die Räte dem Umstand Rechnung, dass bisher noch keine Gemeindestraße nach einer Frau benannt war. Daher trägt eine weitere Straße auf dem Campus fortan den Namen der britischen Mathematikerin Ada Lovelace (1815-1852), die gemeinhin als erste Programmiererin der Welt gilt.

Weitere elf bisher namenlose Strassen und Plätze auf dem Gemeindegebiet erhielten eine Bezeichnung. So heißt beispielsweise die Kreuzung der Nationalstraße 22 mit der Grand-Rue künftig "Place de l'Immigration". Der Fluss Attert gibt nunmehr dem Platz vor dem Frisörsalon seinen Namen.

Für 220 000 Euro kauft die Gemeinde einen Zweiachsenlastwagen mit einer Hakenhebeanlage, einem zweiteiligen Schneepflug und einem Aufbaustreuer. Die Anschaffung sei wichtig für einen angemessenen Räumdienst bei Schnellfall in den Gewerbegebieten, hieß es.

Auf Verlangen der Gewerbeinspektion muss die elektronische Installation in der Kindertagesstätte "Margréitchen" im ehemaligen Pfarrhaus den Sicherheitsvorschriften angepasst werden. Auch wird die Pfarrerwohnung in Büroräumlichkeiten umgebaut, so dass für alle Arbeiten ein Kostenvoranschlag über 145 000 Euro gestimmt wurde.

Für 160 000 Euro sollen die Gemeindewerkstätten „am Gruef“ umgebaut. So wird einerseits eine Mezzanine eingebaut, andererseits eine offene Halle entlang der „Rue du Fossé“ errichtet.

Für das Jahr 2015 sind insgesamt acht Schuldner mit einem Gesamtbetrag von 46 703,23 Euro in Zahlungsverzug, wobei ein sich in Restrukturierung befindliches Unternehmen insgesamt 44 756,01 Euro der Gemeindekasse schuldet. Die Räte gaben außerdem ihr Einverständnis, auf einen Betrag von 923,52 Euro in einem aussichtslosen Konkursverfahren zu verzichten.

P.S.: Der Bericht erschien erstmals in der gedruckten Ausgabe des Luxemburger Wort vom 18. Juli 2016.