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Kleinod der Gemeinde


Einwohner feiern das Jubiläum ihrer Kirche mit einem Hochamt

Laut mündlichen Überlieferungen fand am 10. Mai 1910 in Bigelbach eine Prozession von der alten Kapelle zur neuen Kirche statt. Dies gilt als das erste kirchliche Ereignis in diesem Kleinod; ein Stein in der Wand rechts gleich am Eingang bestätigt dies. Mit einem feierlichen Hochamt feierten am Kirmessonntag (16.Mai) die Einwohner aus Bigelbach den 100. Geburtstag ihrer Kirche.

Im Anschluss an das Lied „Ich will preisen meinen Herrn“ war es Dechant Emile Glesener, der die zahlreich erschienenen Kirchgänger, die Mitglieder der Kirchenfabrik und der Pfarrei Reisdorf sowie die Gemeindeautoritäten der Gemeinde Reisdorf begrüßte. „Hei ass eisen Herrgott doheem, hien ass am ganzen Duerf doheem, hien as iwwerall doheem, mee hei hu mir hien ëmmer gesicht an hei ass dat geschitt, wat de Kouer lo grad gesongen huet“, so Dechant Glesener.

Im Anschluss an das Hochamt in der herrlich geschmückten Kirche, deren Schutzpatron der heilige Lambertus ist, war es der Präsident der Kirchenfabrik Reisdorf, Aloyse Walsch, der auf die Entstehungsgeschichte und den Werdegang der Bigelbacher Kirche einging.

Im Jahre 1906 begann der Bau der Kirche auf einem von einer Privatperson gestifteten Grundstück. Die Steine dazu stammen aus einem Steinbruch aus dem „Bigelbaacher Bësch“. Bigelbacher Einwohner hatten 3 000 Franken für den Bau gespendet, und Pfarrer Majerus hat über die Kirchenfabrik nochmal 6 000 Franken dazugelegt. Da der Bau aber insgesamt 12 520 Franken kostete, hat die Gemeinde unter Bürgermeister Nic Reyland die restlichen Kosten von 3 520 Franken übernommen, die über die Jahre von den Bigelbachern jedoch zurückerstattet wurden.

1910 war der Bau fertig gestellt und schon 1912 wurde ein Kreuzweg in der Kirche installiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Chorraum der Kirche durch einen Granateinschlag stark beschädigt. Des Weiteren gingen sämtliche Fenster zu Bruch und wurden mit einfachem Glas notdürftig repariert.

Ab 1954 wurde auf Betreiben von Pfarrer Müller mit den größeren Reparaturarbeiten begonnen. Unter seiner Regie hat die Bauernjugend aus Bigelbach den alten Fußboden erneuert, und es wurden neue Fenster sowie neue Stühle installiert. Hinzu gesellten sich 1962 zwei neue Kirchenglocken. All dies wurde größtenteils von Bigelbacher Einwohnern finanziert. Es wurde auch eine Sakristei angebaut und eine Heizung installiert, finanziert von der Gemeinde. Mit der Zeit wurde aus der alten Kirche ein richtiges Kleinod.

Einer der Höhepunkte in der 100-jährigen Geschichte der „Bigelbaacher Kierch“ war zweifellos die Primiz von Jean Krischler, der am 23. April 1915 in Bigelbach das Licht der Welt erblickte und der am 15. Juli 1945 in Luxemburg zum Priester geweiht wurde. Seine erste Messe zelebrierte Pfarrer Jean Krischler in Bigelbach.

Aloyse Walsch dankte allen, die auf irgendeine Art die Kirche unterstützt haben, jedoch nicht ohne an den Einsatz der Eltern und Großeltern zu erinnern. Einen ganz großen Dank richtete der Präsident an Dechant Emile Glesener für das feierliche Hochamt, aber auch für alle anderen Messen, die Dechant Glesener über all die Jahre, sogar noch nach seiner Pensionierung, in Bigelbach zelebriert hat.

Im Anschluss an die Messe lud die Kirchenfabrik alle Anwesenden zu einem Ehrenwein in den Hof Roeder-Meyers ein, wo das „Syndicat d’initiative et de tourisme Reisdorf“ zu Ehren des Geburtstagskindes ein Set, bestehend aus drei Briefumschlägen mit drei verschiedenen Briefmarken der „Bigelbaacher Kierch“, in einer Auflage von 70 Stück vorstellte. Interessierte können dieses Set unter der Internetadresse www.reisdorf.lu bestellen.(arwa)