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Schmerztherapie-und wie geht es weiter


Mein letzter Leserbrief, betreffend die Schließung der „Clinique de la douleur“ in der Zitha, genau wie die laufende Petition auf der Seite von ALPADOC, hat für recht viel Wirbel gesorgt und das nicht nur bei den betroffenen Patienten, sondern auch beim medizinischen Personal, sowie bei manchen Politikern.
So haben zwei Abgeordnete eine „Question parlementaire“ zu diesem Thema gestellt, in welcher sie den Minister unter anderem um Antwort auf folgende Fragen bittet:
Aus welchen Gründen wird Schmerztherapie nicht von der CNS anerkannt und unterstützt?
Was gedenkt der Herr Minister zu unternehmen, um die Schließung der „Clinique de la douleur“ in der Zitha zu verhindern?
Welche Maßnahmen will der Minister ergreifen, damit die Schmerztherapie von chronischen Schmerzpatienten einen zeitgemäßen und gebührenden Stellenwert erhält?
Gibt es hier aussagekräftige Statistiken zu den chronischen Schmerzpatienten und ihren Therapien?

Der Gesundheitsminister selbst ist sich der Problematik bewusst und hat mir eine Email geschickt, in der er mir mitteilt, dass er in absehbarer Zeit einen Gesprächstermin mit den zuständigen Ärzten hat. Außerdem hat er mir versichert: „Ech wäert net zouloossen, dat daat Ugebuet verschlechtert gëtt a sinn an Diskussioune mat eise Servicer fir zousätzlech Moyenen ze ginn“.
Ich bin Herrn Bartolomeo sehr dankbar für die schnelle Stellungnahme und die Unterstützung, die er den Schmerzpatienten zugesagt hat. Ich hoffe, dass die Gespräche möglichst bald zu einem Resultat führen werden, da im Augenblick in der ZithaKlinik bereits keine neuen Patienten mehr angenommen werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass jetzt den Worten auch Taten folgen und zwar möglichst schnell, damit das Angebot weiterhin bestehen bleiben kann.
Das ist jedoch nur ein erster Schritt. Was in Luxemburg fehlt, ist ein richtiges Schmerzzentrum, wie es sie in unseren Nachbarländern schon gibt. In diesen Zentren arbeiten sowohl Ärzte, Physiotherapeuten, Masseure, Osteopathen, Psychologen, Psychiater usw. zusammen. Dies vereinfacht die Behandlung sowohl für den Patienten, als auch für das medizinische Personal.
In Belgien tritt ab dem 1. Juli 2013 eine neue Reform in Kraft, die besagt, dass in jedem Krankenhaus eine „équipe mobile“ zur Schmerzbehandlung bestehen muss. Außerdem sollen über das ganze Land verteilt, mit finanzieller Unterstützung des Staates, mehrere große Schmerzzentren aufgebaut werden.
In Deutschland gibt es deren ungefähr 600, mit verschiedenen Behandlungsangeboten. Die Zentren sind teilweise auf die Behandlung bestimmter Schmerzerkrankungen spezialisiert.
Rechnet man das prozentual zur Einwohnerzahl von Luxemburg um, müssten bei uns 3-4 solcher Schmerzzentren aufgebaut werden. Dabei ist im Moment nicht mal eines vorgesehen.

Es liegt noch ein langer Weg vor uns, um dort anzukommen, wo unsere Nachbarländer schon längst sind.

Ich hoffe, zusammen mit allen Schmerzpatienten Luxemburgs, weiterhin auf die Unterstützung unseres Gesundheitsministers, damit die Entwicklung in die richtige Richtung vorangetrieben werden kann.