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Schmerztherapie-und nun???

Leider ist es jetzt beschlossen, dass die „Clinique de la douleur“ der Zitha-Klinik Ende Dezember definitiv geschlossen wird. Und das trotz folgender Aussage unseres Gesundheitsminister auf Facebook: „Maer brauchen di Schmerzkliniken an et lafen Gespreicher fir hinnen dei Mëttelen ze gin di se brauchen. Maer haten gudd Kontakter mat den Dokteren an de Patienten an ech suergen derfir, dat och Konkretes nokënnt.“
Das einzig „Konkrete“ ist, dass im neuen „plan hospitalier“ für 2014 - ? der Aufbau eines multimodalen Schmerzzentrums in Luxemburg festgehalten wurde. Dies muss jedoch noch vom Parlament abgesegnet werden.
Bei dem letzten Zusammentreffen von ALPADOC und dem Gesundheitsminister, konnte uns jedoch noch nicht mitgeteilt werden, wie, wann und wo das Zentrum denn nun errichtet werden soll.
Wie ja hinlänglich bekannt, ist es ein langer Weg von der Theorie bis in die Praxis. Es kann also noch Jahre dauern, bis die Patienten eine richtige Anlaufstelle haben. Deshalb verstehe ich nicht, wieso es nicht möglich war der Zitha-Klinik kurzfristig, die benötigten Mittel zur Verfügung zu stellen, um so ein bereits bestehendes Angebot aufrecht zu erhalten, bis das Projekt von einem großen Schmerzzentrum, in dem die Leute auch stationär aufgenommen werden können, realisiert wird.

Wohin sollen die Patienten sich jetzt wenden? Es bleiben nur 3 Möglichkeiten.
Sie versuchen einen Termin im CHL oder CHdN zu bekommen. Da dort die Schmerztherapeuten jedoch schon jetzt zu viele Patienten zu behandeln haben, muss man mit monatelangen Wartezeiten rechnen.
Sie besorgen sich eine Überweisung für eine ausländische Schmerzklinik. Es gibt jedoch Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, sich nicht im Ausland behandeln lassen wollen oder können. Ausserdem fließt so das Geld der Luxemburger Krankenkassen in unsere Nachbarländer, obschon eine Behandlung hier möglich gewesen wäre, wenn man denn gewollt hätte.
Die Patienten geben auf, lassen sich nur ihre Medikamente verschreiben und leiden für den Rest still vor sich hin. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass chronische Schmerzen den Menschen in den Selbstmord treiben können.

Der Gesundheitsminister hat auf eine Parlamentarische Anfrage von Dr. Krieps, betreffend den Gebrauch von Opiaten und Morphium geantwortet: „...(alcaloïdes naturels de l'opium et morphiniques de
synthèse) ont été délivrés par des pharmacies ouvertes au public et facturés à la CNS, avait connu une légère croissance en 2011 pour revenir en 2012 à environ 57.000 patients.“ !!!
Diese Zahl hat mich ehrlich gesagt schockiert..
Natürlich ist da auch die Behandlung von akuten Schmerzen mit berücksichtigt. Es bedeutet jedoch auch, dass es sehr viele Schmerzpatienten gibt, die zum grössten Teil mit ihren Leiden allein gelassen werden, denn das Verschreiben von Medikamenten alleine, reicht bei weitem nicht aus.

Ich habe jedoch mit Freuden festgestellt, dass einige Parteien das Thema „Schmerzbehandlung“ mit in ihr Wahlprogramm aufgenommen haben. Nach den Wahlen muss es jedoch auch hier zur praktischen Umsetzung kommen. Deshalb läuft auch noch weiterhin die Petition auf www.alpadoc.lu. Es ist wichtig so viele Unterschriften wie nur irgend möglich zu sammeln, um die Politiker zu überzeugen, dass auch in Luxemburg eine adäquate Schmerzbehandlung von Nöten ist.

Bis dahin müssen die Patienten leider schauen wo sie bleiben oder sich selbst helfen, so gut es eben geht.
Traurig, aber wahr!

Denise Bucciarelli
Présidente ALPADOC