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Schmerztherapie in Luxemburg/Rückschritt statt Fortschritt

Bei der CNS ist kein Tarif fuer Schmerzbehandlung vorgesehen, das heißt, dass Ärzte, die auf diesem Gebiet arbeiten möchten, das mehr oder weniger auf freiwilliger Basis tun. Die chronische Schmerztherapie funktioniert nach dem bio-psycho-sozialen Modell und ist, zum Teil, sehr zeitaufwendig. Die Schmerzbehandlung in der Zithaklinik erfolgte seit 2005 als Projekt mit der Unterstuetzung der Ärzte und des Krankenhauses. Sowohl die beteiligten Ärzte, als auch die Klinikleitung hofften, dass Schmerztherapie nach ein paar Jahren von der Krankenkasse anerkannt und unterstützt würde, wenn sie beweisen könnten, dass wirklich ein Bedarf besteht. An Patienten fehlt es nun wahrlich nicht, sonst müsste man nicht bis zu 8 Monaten warten, um einen Termin zu bekommen. Trotzdem scheinen die Verantwortlichen vom Gesundheitswesen der Meinung zu sein, dass Schmerzpatienten keine adäquate Behandlung zusteht. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass es von offizieller Seite nur unzureichende Unterstützung für Schmerztherapie gibt. In den Krankenhäusern werden Patienten mit akuten Schmerzen z.B. nach einer Operation gut betreut, jedoch ist die Behandlung von chronischen Schmerzen immer noch nicht anerkannt. So gibt es in der Zithaklinik eine Gruppe von 7 Ärzten, die zwei ihrer Kollegen für Schmerztherapie freistellen. Natürlich müssen die anderen dann die anfallenden Arbeiten in den anderen Bereichen zum Teil mit übernehmen. Außerdem wurde auch die Krankenschwester stundenweise aus anderen Ressorts abgezogen und freigestellt, um das Projekt der chronischen Schmerzbehandlung zu unterstützen. Das Personal hat sehr viel Energie und Herzblut in dieses Unterfangen gesteckt, da es hoffte, etwas bewegen zu können. Leider ist das Gegenteil dabei herausgekommen. Den Ärzten wurde, als Alternative, vorgeschlagen die Behandlungen weiterzuführen, unter der Bedingung, dass die Patienten selbst für sämtliche Kosten aufkommen müssten. Damit die Abteilung sich jedoch selbst tragen könnte, müsste die Betreuung, pro Stunde, mit 150 € berechnet werden (Miete für die Praxis, Lohnkosten für Krankenschwester, Psychologin und Sekretärin, Arzthonorare). Da sich das nicht jeder leisten kann und die Ärzte keine 2-Klassen-Medizin wollen, haben sie sich schweren Herzens entschlossen, die «clinique de la douleur» in der Zitha Ende des Jahres zu schließen. Dann bleibt für ganz Luxemburg nur noch die Schmerztherapie im CHL und im CHDN, wo jeweils insgesamt nicht einmal ein Arzt vollzeitig für diese Behandlungen freigestellt ist.
Armes Luxemburg.
Denise Bucciarelli
Pésidente ALPADOC (association luxembourgeose des patients à douleurs chroniques)
www.alpadoc.lu
contact@alpadoc.lu