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Hat man als Behinderter in Luxemburg kein Recht auf Bewegungsfreiheit?

Mein persönliches Erlebnis!
Ich bin wegen einer chronischen Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen. Da ich mir jedoch auch eine gewisse Selbstständigkeit erhalten möchte, habe ich ein elektronisches Bike als Zuggerät für meinen Rollstuhl. Jetzt hatte ich leider das Pech, dass der Akku noch während der Garantiezeit kaputt ging. Man sollte ja meinen, das sei kein großes Ding. Akku einsenden, neuen bestellen und fertig. Weit gefehlt! So funktioniert es in Luxemburg nicht. Schließlich gibt es ja noch die Bürokratie.
Obwohl ich darauf hingewiesen habe, dass ich das Bike bis spätestens 2. August brauche, da ich dann für 4 Wochen in eine Kurklinik fahre, wurde mir doch tatsächlich gesagt, dass das zeitlich auf keinen Fall hinhaut. Dabei wäre ich ja schon den ganzen Juli zu Hause angebunden, respektive auf meinen Mann angewiesen. Jeder, der schon mal probiert hat mit einem einfachen Rollstuhl einen Hügel hinauf zu fahren, weiß was ich damit meine
Daraufhin habe ich bei Hersteller in Deutschland angerufen, um mich zu erkundigen, wie lange es dauert bis man einen neuen Akku bekommt. Nach deren Angaben dauert es im aller ungünstigsten Fall 1 Woche!
Da ich das nicht so hinnehmen wollte, habe ich nach dem Wochende nochmals darauf hingewiesen, dass ich das Bike unbedingt brauche und man den Akku von der deutschen Firma innerhalb einer Woche bekommen kann. Die Antwort, die ich daraufhin erhielt, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Sie könnten nicht direkt dort bestellen, sondern müssten das über eine Luxemburger Firma machen. Das seien schließlich die Vorschriften. Das nennt sich dann EU.
Ich könnte jedoch gerne das Bike wieder mitnehmen, es würde noch bei ihnen rumstehen, sie hätten es noch nicht eingeschickt. Wie lange hätte es noch da gestanden? Wie lange hätte es dann noch bei der anderen Firma rumgestanden? Kein Wunder, dass der Akku unter diesen Umständen nicht bis zum 2. AUGUST zu bekommen ist.
Ich möchte wissen, wie sie denn reagieren würden, wenn sie ihr Auto zur Inspektion bringen und sie dort erfahren würden, dass es mindestens 2 Monate dauert, bis sie es zurückbekämen. Natürlich würden sie dann einen Mietwagen brauchen. Nun bin ich jedoch mehr auf mein Bike angewiesen, als sie auf ihr Auto, denn ohne habe ich null Bewegungsfreiheit. Aber es gibt keine Möglichkeit einen Elektrorollstuhl oder sonst etwas in der Richtung auszuleihen. Es gibt anscheinend ja nicht viele Leute, die, so wie ich, noch mobil bleiben möchten. Na und? Ich persönlich habe das schon als Frechheit empfunden und ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass man oft als Bittsteller angesehen wird, der auch noch die Dreistigkeit aufbringt, Ansprüche zu stellen. Als ob man sich seine Krankheit ausgesucht hätte und es einem Spass machen würde solche Hilfsgeräte zu beantragen. NEIN, man tut das nicht aus einer puren Laune heraus, sondern weil man auf die Hilfsgeräte angewiesen ist, um seinen Alltag zu bewältigen. Ausserdem stelle ich mir die Frage, ob man kranken Menschen bewusst oder vielleicht auch unbewusst Steine und unüberwindbare Hürden in den Weg stellt, bis sie aufgeben und sich zurückziehen. Sollen nun die wenigen, die doch noch mobil bleiben wollen, sich auch noch zu Hause einschließen? Anscheinend hat man als Behinderter weniger Rechte als ein gesunder Mensch.
Und was kann man dagegen tun, wenn man so abgespeist wird? NICHTS!
Oder doch? Ich habe das Glück und meine finanzielle Situation lässt es zu, dass ich mir auf eigene Kosten das benötigte Teil für 640 € kaufen kann.
Armes, armes Luxemburg.