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„Mam Bléck vun enger Mamm“

Mit einem feierlichen Hochamt im Beisein von Erzbischof Jean-Claude Hollerich und Bischof Guillermo Orozco Montoya aus Girardota,

der kolumbianischen Partnerdiözese des Dekanats Wiltz, feierte die Baschleidener Glaubensgemeinschaft gestern das 150. Jubiläum

ihrer Dorfkirche. Ein ganz außerordentliches Ereignis, war die Kirche trotz 150 Jahren doch nie konsekriert worden. Am Gedächtnistag der Schmerzen Mariens rief der

Erzbischof die Gläubigen aber auch auf, ihren Mitmenschen beizustehen und mit dem Blick einer Mutter stets das Gute in ihnen zu sehen.

Eine Kirchweihe holte Erzbischof Jean-Claude Hollerich gestern Sonntag aber ganz bewusst nicht nach, schließlich sei das Gotteshaus in 150 Jahren durch die Gebete der Vorfahren selbst geheiligt worden. Dafür segnete er die Kirche und die Gläubigen, als lebendige Steine dergleichen, jedoch im Rahmen des feierlichen Hochamts mit Weihwasser und Weihrauch.

Um Erzbischof Hollerich und Bischof Oroszco Montoya, der zurzeit auf Gastvisite im Dekanat Wiltz ist, hatten sich zudem Dechant Martin Molitor, Pfarrer Paul Muller sowie die Geistlichen Fernand Huberty und Pierre Remy am Altar versammelt. Während der Feier, die von der „Chorale Bauschelt-Baschelt“ um Dirigent Jang Wio und Organist Daniel Roemen mehr als würdig gestaltet wurde, hob der Erzbischof dann vor allem die Bedeutung einer liebenden Mutter hervor.

Diese sei ein Zeichen dafür, wie Gott uns liebt: „Wie eine Mutter in ihrem Kind stets das Gute und Schöne sieht, so ist auch für Gott das Positive in uns stets das Wichtigste“, so Jean-Claude Hollerich. Mit diesem Blick sollten denn auch alle Gläubigen ihre Mitmenschen sehen und stützen. Am Gedächtnis der Schmerzen Mariens erinnerte der Erzbischof aber auch an viele Mütter, die ihre Kinder heute häufig nicht mehr verstehen könnten oder Leid und Trauer um ihre Kinder tragen. Ihnen solle Maria ein Vorbild sein, habe sie neben dem Leid über Kreuzigung und Tod doch auch große Hoffnung gehabt, die mit der Auferstehung Jesu erfüllt wurde.

Im Vorfeld der feierlichen Messe waren die Gläubigen am Morgen zunächst in traditioneller Bittprozession von Bauschleiden nach Baschleiden gezogen, wo sie dann, unter den Klängen der „Musik Gemeng Bauschelt“ und gemeinsam mit dem Kirchenrat um Präsident Francis Huberty und dem Gemeinderat um Bürgermeister René Daubenfeld, von Erzbischof Jean-Claude Hollerich und Bischof Guillermo Orozco Montoya mit Blumen empfangen wurden. Zum Abschluss der erhabenen Feier lud die Gemeindeverwaltung Bauschleiden zum Ehrenwein im Dorfsaal ein.

VON JOHN LAMBERTY