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Das Schloss vor dem Verfall retten

Im Rahmen der Gründungsfeier der Vereinigung „Amis du Château d'Aspelt“ (Adca) fand am 20.November, dem Vortag des Kirchweihfestes, die Vernissage einer sehenswerten Ausstellung mit Konferenzen und Rundgängen zum Thema „Das Aspelter Schloss, seine Geschichte und seine Leute“ statt. Bei dieser Gelegenheit war ein verkleinertes Modell des Schlosses aus dem Klerfer Museum ausgestellt.

Die Ortschaft Aspelt ist bekannt wegen ihres schönen Schlosses, das im Dorfkern in Symbiose mit der Pfarrkirche steht. Die ältesten Bauteile gehen auf das Jahr 1590 zurück. Die Erbauungszeit der ersten Burganlage dürfte bereits vor dem 11. Jahrhundert gewesen sein. Die ursprüngliche Anlage zählte wohl zu den ältesten Zeugnissen Luxemburger Tieflandburgen. In seiner Begrüßung machte René Neyen, der die Geschicke der Vereinigung leitet, einige allgemeine Bemerkungen über die Protagonisten in der aktuellen Schlossgeschichte, über ihre respektiven Rollen und ihre Bemühungen um das Schloss. Die lokalen Schlossfreunde haben sich laut René Neyen gegründet, um das Schloss in Aspelt vor dem Verfall zu retten und um für neuen Elan in diesen Bemühungen zu sorgen. Um das Schloss wieder aufzuwerten, müssten Brücken gebaut werden zwischen Dorfbewohnern, Schlossinteressenten, dem Besitzer und den öffentlichen Instanzen. Nur gemeinsam sei es möglich, dem wertvollen Kulturerbe neues Leben einzuhauchen, meinte der Redner. Mit der finanziellen Unterstützung des Denkmalschutzamtes hat die Gemeinde die Erneuerungen der Dächer der Wirtschaftsgebäude des Schlosses in Angriff genommen. Die Arbeiten stehen kurz vor der Vollendung. Nun bereitet die Gemeinde in der nächsten Phase die Sanierung des Hauptgebäudes vor.

Laut Bürgermeister Claude Wiltzius belaufen sich die Kosten auf insgesamt 4,623 Millionen Euro. Das Gemeindeoberhaupt erinnerte daran, dass 1992 die Gemeinde Frisingen die Immobilie für insgesamt 500 000 Euro erworben hatte. Wiltzius erklärte aber auch, dass die Gemeinde allein nicht über die nötigen Finanzmittel verfügt, um die Restaurierung durchzuführen. In dem Zusammenhang erinnerte er an den Bau eines neuen Sportzentrums in Frisingen, der immerhin mit 25 Millionen zu Buche schlage.

Nach den Festreden erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellung über das Schloss Aspelt, seine Geschichte und seine Bewohner. Sie wurde von den Geschichtsfreunden der Gemeinde Frisingen zusammengestellt. In fünf Vitrinen waren Bücher, Broschüren, Bilder, Postkarten und andere Dokumente präsentiert, die in Zusammenhang mit dem Schloss stehen. Verschiedene Tafeln zeigen Fotos von Feierlichkeiten im und um das einst so vornehme Schloss, sowie Collagen über diverse Ereignisse.

Wenn Kulturministerin Octavie Modert aus Termingründen auch dem Festakt nicht beiwohnen konnte, unterließ sie es nicht, am Tag der Vernissage, der Ausstellung einen Besuch abzustatten. (GF)