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Zwölf Meter Tunnelwand pro Woche
Jean-Marie Franziskus (l.), als CFL-Direktor zuständig für die „Installations fixes“, und CFL-Ingenieur Tom Braun beschäftigen sich intensiv mit Planung und Durchführung der Bauarbeiten zur neuen 8,2 Kilometer langen Zugstrecke.

Zwölf Meter Tunnelwand pro Woche

Marc Wilwert
Jean-Marie Franziskus (l.), als CFL-Direktor zuständig für die „Installations fixes“, und CFL-Ingenieur Tom Braun beschäftigen sich intensiv mit Planung und Durchführung der Bauarbeiten zur neuen 8,2 Kilometer langen Zugstrecke.
Lokales 3 Min. 15.03.2012

Zwölf Meter Tunnelwand pro Woche

Seit 2003 steht fest, dass der Findel und die LuxExpo-Hallen an das Eisenbahnnetz angebunden werden. Dazu muss das bestehende Schienennetz ausgebaut werden. Die neue Zugstrecke beginnt am Iergäertchen und wird insgesamt 8,2 Kilometer lang sein. Über 4,5 Kilometer verläuft die Trasse unterirdisch.

Von Michèle Gantenbein

Seit 2003 steht fest, dass der Findel und die LuxExpo-Hallen an das Eisenbahnnetz angebunden werden. Dazu muss das bestehende Schienennetz ausgebaut werden. Die neue Zugstrecke beginnt am Iergäertchen und wird insgesamt 8,2 Kilometer lang sein. Über 4,5 Kilometer verläuft die Trasse unterirdisch. 450 Meter Rohbau-Tunnel – unterirdisch zwischen dem neuen Flughafen-Terminal und dem unterirdischen Parkhaus – sind bereits fertiggestellt. Derzeit wird der Tunnel um 300 Meter erweitert (bis auf Höhe des Hotel Ibis).

Die geplante zweigleisige Strecke beginnt am Iergäertchen. Kurz vor der N2 in Richtung Sandweiler verschwindet die Strecke in einem 4,5 Kilometer langen Tunnel, der unterhalb des Flughafenfeldes verläuft. Auf Höhe des neuen (schwarzen) Giorgetti-Verwaltungsgebäudes passt sie sich unterirdisch bis zur Nordea-Bank der N1-Trasse an. Unterirdisch geht es weiter bis zum Terminal. Von dort erstreckt sich die Tunneltrasse bis zum Autobahnkreuz Senningerberg. Kurz vor dem Autobahnkreuz knickt sie nach links ab, und verläuft dann überirdisch parallel zur Trierer Autobahn A1 in Richtung Luxemburg (rechtsseitig), unter dem Autobahnkreuz Grünewald hindurch, bis zum LuxExpo-Gelände.

In der Tunnelstrecke sind vier Haltestellen vorgesehen: Kalchesbréck (Höhe Giorgetti), Somaco, die bereits im Rohbau fertiggestellte Terminal-Haltestelle, und Höhenhof (kurz vor dem Autobahnkreuz Senningerberg). Die Bauarbeiten haben nicht am Iergäertchen begonnen, wie man hätte vermuten können. Begonnen wurde mit einem 450 Meter langen Tunnelteilstück am Terminal, das bereits 2008 fertiggestellt wurde. Die Gründe dafür sind einleuchtend.

„Wir haben unsere Tunnelarbeiten mit den Bauarbeiten des neuen Terminals koordiniert. Hätten wir das nicht getan, würde am fertigen Terminal erneut eine monatelange Baustelle entstehen“, erklärt CFL-Ingenieur Tom Braun. Mit dem 300 Meter langen Tunnelstück, das derzeit gebaut wird, wurde im September 2008 begonnen – in offener Bauweise. Der Tunnel wird demnach nicht gebohrt, sondern er wird in die zuvor ausgehobene Grube hineingebaut. Die Aushubarbeiten für die 300-Meter-Strecke dauerten fünf Monate.

Arbeiten voraussichtlich im Mai 2010 abgeschlossen

Derzeit arbeiten sich die etwa 50 Arbeiter zügig voran, mit zwölf Metern Tunnelbetonwand (beidseitig) pro Woche. In einem knappen Jahr soll das 300 Meter lange Tunnelstück fertiggestellt sein. Die Anbindung des Flughafens und des Kirchbergplateaus an das Eisenbahnnetz ist absolut notwendig. „Entlang der N1 sollen 25 000 Arbeitsplätze entstehen“, sagt Jean-Marie Franziskus, CFL-Direktor und zuständig für die „Installations fixes“, „das funktioniert nur, wenn die Arbeitsplätze über ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz zu erreichen sind.“

Bau des zweiten Viadukts soll in diesem Jahr beginnen

Er erklärt, welche Arbeiten in diesem Zusammenhang noch geplant sind. Die Inbetriebnahme der neuen Zugstrecke setzt den Ausbau des Schienennetzes ab dem Nordbereich des Hauptbahnhofs voraus. Deshalb wird die Eisenbahn-Nordstrecke durch ein zweites Viadukt mit zwei Gleisen parallel zum bestehenden Viadukt Pulvermühle erweitert. Die Anbindung an die Kirchberg-Strecke wird dann ausschließlich über diese zweite Alzettebrücke geschehen.

Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Die restliche Eisenbahnstrecke wird in Segmente eingeteilt, an denen zeitgleich mit den Arbeiten begonnen wird. Ist der Rohbautunnel unterhalb der N1 beendet, beginnen die Arbeiten an der N1. Hier müssen die Versorgungsleitungen neu verlegt werden. Im ursprünglichen Kirchberg-Gesetz war kein Bahnhof auf dem Gelände der LuxExpo-Hallen vorgesehen. „Deshalb muss das Gesetz zum Modul Kirchberg (Peripheriebahnhof und Ausstellungshallen inklusive unterirdisches Parkhaus) jetzt noch angepasst werden“, erklärt Jean-Marie Franziskus, der davon ausgeht, dass der Architektenwettbewerb Mitte 2010 abgeschlossen sein wird. Aus dem „Avant-projet sommaire“ (APS) werde dann das „Avant-projet détaillé“ (APD) abgeleitet. „Das Finanzierungsgesetz wird auf Basis des APD gestimmt, weil der Kostenpunkt im APD genauer definiert ist als im APS“.

Er rechnet Ende 2010 mit der Verabschiedung des Gesetzes. Ursprünglich war das Modul Kirchberg mit etwa 400 Millionen veranschlagt worden. Um Platz zu schaffen für den Bahnhof, werden die LuxExpo-Hallen etwas verlagert. Dort, wo derzeit das provisorische Kongress-zentrum steht, wird ein Teil der LuxExpo-Hallen gebaut. Das Kongress-Zentrum wird 2012 wieder an der alten Adresse (Place de l'Europe) in Betrieb genommen. Im Kopfbahnhof Kirchberg – die Gleise enden hier – sind drei Mittelbahnsteige mit jeweils zwei Gleisen vorgesehen. Jean-Marie Franziskus rechnet für März 2015 mit dem Baubeginn des Kirchberg-Bahnhofs.

Die ersten Züge von Hamm bis zum Terminal sollen Ende 2018 rollen. Anders als ursprünglich angenommen, dürfte mit der Inbetriebnahme des Kirchberger Bahnhofs nicht 2017, sondern erst Ende 2019 gerechnet werden.