Zwischenurteil im Bommeleeër-Prozess

Live-Stream: Die Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft

Reuland, Harpes, Stebens, Schockweiler, Weydert und Bourg gerieten vergangene Woche arg in Bedrängnis.
Reuland, Harpes, Stebens, Schockweiler, Weydert und Bourg gerieten vergangene Woche arg in Bedrängnis.
Roland Arens

(ml) - Die Kriminalkammer hat in ihrer Sitzung am Mittwochmittag wie erwartet entschieden, den Prozess gegen die beiden angeklagten Ex-Gendarmen Jos Wilmes und Marc Scheer auszusetzen. Im Anschluss an die Sitzung gab der beigeordnete Staatsanwalt Georges Oswald bekannt, dass er gegen weitere Gendarmerie-Offiziere als Mittäter oder Mitwisser anklagen will.

Zusätzlich könnten diese wegen Falschaussagen vor Gericht und Behinderung der Justiz angeklagt werden. Erst nach diesen Ermittlungen wird der Prozess gegen die beiden Erstangeklagten fortgeführt werden.

Hier können Sie die Stellungnahme von Georges Oswald in der Aufzeichnung sehen.

Die Staatsanwaltschaft ging vergangene Woche in die Offensive. Sie beantragte eine Anklageerhebung gegen die bisherigen Zeugen Charles Bourg, Aloyse Harpes, Pierre Reuland, Armand Schockweiler, Guy Stebens und Marcel Weydert.

Der beigeordnete Staatsanwalt Georges Oswald will ihnen den Prozess wegen Mittäterschaft und Beihilfe zur Attentatsserie machen. Weitere Anklagepunkte könnten Behinderung der Justiz und Falschaussage vor Gericht betreffen.

Seiner Ansicht nach, mache es keinen Sinn den Prozess gegen Scheer und Wilmes fortzuführen, so lange die Ermittlungen gegen Mittäter nicht abgeschlossen sind. Beobachter gehen davon aus, dass das Richterkollegium dieser Forderung Rechnung tragen wird und sich für ein "sursis à statuer" ausspricht.

Dies würde bedeuten, dass der Prozess gegen Scheer und Wilmes so lange auf Eis gelegt wird, bis feststeht, was die Untersuchungen gegen die sechs Ex-Gendarmen ergeben haben. Untersuchungsrichter Nilles muss letztendlich entscheiden, ob die sechs oben genannten Personen mitangeklagt werden oder nicht.