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Zweite "Fixerstuff" im Bau
Lokales 2 Min. 06.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Esch/Alzette

Zweite "Fixerstuff" im Bau

Im Haus ganz links auf dem Bild wird die "Fixerstuff" entstehen.
Esch/Alzette

Zweite "Fixerstuff" im Bau

Im Haus ganz links auf dem Bild wird die "Fixerstuff" entstehen.
Foto: (Marc Wilwert)
Lokales 2 Min. 06.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Esch/Alzette

Zweite "Fixerstuff" im Bau

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Am Donnerstag wird der symbolische Grundstein der Escher „Fixerstuff“ gelegt. Damit entsteht eine zweite Struktur in Luxemburg, in der, legal und unter Aufsicht, illegale Drogen eingenommen werden dürfen.

(na) - Unscheinbar und etwas verschlafen wirkt das Haus an der Nummer 130 in der Rue de Luxembourg in Esch/Alzette. Am Donnerstag wird es einen Tag lang im Rampenlicht stehen.

Erwartet wird vor Ort nicht nur die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz, sondern auch Gesundheitsministerin Lydia Mutsch und deren Vorgänger im Amt, Mars Di Bartolomeo. Eine Präsenzliste, die alleine schon darauf schließen lässt, dass es hier um ein Projekt geht, das schon längere Zeit in Ausarbeitung ist. Doch ist es nun soweit: An dieser Adresse findet heute die symbolische Grundsteinlegung der Escher „Fixerstuff“ statt.

"Froh, dass es jetzt beginnt"

Wenn Staat, Gemeinde und eine Vereinigung an einem Projekt arbeiten, könne es schon länger dauern, relativierte gestern Jean-Nico Pierre, Direktor der Stiftung „Jugend- an Drogenhëllef“ auf Nachfrage. Auch die Lage neben dem Supermarkt vereinfachte die Angelegenheit nicht.

Geplant ist eine Containerstruktur hinter dem Haus. In dieser wird sich der eigentliche Drogenkonsumraum befinden. Um hierhin zu gelangen, müssen die zukünftigen Nutzer aber kurz über die Zufahrt zum Lieferanteneingang des Supermarktes laufen.

Doch konnte für all dies eine Lösung gefunden werden. „Wir sind froh, dass es jetzt beginnt“, so Jean-Nico Pierre.

Erste Arbeiten bereits durchgeführt

Erste Arbeiten im Hausinnern wurden vor etwa zwei Monaten in Angriff genommen. Denn erst müsse das Haus renoviert werden, erklärt Jean-Nico Pierre noch. Der Garten wird während der Bauarbeiten als Abstellplatz benötigt. Erst danach kann die Containerstruktur hier errichtet werden.

Geleitet wird die Struktur von der „Jugend- an Drogenhëllef“. Das Haus wird die Beratungsstelle der Stiftung beherbergen, die seit 1989 in Esch vertreten ist.

Vom Spritzentausch zur Fixerstuff

Eine ihrer ersten Aufgaben bestand darin, potenziellen Drogenkonsumenten einen Spritzentausch anzubieten. Dies um die Risiken bei der Drogeneinahme zu mindern.

Indem jetzt auch angeboten wird, die Drogen in einem hygienisch sauberen Umfeld einzunehmen, geht die Stiftung einen Schritt weiter. Somit wird die neue Einrichtung in Esch – neben dem „Abrigado“ in der Hauptstadt – als einzige einen Raum anbieten, in dem illegale Drogen eingenommen werden können. Dies ohne gegen das Gesetz zu verstoßen.

Ein Ort um Drogenabhängige 
zu erreichen

Das Projekt alleine auf diesen Raum zu reduzieren, würde der Sache aber nicht gerecht. Das Konzept basiert auf vier Säulen: Beratung, psychosoziale Hilfe, Gesundheit und eben die sichere Einnahme von Drogen.

Ziel ist es nicht nur, den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, sondern vor allem in Kontakt mit den Betroffenen zu kommen und ihnen Hilfe anzubieten. Die Kapazitäten reichen für bis zu 60 Besucher am Tag. Aber nur ein Teil von ihnen wird auch tatsächlich dort Drogen konsumieren.

„Es ist keine Gaststätte, wo Leute kommen und konsumieren können. Wir bieten auch weiterführende Hilfe an“, brachte es bereits Günter Biwersi, beigeordneter Direktor der „Jugend- an Drogenhëllef“ in einem LW-Interview im Mai 2014 auf den Punkt. Damals war übrigens eine Eröffnung für 2015 angestrebt worden.


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Lok , Esch/Alzette , Fixerstuff  U Contact Esch , Einweihung , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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12.6.Esch/ Alzette / 130 rte de Luxembourg / geplante Fixerstuff , Esch Foto: Guy Jallay
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30.01.14 Haus nr.130, geplante Fixerstube Esch-Alzette, rue de Luxembourg, Foto: Marc Wilwert
Auf Nummer 130 in der Rue de Luxemburg
Noch im Laufe des Jahres sollen 
die Arbeiten an der „Fixerstuff“ in Esch/Alzette beginnen. Das Personal der „Jugend- an Drogenhëllef“ wird dort drogenabhängige Personen empfangen und betreuen.
Während auf Nummer 130 in der Rue de Luxemburg die Beratungsstelle der „Jugend- an Drogenhëllef“ entstehen wird, wird die eigentliche „Fixerstuff“ aus einem Containerbau hinter dem Haus bestehen.