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„Zwei Millionen Opfer jährlich“
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Zwei Millionen Opfer jährlich“

Kammerpräsident Laurent Mosar und Ministerin Marie-Josée Jacobs engagieren sich für den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

„Zwei Millionen Opfer jährlich“

Kammerpräsident Laurent Mosar und Ministerin Marie-Josée Jacobs engagieren sich für den Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.
Anouk Antony
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Zwei Millionen Opfer jährlich“

Die Organisation Ecpat wurde 1990 in Thailand gegründet. Seit 1996 hat die Ecpat auch im Großherzogtum eine Niederlassung. Die Einrichtung engagiert sich für die Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Am Montag begannen in der Abtei Neumünster die Festlichkeiten zum 15. Jubiläum mit der Einweihung einer Ausstellung zur Thematik.

Von Sally Scholer

Die Organisation Ecpat wurde 1990 in Thailand gegründet. Seit 1996 hat die Ecpat auch im Großherzogtum eine Niederlassung. Die Einrichtung engagiert sich für die Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Am Montag begannen in der Abtei Neumünster, in Anwesenheit des Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Laurent Mosar, sowie von Ministerin Marie-Josée Jacobs die Festlichkeiten zum 15. Jubiläum mit der Einweihung einer Ausstellung zur Thematik.

Die Organisation Ecpat (End child prostitution, child pornography and trafficking of children for sexual purposes) ist seit nun schon 15 Jahren in Luxemburg präsent. Die Einrichtung wurde Anfang der 1990er-Jahre in Thailand gegründet, um die Menschen für den in diesem Land sehr oft vorkommenden Sextourismus zu sensibilisieren und aufzuklären.

1996 fand schließlich in Stockholm auf Initiative von Königin Sylvia von Schweden eine große Konferenz zur Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern, nicht nur in Thailand sondern weltweit, statt. An dieser Tagung nahm auch Großherzogin Maria Teresa teil, die sich im Anschluss dafür einsetzte, dass Ecpat sich auch im Großherzogtum niederließ, um wertvolle Sensibilisierungsarbeit zu leisten.

Seit 1999 operiert die Ecpat Luxemburg auch vor Ort, wie zum Beispiel in Indien, Bali oder Südamerika. Die beiden zurzeit fest eingestellten Mitarbeiter haben die Aufgabe, die Projekte der Organisation vor Ort zu überwachen und darüber hinaus im Großherzogtum die Menschen auf die Problematik aufmerksam zu machen.

"Schreckliche Tatsachen"

Die Arbeit der Ecpat besteht darin, dass die Mitarbeiter die Kinder vor Ort, d.h. meistens auf der Straße, aufsuchen und sie überzeugen, die Nächte in den Kinderheimen zu verbringen. In einer zweiten Phase wird versucht die Kinder zu überreden, in diesem Kinderheim zu bleiben, um dann mit Hilfe dieser Einrichtung eine Ausbildung zu machen. Rund 150 000 Kinder konnten bereits von den Aktionen der Ecpat Luxemburg profitieren.

„Rund zwei Millionen Kinder werden jährlich Opfer von sexueller Ausbeutung“, erklärte der Präsident der Organisation, Victor Gillen, am Montag. Um auf diese schreckliche Tatsache aufmerksam zu machen, wurde die aktuelle Ausstellung zusammengestellt. Neben Definitionen der verschiedenen Arten von sexueller Ausbeutung von Kindern, wie Prostitution, Kinderpornografie oder -handel, zeigt sie das Porträt einiger Opfer. Zudem wirft die Ausstellung einen Blick auf die diversen Ursachen, durch die Ausbeutung von Kindern entsteht. Der häufigste Grund stellt die Armut dar – die Kinder müssen sich verkaufen bzw. werden verkauft, um die Familie ernähren zu können.

Die Ausstellung, die noch bis zum 25. November in der Abtei Neumünster zu sehen ist, wird danach im lux-Airport fortgesetzt.