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Zum Schlachten nach Bastogne
Lokales 2 Min. 15.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Zum Schlachten nach Bastogne

LW-Informationen zufolge schlachten alle Luxemburger Bio-Label ihre Tiere im Ausland. Viele von ihnen 
bisher auch in dem betroffenen Betrieb in Bastogne.

Zum Schlachten nach Bastogne

LW-Informationen zufolge schlachten alle Luxemburger Bio-Label ihre Tiere im Ausland. Viele von ihnen 
bisher auch in dem betroffenen Betrieb in Bastogne.
Foto: Tania Feller
Lokales 2 Min. 15.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Zum Schlachten nach Bastogne

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Vergangene Woche zog ein Lebensmittelskandal in Belgien seine Kreise bis nach Luxemburg. 2017 wurden in dem Schlachtbetrieb 1.400 Rinder aus Luxemburg geschlachtet.

"De Skandal vum Baaschtnescher Schluechthaus huet europaweit fir Opreegung gesuergt", sagt Fernand Kartheiser (ADR). Wenig bekannt sei allerdings, dass in dem Schlachtbetrieb in der Bastogne (B) auch Fleisch vom Luxemburger Label "Naturschutz Fleesch" verarbeitet worden sei, so der Abgeordnete. Deshalb stellte Kartheiser in einer parlamentarischen Frage einen umfangreichen Fragenkatalog an das Umwelt-, Gesundheits und Landwirtschaftsministerium  - unter anderem wollte Kartheiser  wissen, wieso die Tiere nicht in einem Luxemburger Betrieb geschlachtet wurden.

In ihrer Antwort präzisiert die Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng), dass das Label seit knapp einem Monat nicht mehr der Verantwortung der Natur- und Forstverwaltung unterliegen würde. Am 8. Februar wurde das Gütesiegel einer eigenständigen Erzeugergenossenschaft übergeben.

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Die Ministerin bestätigt zudem, dass sich zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Lebensmittelskandals etwa fünf Rinder in dem belgischen Betrieb befanden, deren Fleisch später als Naturschutz Fleesch verkauft werden sollten. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 1.400 Rinder aus Luxemburg in dem Veviba-Betrieb geschlachtet worden - 230 davon waren für das Label Naturschutz Fleesch bestimmt.

In der Anfangszeit des Naturschutz Fleesch, zwischen 2013 und dem März 2015, habe man die Tiere noch in Luxemburg geschlachtet, so Dieschbourg.  Aufgrund von "Qualitäts-, Kapazitäts- und Lieferproblemen" habe sich damals die Natur- und Forstverwaltung entschieden die Produktion in den Betrieb in Bastogne zu verlegen. Dieser ist nur etwa 90 Autominuten von  Luxemburg entfernt - für die meisten Bauern wären die Schlachthäuser in Luxemburg aber ähnlich weit entfernt.

Gütesiegel-Fleisch nicht betroffen

Als der Lebensmittelskandal im Veviba-Betrieb bekannt wurde, wurden alle  Naturschutz Fleesch-Produkte aus den Regalen genommen. Dies sei allerdings eine präventive Maßnahme gewesen. Denn laut dem aktuellen Wissenstand der Genossenschaft seien keine Produkte des Labels betroffen gewesen. Auch seien alle vorgesehenen Kontrollen von einem unabhängigen Kontrollorgan vorgenommen worden, so Dieschbourg. Die verantwortliche Erzeugergenossenschaft sucht nun nach Alternativen. Bis dahin bleibt der Verkauf des Fleisches weiterhin ausgesetzt.


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Die Regierung prüfe nun den Einsatz von mobilen Schlachthäusern. Diese könnten dann auch für die Schlachtung der Rinder des Naturschutz Fleesch genutzt werden. Diese Art von Schlachtung würde für die Tiere weniger Stress bedeuten und zudem eine bessere Fleischqualität garantieren.

In der vergangenen Woche wurden in Bastogne im Schlachtbetrieb Veviba schwerwiegende Verstöße festgestellt. Unter anderem wird dem Betrieb vorgeworfen, Verpackungsdaten gefälscht und Fleischabfälle in der Produktion verwendet zu haben. Hauptsächlich Ochsenschwanz und Hackfleisch waren von dem Vorfall betroffen sind. Alle Produkte sind aus dem Verkehr gezogen worden.



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