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Zum Saisonauftakt flattern die Schmetterlinge
Lokales 2 Min. 02.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Zum Saisonauftakt flattern die Schmetterlinge

Begehrte Erfrischung: Rassel und Malachitfalter (rechts) naschen an einer Apfelscheibe.

Zum Saisonauftakt flattern die Schmetterlinge

Begehrte Erfrischung: Rassel und Malachitfalter (rechts) naschen an einer Apfelscheibe.
Fotos: Volker Bingenheimer
Lokales 2 Min. 02.04.2019 Aus unserem online-Archiv

Zum Saisonauftakt flattern die Schmetterlinge

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Seit Montag hat der Schmetterlingsgarten in Grevenmacher seine Saison eröffnet. Die kleine, aber feine Touristenattraktion an der Mosel feiert ihr 30. Jubiläum.

Pünktlich zur Eröffnung stehen viele tropische Pflanzen im Schmetterlingsgarten Grevenmacher in voller Blüte und bieten Nahrung für Hunderte umherfliegende Schmetterlinge. Zum 30. Jubiläum der beliebten Attraktion gab es gestern eine Feier mit vielen Ehrengästen.

Im Jubiläumsjahr hätte es das Team des Schmetterlingsgartens kaum besser treffen können: Dank des milden Winters haben die Tiere die vergangenen Monate gut überstanden und überall strecken die Pflanzen ihre Blüten in die Höhe. Von der Saisoneröffnung am 1. April bis Ende Oktober sind in dem Garten am Moselufer um die 40 tropische Schmetterlingsarten zu bewundern. Ständig flattern 500 farbenfrohe Exemplare durch das Haus mit seinem feuchtwarmen Klima von konstant 28 Grad.

Biologin Lydia Reuter arbeitet seit dem ersten Tag im Schmetterlingsgarten.
Biologin Lydia Reuter arbeitet seit dem ersten Tag im Schmetterlingsgarten.

Soziales Engagement

Auf den Tag genau vor 30 Jahren eröffnete Françoise Clasen aus der Unternehmerfamilie Bernard-Massard den tropischen Schmetterlingsgarten. Zuvor hatte sie bei einem befreundeten französischen Champagner-Produzenten einen ähnlichen Garten gesehen – und war begeistert. 2010 übernahm die Elisabeth-Stiftung den Betrieb und schaffte dort sieben Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. „Sie arbeiten hier in allen Bereichen – als Gärtner in den Außenanlagen und innen mit den tropischen Pflanzen. Sie ziehen neue Setzlinge heran und pflegen die Tiere. Auch im Verkauf und Empfang werden sie eingesetzt“, sagt Maud Hansen, Direktorin der Yolande Coop in der Elisabeth-Stiftung. Der einzige Unterschied zu gewöhnlichen Arbeitsplätzen: Die behinderten Mitarbeiter bekommen hier eine Betreuung zur Seite gestellt.

Neben den Schmetterlingen mit teils beachtlichen Ausmaßen leben viele andere Tiere in dem verglasten Haus von 600 Quadratmetern: Koi-Karpfen und Schildkröten tummeln sich in einem Teich und Vögel mehrerer Arten zwitschern unter dem Glasdach. Gespensterschrecken kriechen in einem Terrarium – wegen ihrer perfekten Tarnung muss man aber genau hinschauen, um sie von vertrockneten Blättern zu unterscheiden. Auf dem Boden huschen immer wieder chinesische Zwergwachteln umher. „Sie sind die Polizisten in unserem Garten“, sagt Maud Hansen. Die kleinen, flinken Vögel machen sich nützlich, indem sie Schädlinge vertilgen.

In diesem Jahr neu hinzugekommen sind Schaukästen im kleinen Gewächshaus, in denen sich die Besucher über die Metamorphose der Schmetterlinge informieren können. Mit Binokular-Mikroskopen können sie Flügel, Eier und Raupen vergrößern.

Zucht gelingt gut

Bereits seit dem ersten Tag, dem 1. April 1989, ist Lydia Reuter mit an Bord. Die Biologin kennt die Bedürfnisse jeder Art ganz genau. Sie kümmert sich auch um die Zucht, denn ein Teil der exotischen Schmetterlinge pflanzen sich in Grevenmacher fort. Andere werden in Form von Puppen oder Raupen gekauft oder mit anderen Schmetterlingsgärten getauscht. Gerade sucht Lydia Reuter die Blätter des Hammerstrauches ab, an dem sich Raupen und Puppen des Glasflüglers befinden. „Die haben sich prächtig vermehrt“, sagt sie.


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Bei der Feierstunde hoben die Ehrengäste Fernand Boden, Präsident der Yolande Coop, und Tourismusminister Lex Delles das Engagement der Mitarbeiter hervor. Léon Gloden, Bürgermeister von Grevenmacher, sagte: „Sie sind nicht isoliert, Sie isolieren sich nicht.“


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