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Zum "Safer Internet Day": Kampf gegen Cybermobbing, "Sexting" und Co.
Lokales 3 Min. 09.02.2016

Zum "Safer Internet Day": Kampf gegen Cybermobbing, "Sexting" und Co.

Luxemburg wird derzeit von einer ganzen Welle von Daten-Kidnapping-Fällen via "Ransomware" heimgesucht.

Zum "Safer Internet Day": Kampf gegen Cybermobbing, "Sexting" und Co.

Luxemburg wird derzeit von einer ganzen Welle von Daten-Kidnapping-Fällen via "Ransomware" heimgesucht.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 3 Min. 09.02.2016

Zum "Safer Internet Day": Kampf gegen Cybermobbing, "Sexting" und Co.

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Das Netz bietet unzählige Möglichkeiten – es birgt aber gleichzeitig Gefahren. Am „Safer Internet Day“ soll das Bewusstsein für dieses Thema gestärkt werden. Das Ziel: ein „besseres“ Internet.

(DL) - Schnell noch eine Whatsapp verschicken, das Abendessen online bestellen, kurz nachsehen, was in der Welt los ist, ausstehende Rechnungen begleichen und, wenn man schon gerade dabei ist, googeln, welcher Nachhauseweg der schnellste ist. Das Internet bietet eine schier unbegrenzte Anzahl an Möglichkeiten. Gleichzeitig birgt es eine Reihe von Gefahren, gerade für Kinder und Jugendliche. Sie reichen von Datenmissbrauch bis Cybermobbing.

Um diese zu vermeiden, setzt sich in Luxemburg seit 2010 die staatliche Initiative Bee Secure für eine sicherere Benutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien ein.

Das Internet als Kommunikationstool

Im Schnitt sind Kinder 9,1 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal ins Internet gehen. Dies geht aus einer Studie hervor, die Forscher der Universität Luxemburg 2014 im Auftrag von Bee Secure durchgeführt haben. Je älter sie werden, desto wichtiger werden die neuen Medien.

„Für die jungen Menschen ist das Internet heute in erster Linie ein Kommunikationstool. Die vorherige Generation hat es hingegen als ein Informations- und Arbeitsmittel kennengelernt. Oder wir nutzten es für Kommunikation im klassischen Sinne, also zum Hin- und Herschicken von E-Mails, erklärt Eric Krier von Bee Secure.

Vom Missverständnis zur Eskalation

Die Jugendlichen chatten, verschicken Nachrichten und surfen. „Es ist Teil ihres sozialen Lebens.“

Judith Swietlik-Simon und Eric Krier von Bee Secure: Wir werden immer wieder mit Fällen von Cybermobbing und ,Sexting' konfrontiert.
Judith Swietlik-Simon und Eric Krier von Bee Secure: Wir werden immer wieder mit Fällen von Cybermobbing und ,Sexting' konfrontiert.
Foto: Gerry Huberty

Die Gefahren, die dabei lauern, sind vielfältig. Die Mitarbeiter von Bee Secure werden beispielsweise immer wieder mit Fällen von Cybermobbing konfrontiert. Wobei am Anfang meist eine ganz harmlose Situation stehe.

„Gefährlich ist etwa, dass Kinder aus einem geschriebenen Text nicht unbedingt Ironie herauslesen können“, so Krier. Was folgt, ist ein Missverständnis. „Es beginnt friedlich, dann verstehen sich zwei Personen falsch, dann eskaliert es.“

Gefährliches "Sexting"

Gefährlich ist auch das sogenannte „Sexting“, wissen die Fachleute von Bee Secure. Junge Leute verschicken intime Fotos von sich selbst – in der Annahme, dem Empfänger vertrauen zu können. Doch am Ende kursieren die Aufnahmen im Netz.

„Kinder gehen relativ unbefangen mit dem Thema um und wissen nicht, in welche Gefahr sie sich begeben“, erklärt Judith Swietlik-Simon von Bee Secure. Dies gehe mitunter so weit, dass Schüler die Schule wechseln müssen, weil bestimmte Bilder plötzlich im Internet kursieren. „Wer heute Freund ist, ist es morgen vielleicht nicht mehr“, betont Eric Krier.

Wer heute Freund ist, ist es morgen vielleicht nicht mehr."

Genau dies kann auch beim Austauschen von Passwörtern gefährlich werden. „Ein Passwort sollte man nie verraten – auch nicht dem besten Freund oder der besten Freundin.“

Die Krux mit dem Passwort

Ein gutes Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein und Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
Ein gutes Passwort sollte mindestens zwölf Zeichen lang sein und Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten.
Foto: Pierre Matgé

Apropos Passwort: „Damit fängt alles an“, sagt Judith Swietlik-Simon. „Es ist das Eintrittstor für jeden, der bei Facebook und ähnlichen Netzwerken mitmachen möchte.“ Ein sicheres Passwort ist demnach das A und O. Sicher – das heißt mindestens zwölf Zeichen lang und eine Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen“, so Eric Krier.

Bee Secure gibt Internetnutzern aber nicht nur Tipps, wie man ein gutes Passwort erstellt, sondern auch wie man es verwaltet – nämlich am besten via ein sogenanntes „Passwort-Manager“-Programm.

„Play your part for a better internet“

Wie man sicher surft, vermitteln die Mitarbeiter von Bee Secure Kindern, Lehrern und Eltern bei Schulungen. Auf bee-secure.lu finden Nutzer Warnungen und praktische Tipps. Bei Problemen und Fragen können sich sowohl Kinder als auch Erwachsene an die vom „KannerJugendTelefon“ betriebene „Bee Secure Helpline“ (8002-1234) wenden. Illegale Inhalte können anonym an die „Stopline“ (stopline.bee-secure.lu) gemeldet werden.

Am „Safer Internet Day“ sollen potenzielle Gefahren die Chancen des Internets jedoch nicht in den Hintergrund rücken: „Wir müssen auf diese Gefahren aufmerksam machen. Aber wir fordern, dass das Internet genutzt wird – auf eine positive Weise. Jeder soll mithelfen, dass es ein gutes Internet ist“, unterstreicht Eric Krier. „Play your part for a better internet“ – so lautet denn auch das Motto des diesjährigen „Safer Internet Day“.


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