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Zugverkehr: Mehr Kameras, mehr Sicherheitspersonal
Lokales 3 Min. 12.04.2019

Zugverkehr: Mehr Kameras, mehr Sicherheitspersonal

Nach dem Gewaltakt in Oetringen soll die Sicherheit in Zügen und an den Bahnhöfen erhöht werden.

Zugverkehr: Mehr Kameras, mehr Sicherheitspersonal

Nach dem Gewaltakt in Oetringen soll die Sicherheit in Zügen und an den Bahnhöfen erhöht werden.
Foto: Caroline Martin
Lokales 3 Min. 12.04.2019

Zugverkehr: Mehr Kameras, mehr Sicherheitspersonal

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Nach dem Angriff auf zwei CFL-Mitarbeiter Mitte März nahe Oetringen bleibt die Sicherheit von Personal und Reisenden im Zugverkehr ein Thema. Die Ermittlungen in dem Fall dauern derweil weiter an.

Der gewaltsame Übergriff auf zwei CFL-Mitarbeiter in der Nacht vom 16. auf den 17. März beim Bahnhof in Oetringen sorgt weiterhin für Gespräch. In einer parlamentarischen Anfrage möchte der Abgeordnete Marc Goergen (Piraten) von Mobilitätsminister François Bausch wissen, mittels welcher Maßnahmen die Sicherheit von Personal und Reisenden im Zugverkehr gewährleistet wird – und welche zusätzlichen Schritte angedacht werden. 

In seiner Antwort hebt der Minister zum einen die Videoüberwachung hervor. 2018 waren insgesamt 424 Kameras in den Bahnhöfen und an den Haltestellen installiert. 

„Das bedeutet, dass 80 Prozent der Reisenden an der Videoüberwachung vorbeilaufen“, so Bausch. Die Aufnahmegeräte seien generell an den meistbesuchten Stellen, vor allem dort, wo sich viele junge Leute aufhalten, sowie systematisch bei den Aufzügen und Parkplätzen angebracht. 

SOS-Säulen und Konfliktmanagement


Die beiden Vorfälle ereigneten sich beim Bahnhof in Oetringen.
Nach Angriff auf CFL-Mitarbeiter: Unbekannte legen Metallstück auf Gleise
Ein Schaffner und ein Lokführer wurden Samstagnacht von etwa zehn Jugendlichen angegriffen. Wenig später legten Unbekannte ein Metallteil auf die Gleise.

Neue Bahnhöfe und Haltestellen würden derweil von vornherein mit Kameras ausgestattet. Kurzfristig sollen dem Minister zufolge sämtliche Bahnhöfe und Haltestellen videoüberwacht sein. Dasselbe gilt für das Rollmaterial, sprich für die Züge und Busse. Lediglich in den Triebwagen des Typs Z2, die jedoch in Kürze ersetzt werden, gebe es zurzeit keine Kameras. 

Wie Bausch weiter aufführt, seien auf den Quais von 14 Bahnhöfen insgesamt 35 SOS-Säulen installiert, über die Hilfe beantragt werden kann.

Ferner werde das Zugpersonal zunehmend in Konfliktmanagement geschult. In den vergangenen fünf Jahren hätten 263 Mitarbeiter, darunter 108 Zugbegleiter sowie 108 Fahrdienstleiter oder Aufsichtsbeamten, eine entsprechende Schulung absolviert. 

 Im Übrigen sei die Präsenz von externem Sicherheitspersonal in den Zügen verstärkt worden. Zurzeit werden rund zehn Prozent der Züge von solchen Mitarbeitern begleitet. 

Präsenz zeigen

Die Präsenz von externem Sicherheitspersonal sei im Übrigen in Zusammenarbeit mit der CFL an den Bahnhöfen in Luxemburg-Stadt, Ettelbrück, Petingen, Bettemburg, Esch/Alzette, Mersch, Wasserbillig, Dommeldingen, Belval-Université und Rodange verstärkt worden. Sporadisch würden aber auch die Polizei und der Zoll vor Ort patrouillieren. 

Schließlich erklärt der Minister noch, dass ein nationales sowie internationales Benchmarking in Bezug auf die präventiven Maßnahmen im öffentlichen Transport durchgeführt wird.

 Zusätzliche Maßnahmen, nach denen sich Marc Goergen in seiner Frage erkundigt hatte, werden in der Antwort keine genannt – was den Abgeordneten dazu veranlasst hat, in diesem Punkt nochmals beim Minister nachzuhaken. Die Antwort darauf steht zurzeit noch aus. 


Gare Oetrange / Bahnhof Oetringen / Angriff auf CFL-Mitarbeiter / CFL / 17.03.2019/ Foto : Caroline Martin
Gewerkschaft begrüßt Pläne für Bahnpolizei
Speziell geschulte Polizisten könnten bald in luxemburgischen Zügen und auf Bahnhöfen auf Patrouille gehen. Minister François Bausch lieferte den Abgeordneten Erklärungen.

Das eventuelle Einführen einer speziellen Bus- und Bahnpolizei – eine langjährige Forderung der Eisenbahnergewerkschaft Syprolux – wird in der Antwort ebenfalls nicht erwähnt. 

Im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ hatte Dany Frank, Pressesprecherin im Mobilitätsministerium, kurz nach dem Übergriff bei Oetringen jedoch erklärt, dass der Minister eine solche Spezialeinheit grundsätzlich begrüßen würde. Man würde zurzeit überprüfen, wie dies im Ausland gehandhabt wird.


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