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Zugunglück in Bettemburg: Verfahren wird wohl eingestellt
Lokales 2 Min. 11.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Zugunglück in Bettemburg: Verfahren wird wohl eingestellt

Bei dem Bahnunglück im Februar 2017 starb ein Lokführer der CFL.

Zugunglück in Bettemburg: Verfahren wird wohl eingestellt

Bei dem Bahnunglück im Februar 2017 starb ein Lokführer der CFL.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 11.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Zugunglück in Bettemburg: Verfahren wird wohl eingestellt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Nach dem tödlichen Zugunglück 2017, bei dem ein CFL-Personenzug und ein Güterzug bei Bettemburg kollidierten, wird es wohl nicht zu einem Gerichtsprozess kommen.

Fast auf den Tag genau drei Jahre nach dem tödlichen Zugunglück in Bettemburg ist die juristische Untersuchung nun abgeschlossen: In einer offiziellen Mitteilung heißt es, dass der Untersuchungsrichter die Untersuchungen abgeschlossen habe und die Staatsanwaltschaft daraufhin einen sogenannten non-lieu beantragt habe, also die Einstellung des Verfahrens. Darüber muss nun die zuständige Ratskammer des Bezirksgerichts entscheiden.

Es sei demnach nicht möglich, anhand der Beweislage einen strafrechtlich Hauptverantwortlichen für das Unglücksgeschehen auszumachen. Ursächlich ist das Unglück allerdings auf die Unachtsamkeit des Lokführers zurückzuführen, der das geschlossene Signal übersah.  Am 14. Februar 2017 kollidierte ein CFL-Personenzug auf der Strecke Luxemburg-Thionville frontal mit einem französischen Güterzug.  Der luxemburgische Lokführer ist sofort tot, jener des Güterzuges kann sich in den hinteren Teil der Lok retten und wird verletzt. Eine Zugführerin im Personenzug, die einzige Mitfahrerin, wird ebenfalls leicht verletzt. 

Unachtsamkeit des Lokführers

Ende März 2017 veröffentlicht die Staatsanwaltschaft einen Zwischenbericht. Demzufolge ist das Zugunglück sowohl auf technische Probleme als auch auf menschliche Fehler zurückzuführen. Im Februar 2018 bestätigt der technische Zwischenbericht der Administration des enquêtes techniques diese These. Drei konkrete Punkte werden zurückbehalten. Erstens: Der Lokführer hat nicht auf das geschlossene Vorsignal reagiert. Zweitens: Das Sicherheitssystem hat am Vorsignal nicht das notwendige Signal zur Notbremsung erhalten. Drittens: Die am Hauptsignal vom Lokführer eingeleitete Notbremsung erfolgte zu spät, um einen Zusammenstoß mit dem anderen Zug zu verhindern. 


Auch sechs Monate nach dem Unglück bleiben viele Fragen offen.
Zugunglück in Bettemburg: Die Frage nach der Ursache
Eine Kombination aus menschlichem und technischem Fehler hat wohl zum Zugunglück am 14. Februar in Bettemburg geführt. Die Untersuchung, die noch nicht abgeschlossen ist, muss letzte Klarheit bringen.

Die Staatsanwaltschaft bestätigt nun die Informationen des Zwischenberichts: so habe der Kontaktgeber innerhalb der Schienenanlage, das sogenannte Krokodil, nicht richtig funktioniert. Deshalb wurde der Lokführer nicht vor dem Durchfahren des geschlossenen Signals gewarnt. Warum dies passierte, konnten auch aufwändige Labortests nicht einwandfrei klären. 

In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt es weiter, dass das fortschrittliche Sicherheitssystem ETCS zwar seitens der CFL installiert worden war, wegen fehlender Abnahme auf französischer Seite aber noch nicht auf dieser Strecke eingesetzt werden durfte.  

Zudem wurde die Signalanlage ordnungsgemäß gewartet, sodass auch hier kein Fehlverhalten seitens der CFL oder ihrer Mitarbeiter vorliegt.  

Die Staatsanwaltschaft schließt daraus, dass auch der nationalen Eisenbahngesellschaft CFL kein Fehlverhalten nachzuweisen ist.

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