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Französische Eisenbahner bleiben skeptisch
Lokales 2 Min. 20.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Zugunglück in Bettemburg

Französische Eisenbahner bleiben skeptisch

Die Ursache des Unfalls soll so schnell wie möglich geklärt werden.
Zugunglück in Bettemburg

Französische Eisenbahner bleiben skeptisch

Die Ursache des Unfalls soll so schnell wie möglich geklärt werden.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 20.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Zugunglück in Bettemburg

Französische Eisenbahner bleiben skeptisch

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Schnelle Aufklärung des Zugunglücks erhofft sich die Eisenbahnergewerkschaft FNCTTFEL. Die Staatsanwaltschaft bestätigt zudem, dass beide Fahrtenschreiber ab diesem Montag ausgewertet werden.

(jag) - Nachdem auch die zweite Black Box des verunglückten CFL-Zuges geborgen werden konnte, sollen die beiden Fahrtenschreiber so schnell wie möglich ausgelesen werden. Laut Justizsprecher Henri Eippers würde der Schweizer Experte, der die Daten auswerten soll, noch im Laufe der Woche mit der Arbeit beginnen. Wann mit ersten Resultaten zu rechnen sei, könne man aber noch nicht sagen. Die Black Box, welche im Vorderteil des Zuges angebracht war, zeichnet sämtliche Manipulationen des Lokführers auf. Die zweite Box im hinteren Teil des Triebwagens speicherte hingegen nur die Geschwindigkeitsdaten. 

"Wir hoffen, schon am Dienstag mehr Klarheit zu haben", meint hingegen der Präsident der Eisenbahnergewerkschaft FNCTTFEL Jean Claude Thümmel. "Unsere Leute sind nervös und wir wollen so schnell wie möglich die Konsequenzen aus diesem Unfall ziehen, damit er sich nicht wiederholen kann."

Justiz soll schnell arbeiten

Zuerst müsse man sehen, ob die Daten lesbar seien. Dass ein menschlicher Fehler vorliege, wollte Thümmel so nicht bestätigen. "Das muss die Untersuchung zeigen", so Thümmel. Klar sei aber, dass der Lokführer ein geschlossenes Vor- und Hauptsignal überfahren habe und dass es dazwischen nicht zum vorgeschriebenen Abbremsen kam. "Warum das passierte, muss die Justiz herausfinden", so Thümmel.

Der Gewerkschaftspräsident erläuterte auf Nachfrage hin auch die Tests, die die Lokführer bestehen müssen. So war bis vor kurzem bei der Einstellung ein einmaliger psychologischer Test sowie ein medizinischer Check vorgeschrieben. Der Gesundheitstest muss alle zwei Jahre wiederholt werden. Eine EU-Direktive schreibt seit 2015 allerdings regelmäßige psychologische Tests vor. Diese müssen alle zehn Jahre wiederholt werden.   

Schrittweise Normalisierung ab Dienstag

Am Dienstagmorgen wird der Zugverkehr zwischen Luxemburg und Thionville zumindest teilweise wieder aufgenommen. Laut CFL werden 23 TER zwischen 5.13 Uhr und 23.17 Uhr in beiden Richtungen verkehren. Zusätzlich werden Busse eingesetzt.

Im Gegensatz dazu wird der TGV-Betrieb am Dienstag noch nicht aufgenommen, die Schnellzüge fahren ab Thionville.  

Französische Eisenbahner bleiben skeptisch

Die französischen Eisenbahnergewerkschaften CGT, SUD Rail und CFDT zeigen sich weiterhin nicht gewillt, den Zugverkehr nach Luxemburg wieder aufzunehmen. Auch am Montagmorgen habe man keinerlei Erklärungen bekommen, was die Unglücksursache in Bettemburg betrifft. Deshalb verstehe man die Entscheidung der SNCF nicht, den Betrieb am Dienstag wieder aufnehmen zu wollen.Verlangt wird nun eine sofortige Aussprache mit der Leitung der CFL und der SNCF sowie mit den luxemburgischen Gewerkschaften.


 

 


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