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Zugunfall in Bettemburg: Warten auf die europäische Lösung
Der Zwischenbericht zum Zugunfall war Diskussionsthema im zuständigen parlamentarischen Ausschuss.

Zugunfall in Bettemburg: Warten auf die europäische Lösung

Foto: Guy Jallay
Der Zwischenbericht zum Zugunfall war Diskussionsthema im zuständigen parlamentarischen Ausschuss.
Lokales 23.03.2017

Zugunfall in Bettemburg: Warten auf die europäische Lösung

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Zugunfall in Bettemburg, bei dem ein Lokführer getötet wurde, kam gestern im zuständigen parlamentarischen Ausschuss zur Sprache. Die CSV hatte eine Reihe von Fragen an Minister François Bausch.

(jag) - Welche Schlüsse zieht die CFL aus dem Zwischenbericht der Unfalluntersuchung, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen? Es waren diese Fragen, welche dem CSV-Abgeordneten Marco Schank unter den Nägeln brannten.“ Mir ist klar, dass der Minister zur Untersuchung selbst nicht viel sagen kann, da er keinen Einblick in das Dossier hat. Mir ging es hauptsächlich darum, klar zu stellen, dass alles unternommen wurde, damit ein solches Unglück sich nicht wiederholt“, so Schank.

Laut CFL wurden nach dem Unfall eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen umgesetzt. So wurden die Lokführer begleitet um sich per doppelter Kontrolle davon zu überzeugen, dass das Sicherheitssytem Memor II + vor der Abfahrt eingeschaltet war. Zugleich wurden die grundlegenden Sicherheitsregeln noch einmal klar hervorgehoben. Auch die Kontrollen des Memor II+ Systems wurden weiter verschärft. Um die Hälfte verkürzt wurden zudem die Inspektionsintervalle der Vor- und Hauptsignale.

Warten auf ETCS

“Alles in allem muss man sagen, dass sehr viel unternommen wurde und die Sicherheit der Passagiere gewährleistet ist“, so Schank. Die einzig langfristige Lösung bleibt aber das europaweite Einführen des modernen ETCS-Ssytems."

Der luxemburgische Fuhrpark ist zurzeit zu 51 Prozent mit diesem System ausgerüstet, bis Ende des Jahres sollen es 100 Prozent sein. Allerdings werden auch dann noch französische Loks und TER ohne ETCS und mit Spezialgenehmigung nach Luxemburg fahren. Die Loks sind nicht umgerüstet worden, sondern fahren mit dem französischen System.

Teure Umrüstung

“Rund 300.000 Euro an Unkosten fallen für die Umrüstung einer einzigen Lok an. Ab Sommer erhalten die CFL 11 neue sogenannte KISS-Waggons welche bereits ab Werk mit ETCS ausgerüstet sind. Es führt kein Weg an einer europäischen Lösung vorbei“, so die Präsidentin der Kommission für Nachhaltigkeit Josée Lorsché. Von insgesamt 280.000 Schienenkilometer sind bisher erst 5000 Kilometer mit ETCS ausgerüstet. Der Kostenfaktor und auch Konkurrenzdenken haben die Umrüstung bisher ausgebremst.

„Infrastrukturminister François Bausch hat viele Briefe an seine europäische Kollegen geschrieben und das Thema auf die Tagesordnung der Ratssitzung  der Transportsminister gehievt. Dort muss was passieren.“

Zwischenzeitlich haben sich auch die französischen Eisenbahnergewerkschaften wieder zu Wort gemeldet. Sie sehen sich in ihren Sorgen bestätigt und verlangen weitere Garantien für einen sicheren Zugbetrieb.


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