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Zug nach Audun wird durch BHNS ersetzt
Lokales 1 3 Min. 04.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Zug nach Audun wird durch BHNS ersetzt

Ab dem Escher Hauptbahnhof werden in einigen Jahren keine Züge mehr nach Audun-le-Tiche fahren.

Zug nach Audun wird durch BHNS ersetzt

Ab dem Escher Hauptbahnhof werden in einigen Jahren keine Züge mehr nach Audun-le-Tiche fahren.
Foto: Luc Ewen
Lokales 1 3 Min. 04.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Zug nach Audun wird durch BHNS ersetzt

Luc EWEN
Luc EWEN
Der Mobilitätskorridor zwischen der Hauptstadt und Esch wird bis nach Frankreich erweitert. Eine weitere Superbuslinie ist geplant.

Eigentlich hatte Mobilitätsminister François Bausch nur eine öffentliche Präsentation des bereits bekannten Mobilitätskorridors zwischen der Hauptstadt und Esch/Alzette angekündigt. Dieser Korridor soll die beiden Ballungsgebiete mit Schnelltram, Autobahn und Expressradweg verbinden (das LW berichtete). Am Ende der Onlinevorstellung am Mittwochabend hatte er dann aber gemeinsam mit dem Escher Bürgermeister Georges Mischo und dem Direktor der Straßenbauverwaltung, Roland Fox, noch einige Überraschungen parat. 

 Aus für Zug nach Audun-le-Tiche 


2028 fährt die Tram bis nach Esch
Minister François Bausch stellte am Mittwoch den geplanten Mobilitätskorridor vor.

Der Zug, der derzeit im 30-Minuten-Takt von Esch/Alzette nach Audun-le-Tiche (F) fährt, wird abgeschafft und durch einen weiteren Mobilitätskorridor für einen Bus à haut niveau de service (BHNS) samt Fahrradexpressweg ersetzt. 

Zudem wird der Boulevard Kennedy quasi autofrei werden. Außerdem soll das gesamte Straßennetz in und um Esch/Alzette so umorganisiert werden, dass der Verkehr hauptsächlich um die Stadt herum und nicht mehr dadurch geleitet wird. 

Wie Minister François Bausch erklärte, soll der öffentliche Raum in Esch wieder so gestaltet werden: „Dass der Mensch hier Priorität hat, und nur der Mensch.“ Was ist konkret geplant?

Grenzüberschreitender Superbus 

Der Mobilitätskorridor entlang der Autobahn A4 soll bis 2028 insoweit fertiggestellt sein, dass dann die Schnelltram von Luxemburg-Stadt bis in das neue Escher Viertel auf der jetzigen Industriebrache Esch-Schifflingen fährt. Bis spätestens 2035 soll die Tram dann weiter über Belval bis nach Beles fahren. Im selben Zeithorizont soll der bereits angekündigte BHNS, der auch Minettstram op Pneuen genannt wird, Realität werden. Dieser Superbus soll die Südstädte zwischen Petingen und Düdelingen untereinander verbinden und auch eine Anbindung an die Schnelltram schaffen. 


So soll der Fahrradexpressweg PC8 einmal aussehen. Die Wege für Fußgänger und Radfahrer sollen optisch getrennt werden.
Vëlosexpresswee: Von Belval ins Zentrum von Esch
Der neue Radweg wird alles andere als gewöhnlich. Er wird in einer Höhe von bis zu 7,5 Metern verlaufen und bis zu 8,5 Meter breit sein.

Außerdem soll die Zuglinie Esch/Alzette durch eine weitere BHNS-Linie, die von der jetzigen Industriebrache Esch-Schifflingen, über den Escher Hauptbahnhof an der Lentille Terre Rouge vorbei über Audun-Le-Tiche bis in das neue Viertel Micheville in Frankreich fahren wird, ersetzt werden. 

„Wir wollen die Grenzgänger dort abholen, wo sie wohnen“, so François Bausch. Ziel sei es diese Superbusstrecke im Fünf-Minuten-Takt anzubieten, um so die Grenzgänger direkt zur Schnelltram zu bringen, von wo aus sie dann im Idealfall die Direktanbindung bis zu ihrem Arbeitsplatz nutzen können. 

Die Anbindung mit dem neuen Mobilitätskorridor zwischen Esch-Schifflingen und Frankreich.
Die Anbindung mit dem neuen Mobilitätskorridor zwischen Esch-Schifflingen und Frankreich.
Grafik: Mobilitätsministerium

Bausch erklärte, dass die aktuelle 2,5 Kilometer lange Zugverbindung, die nur im 30-Minuten-Takt fährt, täglich lediglich 700 Menschen in beide Richtungen transportiert. Das entspräche in etwa 12 Fahrgästen pro Fahrt. In Zukunft werde die Zahl der Grenzgänger weiter zunehmen und deshalb müsse das Angebot attraktiver gestaltetet werden. 

Escher Verkehrsfluss ändert sich

Bürgermeister Georges Mischo fügte hinzu, dass diese Änderungen eine Umgestaltung des Verkehrsflusses innerhalb von Esch ermögliche. So soll etwa ein Poller auf der Fahrbahn des Boulevard Kennedy künftig den Individualverkehr im Bahnhofsviertel unterbinden. Das Viertel Quartier soll quasi für den BHNS und für normale Busse reserviert sein. 

Diese Grafik zeigt, wie sich der Verkehrsfluss im Zentrum von Esch ändern wird. Rechts die Superbuslinie Richtung Esch-Schifflingen. Links die Rue Quartier, die für den öffentlichen Nahverkehr reserviert ist.
Diese Grafik zeigt, wie sich der Verkehrsfluss im Zentrum von Esch ändern wird. Rechts die Superbuslinie Richtung Esch-Schifflingen. Links die Rue Quartier, die für den öffentlichen Nahverkehr reserviert ist.
Grafik: Mobilitätsministerium

Dadurch dass die Bahnschranke im Viertel Hiehl wegfallen wird, soll Esch wieder mehr zusammenwachsen und die Lebensqualität in den Vierteln Hiehl und Grenz gesteigert werden. Roland Fox erklärte, dass der Verkehr rund um Esch künftig neu organisiert wird. Künftig soll es drei Autobahnverteiler geben, die jeweils einen Teil von Esch bedienen. Der Individualverkehr innerhalb von Esch soll so reduziert werden. Auch soll der Fahrradexpressweg Richtung Hauptstadt, an den Studentewee Richtung Belval und den neuen Fahrradexpressweg Richtung Frankreich angebunden werden. So soll rund um Esch eine optimale Radweganbindung entstehen. 

Offenbar positive Reaktionen

Laut Angaben der Pressestelle des Ministeriums waren gegen 19.30 Uhr, also eine halbe Stunde nach Beginn der Präsentation, 162 IP-Anschlüsse aus Luxemburg und 36 aus Frankreich zu der Onlinevorstellung zugeschaltet. Das Ministerium antwortete auf eine selbst ausgewählte Selektion von Fragen, die darauf schließen ließ, dass die ausgewählten Fragesteller den vorgestellten Projekten meist positiv gesinnt waren.

Es ging vor allem um den Zeitplan und darum, dass Anwohner aus anderen Gegenden sich ebenfalls eine Tram oder einen Mobilitätskorridor wünschten. 


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