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Zufriedenstellende Ernte trotz Wetterkapriolen
Lokales 2 Min. 04.09.2019

Zufriedenstellende Ernte trotz Wetterkapriolen

Landwirtschaftsminister Romain Schneider und Jean Muller, Direktor der Moulins de Kleinbettingen, begutachten das angelieferte Getreide.

Zufriedenstellende Ernte trotz Wetterkapriolen

Landwirtschaftsminister Romain Schneider und Jean Muller, Direktor der Moulins de Kleinbettingen, begutachten das angelieferte Getreide.
Jacques Ganser
Lokales 2 Min. 04.09.2019

Zufriedenstellende Ernte trotz Wetterkapriolen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die Erträge liegen im Schnitt, fallen aber lokal sehr unterschiedlich aus.

Die luxemburgischen Bauern haben eine durchschnittliche Ernte in die Scheunen eingefahren: Bei den sogenannten Erntegesprächen zogen Landwirtschaftsminister Romain Schneider sowie die Vertreter der Saatbaugenossenschaft und De Vervband-Versis eine gemischte Bilanz. "Die Ergebnisse sowohl in der Quantität als auch in der Qualität sind sehr heterogen und extrem standortabhängig", so Schneider. Die Wetterkapriolen mit anhaltender Trockenheit und zwei ausgeprägten Hitzewellen haben besonders im Osten des Landes für Ausfälle gesorgt.

Sowohl die Erntemenge als auch die Erntephase war je nach Region sehr unterschiedlich. So gab es geringe Qualitätseinbußen bei zuletzt geerntetem Getreide im Norden. Die Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli 2019 setzten besonders den spät reifenden Kulturen zu, auch die Krankheitsbelastung war hier höher. Während Erträge und Qualität beim Wintergetreide durchaus gut waren, fehlte dem Sommergetreide der Regen. "Ohne den Regen im Winter sähe es wohl katastrophal aus", so Steve Turmes, Direktor der Saatbaugenossenschaft LSG.

Enttäuschend fielen auch die Erträge beim Raps aus, der sehr viel Wasser benötigt. Laut Marc Fisch, Präsident der Landwirtschaftskammer, ging hier auch die Gesamtanbaufläche zurück. "Wir schroten den Raps nach der Ernte und benutzen ihn als Viehfutter. Fällt der Raps weg, so verschwindet diese Eiweißquelle und es muss Soja oder anderes Futter importiert werden." Zudem würden Importe wie Palmöl oder Sojaöl den Raps verdrängen.


Fallende Preise


Lok, Bodentrockenheit , Dürre , Regenmangel , Landwirtschaft ,Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Problematisch sind auch die Erzeugerpreise. Laut Klaus Palzkill von Versis sind die Getreidepreise derzeit deutlich unter dem Septemberniveau des Vorjahres. Vor allem regionale Vermarktungsstrategien bei Brotgetreide und Futtergetreide könnten demnach die Weiterentwicklung der heimischen Pflanzenproduktion absichern.

Laut Minister Schneider müsste mit der wachsenden Bevölkerung auch das Potenzial von lokal angebautem Getreide gesteigert werden. Wichtig sei deshalb eine eigene, autonome und regionale Pflanzenproduktion.  

Lokal und Bio

Was die weiteren Ackerkulturen betrifft, so ist es bei Kartoffeln und Mais noch zu früh, um eine Bilanz zu ziehen. Laut den Erkenntnissen der technischen Agrardienste ASTA könne man aber von einem durchschnittlichen Jahr ausgehen. Beim Grünland hingegen ist die Bilanz eher durchwachsen, Hagelschäden und Trockenheit im Osten sorgten hier für Ausfälle.

Ein generelles Problem wird für die Landschaft künftig der Klimawandel mit stark schwankenden Niederschlägen und Extremtemperaturen. Vorläufig soll der Abschluss von Ernteausfallversicherungen ausreichen. Das Landwirtschaftsministerium bezuschusst die Prämien zu 65 Prozent. Langfristige Lösungen beinhalten allerdings die Umstellung auf andere Nutzpflanzen. Dementsprechende Anbauversuche, z.B. mit Soja, laufen bereits seit mehreren Jahren.                          


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