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Zu wenig Abschüsse bei der Wildschwein-Jagd
Lokales 27.03.2019

Zu wenig Abschüsse bei der Wildschwein-Jagd

Rund 5000 Wildschweine werden jährlich geschossen.

Zu wenig Abschüsse bei der Wildschwein-Jagd

Rund 5000 Wildschweine werden jährlich geschossen.
dpa
Lokales 27.03.2019

Zu wenig Abschüsse bei der Wildschwein-Jagd

Jacques GANSER
Jacques GANSER
In Luxemburg werden jährlich im Schnitt zehn Prozent weniger Wildschweine erlegt als vorgeschrieben.

Die Jagd taugt in Luxemburg nur bedingt zum Regulieren der Wildschweinbestände und damit zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. So erlegten die Jäger in den letzten drei Jahren im Schnitt nur 90 Prozent der laut Abschussplan vorgeschriebenen Mindestzahl. Diese Zahlen legte Umweltministerin Carole Dieschbourg jetzt im Zuge ihrer Antwort auf eine parlamentarische Frage der Abgeordneten Martine Hansen (CSV) dar.

Treibjagd oder Lauerjagd

So sollen laut Abschussplan jährlich rund 6 000 Wildschweine erlegt werden. Nur im vergangenen Jahr wurde diese Quote mit 6.487 erlegten Tieren nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten. Traditionell gilt die Treibjagd im Gegensatz zur Ansitz- oder Lauerjagd als effizientere Jagdmethode, um in kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Tieren zu töten. Laut Umweltministerin würde die Wildschweinpopulation ohne diese Jagdmethode in einer ersten Phase wohl weiter anwachsen.

Allerdings beeinflussen noch andere Faktoren als die Jagd die Explosion der Bestände: Vor allem das reichliche Nahrungsangebot durch Mais- und Rapsfelder, aber auch Eicheln und Buchen, steuerten demnach die Bestände. Eine Rolle spielt ebenfalls der Klimawandel mit immer milderen Wintern.

Petitionsdebatte abwarten

Die Frage, ob es ohne Treibjagd überhaupt möglich ist, die geforderten Abschusszahlen zu erreichen, will Carole Dieschbourg vorläufig noch nicht beantworten. Sie verweist dabei auf die anstehende Debatte im Parlament, die wegen der Petition 1156 geführt werden muss. Die Petition, die insgesamt 6.752 Mal unterschrieben wurde, fordert das komplette Abschaffen der Treibjagd. In einer Mitteilung hat der Jagdverband FSHCL seinerseits eine Aufhebung jeglicher Jagdeinschränkungen gefordert, um die nötigen Quoten zu erreichen. So sollten vor allem die Jagd mit Nachtsichtgeräten und ganzjährige Treibjagden erlaubt werden.


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