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Zu früh geimpft: Trierer Ordnungsdezernent tritt zurück
Lokales 2 Min. 19.02.2021

Zu früh geimpft: Trierer Ordnungsdezernent tritt zurück

Thomas Schmitt (links) am Abend seiner Wahl im März 2017.

Zu früh geimpft: Trierer Ordnungsdezernent tritt zurück

Thomas Schmitt (links) am Abend seiner Wahl im März 2017.
Foto: LW-Archiv
Lokales 2 Min. 19.02.2021

Zu früh geimpft: Trierer Ordnungsdezernent tritt zurück

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Weil er eine Impfung erhalten hat, obwohl er noch nicht an der Reihe war, hat der Trierer Ordnungsdezernent Thomas Schmitt seinen Rücktritt angekündigt. Dass es sich bei der Dosis um einen Rest gehandelt hat, ändere nichts an der Tatsache, so Schmitt.

Der Trierer Ordnungsdezernent Thomas Schmitt (CDU), der als Mitglied des Stadtvorstands dem Amt für Brand-, Zivilschutz und Rettungsdienst vorsteht, hat mitgeteilt, dass er sein Amt räumen wird. Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe sei bereits über den Entschluss informiert. 

Schmitt, der auf der Website der Stadt Trier eine ausführliche persönliche Mitteilung veröffentlicht hat, gibt als Grund an, er habe im Impfzentrum Trier eine Erstimpfung gegen Corona mit Restimpfstoff erhalten, obwohl er nicht in die Gruppe der Priorität eins gehört. "Ich möchte hiermit ein Fehlverhalten eingestehen und meinen Rücktritt erklären. Die Verantwortung für diese Fehlentscheidung liegt allein bei mir. Er war kein systemisches Verschulden des Impfzentrums oder der Stadtverwaltung. Der Fehler hat sich mit anderen Personen nicht wiederholt", so Schmitt. 

Sechs statt fünf Dosen pro Ampulle


(FILES) In this file photo taken on February 9, 2021 nurse Janete Da Silva Oliveira prepares a dose of Oxford-AstraZeneca COVID-19 vaccine in the Nossa Senhora Livramento community on the banks of the Rio Negro near Manaus, Amazonas State, Brazil. - The vaccination campaign against COVID-19 that began a month ago in Brazil has been hampered by the lack of available doses and a cacophony due to the lack of national coordination from the Bolsonaro government. The mayor of Rio de Janeiro, Eduardo Paes, said on February 15, 2021 that the vaccination campaign against the novel coronavirus will be interrupted on February 16 until next week due to lack of doses. (Photo by MICHAEL DANTAS / AFP)
HRS: Aufregung um Impfungen im Verwaltungsrat
Für Aufregung sorgt die Nachricht, dass Verwaltungsratsmitglieder der Hôpitaux Robert Schuman sich bereits hätten impfen lassen, obwohl sie erst in der zweiten Phase vorgesehen seien.

Man habe im Impfzentrum Trier mit fünf Impfdosen pro Ampulle Biontech-Impfstoff kalkuliert, schon früh sei aber klar gewesen, dass es möglich sei, sechs Dosen aus einer Ampulle zu ziehen. Schmitt weiter: „Die Stadt Trier hatte früh entschieden, möglichst keine Dosen des wertvollen Impfstoffs verfallen zu lassen. Deshalb wurden mit überzähligen Dosen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes von Feuerwehr und DRK geimpft, die in ihrer täglichen Arbeit auch mit Corona-Infizierten zu tun haben.“

Er sei am 15. Januar dienstlich im Impfzentrum gewesen, als kurz vor Schließung des Zentrums noch fünf Dosen einer offenen Ampulle übrig waren, sich aber keine noch nicht geimpften Personen aus dem Rettungsdienst mehr fanden.  "Ich habe mich dann entschieden, die Impfung anzunehmen. Dies war ein großer Fehler, wie mir schon beim Nachhauseweg klar wurde", so Schmitt in seiner Erklärung.


Video: So funktioniert Luxemburgs erstes Impfzentrum
Bis Mittwoch wurden etwa 12.000 Personen im Hall Victor Hugo geimpft. Noch läuft der Betrieb im ersten Impfzentrum auf Sparflamme – das soll sich aber bald ändern.

Obwohl er niemandem eine Impfung weggenommen habe, hätte er „in dieser Situation anders entscheiden müssen“. In vergleichbaren Situationen anderswo in Deutschland habe es bisher keine Rücktritte gegeben, er wolle aber „für die Konsequenzen meines Handelns“ einstehen.

Thomas Schmitt war im März 2017 zum Ordnungsdezernenten der Stadt Trier gewählt worden. Er ist Leiter des „Dezernats III“ und damit unter anderem für Ordnungsamt, Kulturamt, Rettungsdienste und Feuerwehr und das Bürgeramt zuständig. 

Dass Menschen Impfungen annehmen, obwohl sie laut der Prioritätenliste noch nicht an der Reihe sind oder zumindest die Gründe für die jeweiligen Impfungen nicht direkt nachvollziehbar waren, hat in den vergangenen Wochen bereits mehrfach für Diskussionen gesorgt. In Luxemburg kam das Thema zuletzt auf, als sich Mitglieder des Verwaltungsrates der Hôpitaux Robert Schuman impfen ließen. In Deutschland machte unter anderem der Augsburger Bischof Bertram Meier wegen einer Impfung Schlagzeilen. 

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