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Zerstörte Straßen im Müllerthal: Ministerium gibt Gas
Wie hier bei Haller haben die Fluten mehrere Landstraßen rund um Berdorf und Befort zerstört.

Zerstörte Straßen im Müllerthal: Ministerium gibt Gas

Foto: Anouk Antony
Wie hier bei Haller haben die Fluten mehrere Landstraßen rund um Berdorf und Befort zerstört.
Lokales 21.06.2018

Zerstörte Straßen im Müllerthal: Ministerium gibt Gas

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Reparatur der bei den Überflutungen im Müllerthal beschädigten Straßen soll noch während des Kollektivurlaubs im Bausektor beginnen. Das Nachhaltigkeitsministerium hat dafür trotz abgelaufener Frist eine Ausnahme beim Arbeitsministerium beantragt.

 Bei den drei am stärksten beschädigten Landstraßen Berdorf - Echternach, Berdorf – Vogelsmühle (CR 364) und Haller – Befort (CR 128) werden die Bauarbeiten wohl mindestens ein Jahr dauern. „Selbst das ist ein ziemlich sportlicher Zeitplan“, sagte Minister François Bausch bei einer Informationsversammlung am Mittwochabend.

Um Tempo zu machen, ziehen Ministerien und Verwaltungen alle Register. „Wir werden alles tun, um so schnell wie möglich mit den Arbeiten anzufangen“, erklärte Bausch. Seinen Aussagen nach wird es nicht einfach sein, Luxemburger Firmen zu finden, die während des Kollektivurlaubs beginnen können, betonte der Nachhaltigkeitsminister. „Ich sage es ganz klar: Wir werden beim Straßenbau auch aus Firmen aus dem Ausland zurückgreifen.

Zeit sparen will die Straßenbauverwaltung darüber hinaus bei der Auftragsvergabe. Eine gewöhnliche Ausschreibung wird es nicht geben, die Firmen werden ohne Wettbewerb im Zuge einer „freihändigen Vergabe“ („marché de gré à gré“) engagiert.


Wieder war der Bach angeschwollen und wieder stand das gesamte Erdgeschoss des Hotel Cigalon unter Wasser. Die Einsatzkräfte pumpten den Keller leer und bauten Vorkehrungen für eine erneute Überflutung.
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Minister Bausch bat die versammelten Anwohner und Geschädigten der Sturzfluten um Verständnis für die langen Straßensperrungen bei Berdorf und Befort. Weil der Untergrund abgerutscht sei und Teile der Straßen unterspült seien, könne man die Landtraßen auch nicht einspurig für den Verkehr freigeben. „Wir können die Leute nicht ins Abenteuer schicken“, meinte Bausch.

Für die Reparatur der Straßenschäden hat die Regierung zehn Millionen Euro freigegeben. Davon entfallen allein 7,8 Millionen Euro auf die drei am ärgsten beschädigten Landstraßen.

Umweltministerin Carole Dieschbourg ordnete die Sturzfluten Anfang Juni als Folge des Klimawandels ein. „Extremereignisse haben sich in den letzten Jahren gehäuft“, sagte sie. Das Wasserwirtschaftsamt sei dabei, die Schwarze Ernz und ihre Zuflüsse von Geröll, Sand und Schlamm zu befreien und umgestürzte Bäume wegzuräumen. Dafür hat die Behörde schon Aufträge an Firmen in Höhe von 600 000 Euro vergeben. Gerade bei erneutem Starkregen müsse das Wasser abfließen können, sagte Dieschbourg. Wo es möglich sei, müssten die Flüsse und Bäche mehr Raum bekommen, damit im Hochwasserfall kein großer Schaden entsteht.


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