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Zahlreiche Flussläufe ausgetrocknet
Lokales 3 10.08.2022
Wasserwirtschaftsamt

Zahlreiche Flussläufe ausgetrocknet

An vielen Flüssen werden derzeit historisch niedrige Pegel gemessen.
Wasserwirtschaftsamt

Zahlreiche Flussläufe ausgetrocknet

An vielen Flüssen werden derzeit historisch niedrige Pegel gemessen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 10.08.2022
Wasserwirtschaftsamt

Zahlreiche Flussläufe ausgetrocknet

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die extreme Trockenheit ist für Wasserorganismen und Fische lebensbedrohlich.

Das Wasserwirtschaftsamt stellt eine mehr als bedenkliche Lage in den Fließgewässern des Landes fest. Die Pegel in den meisten Flüssen und Bächen des Landes sind erschreckend niedrig - manche Bachläufe sind sogar komplett ausgetrocknet. Nachhaltigkeitsministerium und Wasserwirtschaftsamt erinnern eindringlich, dass es derzeit unter keinen Umständen erlaubt ist, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen.

Angesichts der stabilen Wetterlage rechnen die Experten nicht mit einer Entschärfung - selbst die ab Ende der Woche angekündigten Gewitter dürften daran nichts ändern. Dazu bedürfe es einer zweiwöchigen Regenperiode - die nicht in Sicht ist.


PRODUKTION - 02.08.2022, Rheinland-Pfalz, Bendorf: Der Schubverband "Alorba" passiert die Insel Graswerth bei Bendorf (Luftaufnahme mit einer Drohne). Seit Wochen regnet es kaum, die Pegelstände sinken, Uferzonen fallen trocken, neue Inseln steigen auf. Das Niedrigwasser beeinträchtigt bundesweit zunehmend die Binnenschifffahrt. (zu dpa: Trip um die Loreley - Binnenschiffer kämpfen mit Niedrigwasser) Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Rhein wird am Freitag bei Koblenz praktisch unpassierbar
Der Pegel in Kaub wird am Wochenende die Marke von 40 Zentimetern unterschreiten - ab dann können Lastkähne den Rhein nicht mehr befahren.

Bereits im März habe man bei vielen Wasserläufen nur mehr die Hälfte der Duchflussmenge registriert, die in der Referenzperiode 2002 bis 2020 errechnet wurde. Im Ösling liege man aktuell nur mehr bei einem Viertel der sonst üblichen Menge.

Besonders Sauer und Our sind stark betroffen, im Süden des Landes sei die Lage etwas weniger dramatisch. An Attert und Mosel wurden ebenfalls kritische Werte gemessen. Mehrere kleinere Flüsse seien komplett ausgetrocknet, ein - so das Wasserwirtschaftsamt - seltenes und bedenkliches Phänomen.


Ausgetrocknete Vegetation entlang der Mosel in Grevenmacher.
Ausgetrocknete Vegetation entlang der Mosel in Grevenmacher.
Foto: Anouk Antony

Folgen und Auswirkungen

Infolge der geringen Wassermengen steigen die Temperaturen im Wasser. Dies bewirkt, dass weniger Sauerstoff gebunden werden kann. Zudem steigt die Schadstoffkonzentration aufgrund der fehlenden Verdünnung an. Fische und Mikroorganismen sind in akuter Lebensgefahr.

Vernünftiger Umgang mit Wasser bleibt angesagt

Selbst wenn die großen Wasserversorger aktuell in puncto Wasserreserven noch gut aufgestellt sind, so bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit dem kostbaren Nass aktuell. Einzelne Gemeinden meldeten bereits lokal drohende Engpässe.

Ratschläge zum Sparen

  • Rasen nicht gießen. Ein „verbrannter“ Rasen kommt nach mehreren Regengüssen wieder zu sich.
  • Pflanzen und Gärten sollen früh oder spät am Tag - keinesfalls aber unter praller Sonne gegossen werden.
  • Auf Wagenwäsche daheim verzichten. Waschstraßen verfügen über geschlossene Kreisläufe und verbrauchen pro Wagen nur einen Bruchteil.
  • Schwimmbäder und freistehende Pools nicht befüllen, sondern eher öffentliche Bäder benutzen.
  • Bei der Körperhygiene aufs Baden verzichten. Für ein Vollbad benötigt man rund 200 Liter Trinkwasser, während bei einer fünfminütigen Dusche lediglich 80 Liter verbraucht werden.

Weitere Ratschläge und Hinweise finden sich auf dem Internetportal des Wasserwirtschaftsamts.

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