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Wohnen im „Quartier du Grünewald“
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Wohnen im „Quartier du Grünewald“

Auch die Loggien der Gebäude auf Los 2 sind nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet..

Wohnen im „Quartier du Grünewald“

Auch die Loggien der Gebäude auf Los 2 sind nach Süden bzw. Südwesten ausgerichtet..
Foto: Grafik: SteinmetzDe Meyer architectes urbanistes, Luxembourg
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Wohnen im „Quartier du Grünewald“

Das „Quartier du Grünewald“ im Osten des Kirchberg-Plateaus und südlich der Avenue John F. Kennedy hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in puncto urbaner Mixität rasch weiterentwickelt.

(asc) - Das „Quartier du Grünewald“ im Osten des Kirchberg-Plateaus und südlich der Avenue John F. Kennedy hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in puncto urbaner Mixität rasch weiterentwickelt. Ab Ende 2011 baut die „Société nationale d'habitations à bon marché“ (SNHBM) 124 Wohnungen sowie Arztpraxen und eine Kinderkrippe entlang der Rue des Labours gegenüber dem Rehazentrum. Die Architekten sind das Büro „SteinmetzDeMeyer architectes urbanistes“ aus Luxemburg und das Büro „AllesWirdGut“ aus Wien.

Auf dem Kirchberg arbeiten, ausgehen und eben auch wohnen. Dies ist nicht erst seit der Verwirklichung der Wohnungsbauprojekte im „Domaine du Kiem“ nördlich der Avenue John F. Kennedy möglich.

Auch südlich der Hauptverkehrsachse wurde in den vergangenen Jahrzehnten emsig gebaut. Seit den 2000er-Jahren entstand dort ein neuer Gesundheitsstandort mit dem neuen Rehazentrum, dem „Hopital Kirchberg“ und der „Clinique Dr Bohler“. Und auch zusehends mehr Finanzinstitute und luxemburgische Verwaltungen siedelten in diesem Stadtviertel ihre neuen Räumlichkeiten an.

Arbeiten, ausgehen, wohnen

Nachdem in den 1980er-Jahren vor allem die Grundstücke entlang der Avenue Kennedy und der Rue Edward Steichen bebaut worden waren, werden seit 2005 im „Quartier du Grünewald“ auch Wohnungen gebaut. Auf Wunsch des „Fonds d'urbanisation du plateau du Kirchberg“ soll in diesem Stadtviertel jedoch auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. Im Auftrag des Fonds wird die staatliche SNHBM in Bälde entlang der Rue des Labours insgesamt 124 Wohnungen zu erschwinglicheren Preisen errichten lassen.

Dieser Tage wurden die Resultate des diesbezüglichen internationalen Architektenwettbewerbs bekannt gegeben. Die Gunst der achtköpfigen Jury unter dem Vorsitz des Münchner Architekten Muck Petzet erhielten das hauptstädtische Büro „SteinmetzDeMeyer architectes urbanistes“ und das Wiener Architektenbüro „AllesWirdGut“. Die Gestaltung der angrenzenden Grünflächen könnten laut Marianne Brausch vom „Fonds du Kirchberg“ möglicherweise von „OKRA landscape architects“ aus Utrecht (NL) gestaltet werden. Gemäß den Vorgaben des „Fonds du Kirchberg“ sollen die beiden Neubauten in Passivhausbauweise errichtet werden.

Dies ist, wie SNHBM-Direktor Guy Entringer bereits im September 2010 im Vorfeld der „Semaine du logement“ gegenüber dem „Luxemburger Wort“ betont hatte, das erste Projekt, das die Gesellschaft in dieser energetisch sparsamen Bauweise verwirklichen wird. „Die beiden Architektenbüros begleiten die beiden Projekte, bis die Baugenehmigung vorliegt“, erklärt Guy Entringer. Anschließend kümmern sich Mitarbeiter der SNHBM um alle weiteren Schritte bis zur Fertigstellung. Die SNHBM verfügt unter anderem über eigene Architekten, technische Zeichner und Baustellenleiter. Noch voraussichtlich Ende dieses Jahres wird auf einem vom Fonds abgekauften Grundstück entlang der Rue des Labours und gegenüber dem Rehazentrum mit der Errichtung der beiden letzten Wohnungsbauprojekte begonnen.

Gemäß den Entwürfen von „SteinmetzDeMeyer architectes urbanistes“ aus Luxemburg-Stadt werden auf dem Los 2 (auf der Grafik orange eingezeichnet) drei Blöcke mit 68 Appartements gebaut. Gebäudeteil A wird 20 Appartements mit Flächen zwischen 60 und 120 Quadratmetern, davon zwölf mit zwei Schlafzimmern und acht mit drei Schlafzimmern, beherbergen. In den Gebäudeteilen B und C sind 48 Appartements, davon vier mit einem Schlafzimmer, 32 mit zwei Schlafzimmern und zwölf mit drei Schlafzimmern, geplant. Die Wohnungen in Block A werden vermietet, B und C werden verkauft.

Alle nach Süden bzw. Südwesten orientierten Appartements mit Loggia werden jeweils über einen Parkplatz und einen Kellerraum verfügen. Die in Passivhausbauweise errichteten Gebäude werden mit einer Dreifachverglasung und Sonnenkollektoren ausgestattet und erhalten eine Dachbegrünung. Der Entwurf des Wiener Architektenbüros wird auf Los 13 (Grün) verwirklicht. Dort werden in zwei Blöcken 56 zwischen 59 und 116 Quadratmetern große und nach Süd-Osten bzw. Süd-Westen ausgerichtete Appartements gebaut, davon acht mit einem Schlafzimmer, 28 mit zwei Schlafzimmern und 20 mit drei Schlafzimmern. Die Loggien sind nach Süden ausgerichtet, die kleineren Balkone nach Norden. Die Appartements werden alle verkauft.

Arztpraxen und Kinderhort

Im Erdgeschoss von Block A sind 566 Quadratmeter für vier Arztpraxen oder eine „Maison médicale“ eingeplant, in Block B wird im Erdgeschoss ein 730 Quadratmeter großer Kinderhort für etwa 50 Kinder eingerichtet. Auch bei diesem Gebäude wird das Dach begrünt. Als „flottes Charakteristikum“ des österreichischen Projektes bezeichnet Guy Entringer die farblich verschiedenen Fassaden: Schwarz für die Nord-Ost-Fassade und Weiß an der Süd-West-Seite. Das "gros oeuvre fermé" wird 900 Euro pro Quadratmeter (ohne Mehrwertsteuer und Ausführungen) kosten. Die Mietpreise werden entsprechend dem Einkommen des Haushaltes, dessen Zusammenstellung und der Fläche der Wohnung berechnet.