Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wohl doch keine Fixerstube für Ettelbrück
Lokales 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Wohl doch keine Fixerstube für Ettelbrück

Die Jugend- und Drogenhilfe aus Ettelbrück sieht Bedarf für einen 
Drogenkonsumraum im Norden des Landes.

Wohl doch keine Fixerstube für Ettelbrück

Die Jugend- und Drogenhilfe aus Ettelbrück sieht Bedarf für einen 
Drogenkonsumraum im Norden des Landes.
Foto: Marc HOSCHEID
Lokales 24.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Wohl doch keine Fixerstube für Ettelbrück

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Es soll kein Drogenkonsumraum gegen den Willen der Gemeinde in Ettelbrück entstehen. Offener zeigt sich die Gemeinde bei der Diskussion über eine Tagesauffangstruktur am Bahnhof.

Bereits Mitte Dezember hatten sämtliche im Gemeinderat vertretenen Parteien sich gegen die Einrichtung eines Drogenkonsumraums in Ettelbrück ausgesprochen. Ein solcher ist nämlich laut Koalitionsabkommen eben dort vorgesehen. Die Gemeindeverantwortlichen betonten damals, dass in ihren Augen kein Bedarf für eine solche Einrichtung im Norden des Landes bestehe. Zudem war ihnen negativ aufgestoßen, dass diese Entscheidung auf Regierungsebene getroffen wurde, ohne dass vorher mit der Gemeinde darüber gesprochen worden wäre.


Zankapfel Fixerstube
In Ettelbrück gehen die Meinungen über die Notwendigkeit eines Drogenkonsumraumes teils sehr weit auseinander. Dabei steigt der Drogenkonsum im Norden des Landes stetig an.

Wie der öffentlich-rechtliche Radiosender 100,7 am Mittwoch meldete, wurde dem Ettelbrücker Schöffenrat bei einer Zusammenkunft mit Familienministerin Minister Corinne Cahen und Gesundheitsminister Etienne Schneider versichert, dass kein Drogenkonsumraum gegen den Willen der Gemeinde entstehen wird. Auf LW-Nachfrage bestätigte Bürgermeister Jean-Claude Schaaf diese Zusage von Regierungsseite. Die Jugend- und Drogenhilfe aus Ettelbrück werde nun in den kommenden Monaten eine Bestandsaufnahme in Bezug auf die Bedürfnisse in der Nordregion durchführen. Die Resultate dieser Studie sollen im Sommer vorliegen und dann erneut diskutiert werden.

Kein Nachtfoyer geplant

Schaaf unterstrich jedoch erneut die ablehnende Haltung der Gemeinde. Ettelbrück verkrafte einfach keine weitere Einrichtung aus dem sozio-psychologischen Bereich. Er verwies dabei nicht nur auf die bereits vorhandenen Strukturen, sondern auch auf die geringe Größe von Ettelbrück. Im Gegensatz zu Luxemburg-Stadt habe ein Drogenkonsumationsraum in Ettelbrück nicht nur einen Impakt auf ein Viertel, sondern auf den gesamten Ortskern.

Laut Schaaf hat Ministerin Cahen in dem Gespräch zudem klargestellt, dass, entgegen der bisherigen Annahme, nie die Einrichtung eines Foyer de nuit in Ettelbrück vorgesehen gewesen wäre. Vielmehr soll eine Tagesauffangstruktur geschaffen werden, in der sich Personen, meist ohne festen Wohnsitz, aufhalten und zur Ruhe kommen können. Mit dem Parachute existiert bereits eine ähnliche Einrichtung im Bahnhofsgebäude in der Hauptstadt. Solch ein Raum könnte in das noch zu errichtende neue Bahnhofsgebäude in Ettelbrück integriert werden. Vor diesem Hintergrund ist eine Besichtigung des Parachute geplant, an der auch Organisationen aus dem sozialen Bereich aus Ettelbrück teilnehmen sollen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

In Ettelbrück gehen die Meinungen über die Notwendigkeit eines Drogenkonsumraumes teils sehr weit auseinander. Dabei steigt der Drogenkonsum im Norden des Landes stetig an.
Repression, Prävention, Suchtbegleitung: Der Kampf gegen Drogen ist ein komplexer. Eine wichtige Rolle spielen dabei Einrichtungen wie die Fixerstuff. Doch diese schaffen auch neue Probleme.
Drogen Heroin
Unternehmer in Bonneweg schlagen weiterhin Alarm, denn durch die Nähe des Drogenzentrums geraten sie immer tiefer in finanzielle Nöte.
Um die Fixerstube bilden sich zeitweise regelrechte Camps. Dies führt zu Konflikten mit den benachbarten Betrieben.
Drogenzentrum "Abrigado"
Bonneweg ist zu einem Hotspot für die Luxemburger Rauschgiftszene geworden. Darunter leiden vor allem die Nachbarn des „Abrigado“. Doch auch die Fixer selbst werden mit ordnungspolitischen Problemen konfrontiert, die eine allgemeine Verbesserung der Lage verhindern.
Das "Abrigado" besteht seit 2005 als kombinierte Tages- und Übernachtungseinrichtung.
Am Freitagmorgen hat der Escher Gemeinderat das Projekt eines Drogenkonsumraumes erneut einstimmig angenommen. Laut Bürgermeisterin Vera Spautz könne im Herbst mit den Umbauarbeiten begonnen werden.
12.6.Esch/ Alzette / 130 rte de Luxembourg / geplante Fixerstuff , Esch Foto: Guy Jallay
„Fondation Jugend- an Drogenhëllef“
Alleine im Kontaktladen der Hauptstadt der „Fondation Jugend- an Drogenhëllef“ kommen jeden Tag bis zu 70 Leute vorbei. Doch die finanziellen Mittel sind weniger geworden.
Nicht nur Drogen selbst schaden, sondern auch giftige Mittel, mit denen „gestreckt“ wird.