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Wirbelsturm: Mehr Sachspenden als benötigt
Lokales 2 Min. 16.08.2019

Wirbelsturm: Mehr Sachspenden als benötigt

In dieser Garage des Busunternehmens Huberty in Rodange haben die Freiwilligen die Spenden entgegengenommen und sortiert.

Wirbelsturm: Mehr Sachspenden als benötigt

In dieser Garage des Busunternehmens Huberty in Rodange haben die Freiwilligen die Spenden entgegengenommen und sortiert.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 2 Min. 16.08.2019

Wirbelsturm: Mehr Sachspenden als benötigt

Luc EWEN
Luc EWEN
Nach dem Spendenaufruf wegen des Tornados kommen die gesammelten Güter nun auch anderen gemeinnützigen Zwecken zugute.

„Ich stamme aus Petingen und meine Mutter wohnt noch hier in der Gemeinde“, erklärt eine Frau beim Entladen des Kofferraums ihres Autos. Sekunden zuvor waren sie und ihr Mann im Hof des Busunternehmens Huberty in Rodange vorgefahren. Im Auto sind Tüten mit Kleidern, Spielsachen, Hygieneartikeln und einem alten Radio. Die will Familie Staus aus Esch nun spenden. Dies, nachdem die Vereinigung Fir ee gudden Zweck – Gemeng Péiteng zu eben solchen Sachspenden aufgerufen hatte.


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 Nach dem Tornado von voriger Woche war man davon ausgegangen, dass solche Dinge in großen Mengen benötigt würden. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. „Nur vier Haushalte haben sich bisher gemeldet, um Spenden abzuholen“, erklärt Josette Conzemius-Holcher als Verantwortliche der Vereinigung.

 Es handelt sich um Familien, die nach dem Tornado nicht mehr zurück in ihre Häuser durften. Sie wurden in Hotels untergebracht und konnten folgerichtig auch weder Kleider noch andere Privatgegenstände dorthin mitnehmen. Es handelte sich bei diesen vier Familien um Einzelfälle. Aber: „Die Solidarität ist überwältigend“, sagt Josette Conzemius mit einem fast schon verzweifelt wirkenden Lächeln. 

Eine ganze Busgarage haben die Freiwilligen mittlerweile mit Spenden gefüllt. Die werden aber offenbar in den beiden betroffenen Gemeinden nicht unmittelbar gebraucht. Josette Conzemius erinnert daran, dass auch Betroffene aus Käerjeng hier Kleider oder Hygieneartikel erhalten können.

 Spenden werden weitergegeben 

Doch die sollten sich dann schnell melden. Denn am Mittwoch will man damit beginnen, die Garage wieder für das Busunternehmen freizumachen. „Auf jeden Fall wird alles, was gespendet wurde und brauchbar ist, einem guten Zweck zugutekommen“, versichert Josette Conzemius. 

 Seit vergangenem Samstag sind etwa ein Dutzend Freiwillige damit zugange, die Spenden entgegenzunehmen und zu sortieren. 

Es ist nicht der erste Spendenaufruf dieser Art für die Vereinigung. Es ist schon einige Jahre her, da hatte man einen ähnlichen Aufruf nach einer Flutkatastrophe im Ausland gestartet. Normalerweise ist die Vereinigung in Petingen eher für die Organisation der örtlichen Ausgabe des Télévie verantwortlich. „Diese Aktion hat aber nichts mit dem Télévie zu tun“, unterstreicht Josette Conzemius. 

 Familie Staus ist indes froh, dass der Tornado das Haus der Mutter von Frau Staus verschont hat. 

Dennoch war es eine Herzensangelegenheit, auch einen Beitrag geleistet zu haben. Dass die Sachen nun einem anderen guten Zweck zugeführt werden, damit hat man kein Problem. 


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