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"Wir zerstören unsere Lebensgrundlage"
Lokales 17.05.2019

"Wir zerstören unsere Lebensgrundlage"

Rund eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht.

"Wir zerstören unsere Lebensgrundlage"

Rund eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht.
Jos Hertz
Lokales 17.05.2019

"Wir zerstören unsere Lebensgrundlage"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Wissenschaftler und Umweltlobbyisten warnen eindringlich vor der Zerstörung der Biodiversität.

In einem bisher einmaligen Schulterschluss haben sich Naturkundler, Wissenschaftler und Umweltlobbyisten zusammengetan und die politisch Verantwortlichen eindringlich dazu aufgerufen, in Sachen Verlust der Biodiversität aktiv zu werden. Auf der Basis des internationalen Berichtes über die Zerstörung der Ökosysteme, an dem mehr als 145 renommierte Experten aus 50 Ländern arbeiteten, warnten Vertreter von naturmusée, Mouvement écologique, Vereinigung der Biologen ABIOL, Gesellschaft der Naturalisten sowie natur & emwelt vor den dramatischen Konsequenzen dieser Zerstörung.

„Die Menschheit ist dabei, ihre eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Luxemburg ist dabei weder unschuldig am Artensterben, noch bleibt es verschont“, so Blanche Weber vom Mouvement écologique. Der Appell soll sich vor allem auf wissenschaftliche Fakten stützen: So sind in Luxemburg von 1 323 Gefäßpflanzenarten 101 bereits ausgestorben, 439 weitere Arten sind bedroht. Von 143 einheimischen Brutvögeln sind 13 Arten bereits ausgestorben, weitere 24 sind gefährdet. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, zum Beispiel bei den Moosen und Farnen.


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150 Arten täglich

Weltweit sind mehr als eine Million Arten vom Aussterben bedroht, täglich verschwinden 150 Arten unwiderruflich. “ Jede Art, die ausstirbt, ist wie eine Karte, die man aus einem Kartenhaus zieht. Am Ende kollabiert das ganze System“, so Jacques Pir, wissenschaftlicher Mitarbeiter am naturmusée. Die Ursachen sind im Kern bekannt: Wachstum und der dadurch bedingte Ressourcenverbrauch zerstören die Lebensgrundlage der Arten.

„Wir brauchen ein komplettes Umdenken in Gesellschaft und Wirtschaft, wenn wir noch retten wollen, was zu retten ist, so Blanche Weber. In Luxemburg geht es um konkrete Ursachenforschung, so sind vor allem der Landverbrauch mit bis 250 Hektar pro Jahr, der Schutz der landwirtschaftlichen Böden und die Zerschneidungseffekte von Lebensräumen Herausforderungen. Verlangt wird deshalb ein konsequentes Umsetzen des nationalen Pestizidplanes, Umstellung auf Bio-Landwirtschaft und das Schaffen großräumiger Schutzgebiete. So sollten mindestens 30 Prozent der Landesfläche prioritär für Arten- und Biotopschutzprogramme bereit gestellt werden.


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