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„Wir und die Anderen“
Lokales 29.09.2018 Aus unserem online-Archiv

„Wir und die Anderen“

Marie-Christine Ries: "Ich wünsche mir diesen offenen Blick von Jesus für mich selbst und für die Welt, in der wir leben."

„Wir und die Anderen“

Marie-Christine Ries: "Ich wünsche mir diesen offenen Blick von Jesus für mich selbst und für die Welt, in der wir leben."
Foto: cathol.lu
Lokales 29.09.2018 Aus unserem online-Archiv

„Wir und die Anderen“

In ihrem Wegweiser zum 26. Sonntag im Jahreskreis zeigt Marie-Christine Ries wie soziale Kohäsion und Glaube Hand in Hand gehen und sich ergänzen.

Wir und die Anderen, diese Aussage steht am Anfang von Abgrenzung und manchmal sogar von Ausgrenzung. Wir und die Anderen kann auch bedeuten, dass wir doch besser sind, und uns von den anderen distanzieren möchten.


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Wegweiser für die Woche - so nennt  sich eine Rubrik auf wort.lu, die wir jedes Wochenende online stellen. Darin finden Sie einen spirituellen Gedanken, einen wertvollen Wegweiser für die Woche.

Diese Haltung ist zutiefst menschlich, aber deshalb nicht unbedingt immer gut. Diese Haltung wurzelt in der Sorge oder sogar der Angst vor dem Anderen, der anders oder fremd ist. Oder der Auffassung, dass der Andere es nicht verdient hat oder nicht wert ist, dazu zu gehören.

Natürlich gibt es Gruppierungen, von denen ich mich distanziere, aber das erlaubt mir nicht, den Menschen, die zu diesen Gruppierungen gehören, ihr Leben abzusprechen.

Im Evangelium von diesem Sonntag beklagen sich die Jünger, dass Menschen im Namen Jesu Gutes tun, obwohl sie nicht zur Gruppe der Jünger und Jüngerinnen von Jesus gehören. Und sie bitten Jesus, dass er dieses verbietet.

Jesus hindert diese Menschen nicht daran, in seinem Namen Gutes zu tun, er freut sich, dass Gutes geschieht, auch außerhalb der Gruppe der Jünger und Jüngerinnen.

Ich wünsche mir diesen offenen Blick von Jesus für mich selbst und für die Welt, in der wir leben. Statt Abgrenzung und Ausgrenzung würde der offene Blick auf alle Menschen Zusammenhalt schaffen.

Das ist schwer, da es bedeutet, sich mit seinen eigenen Ängsten und Unsicherheiten auseinanderzusetzen. Ich kann das nur, wenn ich mich gehalten weiß in Freundschaften und im Glauben.

Den anderen Menschen mit Offenheit begegnen bedeutet nicht, alles schön zu reden, sondern auch Schwierigkeiten und No-Gos anzusprechen und auszuräumen.

* Die Autorin ist bischöfliche Delegierte beim Service de la Pastorale, verantwortlich für Diakonie.

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.


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