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„Wir suchen weiter nach der Wahrheit“
Lokales 2 Min. 03.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Wir suchen weiter nach der Wahrheit“

Im vergangenen Monat haben sich Entlastungszeugen bei Marc Scheer und Jos Wilmes gemeldet.

„Wir suchen weiter nach der Wahrheit“

Im vergangenen Monat haben sich Entlastungszeugen bei Marc Scheer und Jos Wilmes gemeldet.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 03.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Wir suchen weiter nach der Wahrheit“

Ende Januar fällte die Ratskammer des Appellationshofes eine folgenschwere Entscheidung: Die Beweise reichen aus, es kommt zum „Bommeleeër“-Prozess. Mit dem begleitenden Medienrummel wurden die beiden Beschuldigten Marc Scheer und Jos Wilmes mit einem Schlag ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit katapultiert.

(ham) - Ende Januar fällte die Ratskammer des Appellationshofes eine folgenschwere Entscheidung: Die Beweise reichen aus, es kommt zum „Bommeleeër“-Prozess. Mit dem begleitenden Medienrummel wurden die beiden Beschuldigten Marc Scheer und Jos Wilmes mit einem Schlag ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit katapultiert. Hat sich die Aufregung doch inzwischen wieder etwas gelegt, saßen Wilmes und Scheer im letzten Monat nicht tatenlos herum: „Wir versuchen jede Information, jede Spur mit den bescheidenen Mitteln zu verfolgen, die uns zur Verfügung stehen“, so Jos Wilmes gegenüber dem LW.

Positiv bewertet der Mitangeklagte und Ex-Kollege bei der „Brigade mobile de la Gendarmerie“, Marc Scheer, das Echo nach der Bekanntgabe des Appellationshofes. „Es haben sich in den letzten Tagen und Wochen zahlreiche Zeugen gemeldet, die uns für verschiedene Attentate entlasten können“, so der ehemalige Gendarm. Dabei handele es sich hauptsächlich um Menschen, die den Fall in den Medien verfolgt und die beiden Beschuldigten wiedererkannt haben. „Viele können die Anklage nicht nachvollziehen, da sie uns zu bestimmten Zeitpunkten an anderen Stellen gesehen haben oder bei uns waren“, ergänzt der Angeklagte.

Entlastende Aussagen

So sind Jos Wilmes zufolge nicht wenige Zeugen auch bereit, die Alibis unter Eid zu bestätigen – was teilweise unter notarieller Aufsicht bereits geschehen sei. „Darüberhinaus haben sich auch Menschen mit Informationen gemeldet. Diesen versuchen wir so gut es geht nachzugehen. Auch wenn wir natürlich nicht mehr die gleichen technischen Mittel zur Verfügung haben, können wir uns dabei noch immer auf unsere Erfahrung als Polizisten verlassen“, betont Wilmes.

Eine Arbeit, die beiden nicht nur Ablenkung vom Druck des bevorstehenden Prozesses bietet, sondern auch verschiedene Spuren ans Tageslicht bringt, wie Marc Scheer bestätigt. „Wir werden auch nicht aufhören, nach der Wahrheit zu suchen. Es ist traurig, dass wir unsere Unschuld beweisen müssen. Schließlich ist es in einem Rechtsstaat doch die Justiz, die eine Schuld belegen muss“, erklärt Scheer. „Uns ist auf jeden Fall mehr daran gelegen, die richtige Wahrheit herauszufinden, als Staatsanwalt Robert Biever!“ Auch Jos Wilmes blickt dem Prozess positiv entgegen. Seit fünf Jahren stünden er und Marc Scheer im Fokus der Justiz und der Öffentlichkeit.

„Eine untragbare Situation für uns und unsere Familien. Denn wir sind hundertprozentig unschuldig“, so der Ex-Gendarm. Beide, Wilmes und Scheer, hoffen auf weitere Menschen, die sich in dem Dossier zu Wort melden. „Jede noch so kleine Information, die an uns persönlich oder an unsere Verteidiger Me Gaston Vogel und Me Lydie Lorang herangetragen wird, kann uns auf der Suche nach der Wahrheit weiterhelfen.“