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Winterzeit: Es wird an der Uhr gedreht
Lokales 3 Min. 26.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Winterzeit: Es wird an der Uhr gedreht

Nicht jeder kann die Stunde mehr Schlaf genießen  - der Biorhythmus richtet sich nicht nach der Uhr, sondern unter anderem nach Gewohnheiten und Tageslicht.

Winterzeit: Es wird an der Uhr gedreht

Nicht jeder kann die Stunde mehr Schlaf genießen  - der Biorhythmus richtet sich nicht nach der Uhr, sondern unter anderem nach Gewohnheiten und Tageslicht.
Foto: Lex Kleren
Lokales 3 Min. 26.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Winterzeit: Es wird an der Uhr gedreht

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
In der Nacht auf Sonntag wird die Uhr von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Unklar ist, ob dies auch in Zukunft der Fall sein wird.

So manch einer hatte bereits gehofft, dass dieser Moment nicht mehr stattfinden wird -  die Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit. Zwar gibt es in diese Richtung eine Stunde mehr Schlaf und morgens ist es heller, doch verabschiedet sich die Sonne abends nun noch früher als bislang.

Wie eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS-Ilres im September vergangenen Jahres zeigte, ist die Winterzeit in Luxemburg im Allgemeinen eher unbeliebt. Damals hatte sich eine Mehrheit für deren Abschaffung ausgesprochen. Eine Bürgerbefragung der Europäischen Kommission, die Ende August 2018 zu dem Thema veröffentlicht wurde, hatte die Frage in den Fokus gestellt.

Anscheinend wurde ein Nerv getroffen: 4,6 Millionen Menschen nahmen teil – ein neuer Rekord. Dabei sprachen sich 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Zwar durfte jeder mitmachen, repräsentativ ist die Umfrage dennoch nicht, denn drei Millionen der Wähler sind aus Deutschland. Außerdem entspricht die Gesamtzahl nicht einmal einem Prozent der EU-Bürger.

Suche nach einem Kompromiss

Nach der Abstimmung klang der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker zuversichtlich, dass die Neuerung nun durchgebracht werde: „Millionen haben geantwortet und sind der Auffassung, dass es so sein sollte, dass die Sommerzeit in Zukunft für alle Zeit gilt“. Doch die Prozeduren dazu verlaufen schleppend. Zwar stimmte im EU-Parlament eine breite Mehrheit im März für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021, doch damit wirklich etwas passiert, muss ein Kompromiss zwischen den 28 EU-Staaten gefunden werden. Daran arbeiten diese nun.


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Ende Oktober 2018 hatten sich auf einem informellen Treffen der Verkehrsminister, die für das Thema zuständig sind, lediglich drei Staaten, nämlich Portugal, Griechenland und Großbritannien gegen eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Ein erneutes Treffen dieser Minister ist am 2. Dezember in Brüssel anberaumt.

Weitere Details gibt es bislang jedoch nicht. „Eine Einigung über die Abschaffung der Zeitumstellung kann nur erreicht werden, wenn eine kohärente Karte der Zeitzonen innerhalb der Europäischen Union in ihrer jetzigen Form beibehalten werden kann“, heißt es von offizieller Stelle. Luxemburg sei in engem Kontakt mit den Benelux-Staaten, um eine gemeinsame Position auszuarbeiten. Übereinstimmung herrscht darin, dass der europäische Binnenmarkt nicht durch unterschiedliche Zeitzonen behindert werden darf.

Drei Zeitzonen in Mitteleuropa


19.6.2018 Luxembourg, ville, Zeitumstellung von Sommerzeit auf Winterzeit, eine Stunde zurücksetzen, von 3Uhr auf 2 Uhr stellen photo Anouk Antony
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Mitteleuropa liegt in drei unterschiedlichen Zeitzonen. 17 Länder der EU befinden sich in der Mitteleuropäischen Zeitzone, die sich von Polen bis Spanien erstreckt. Andere Länder, wie etwa Griechenland, sind eine Stunde voraus, andere, wie Portugal, sind eine zurück.

Bislang konnte noch kein Zeitpunkt bestimmt werden, wann eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Am Ende wird wohl noch einige Zeit ins Land ziehen, bis nicht mehr halbjährig an der Uhr gedreht wird – oder aber die ganze Diskussion getrost vergessen werden kann.




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