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Winterreifen: Wechseln oder warten?
Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, sollte man sich dran machen, an die Winterreifen zu denken.

Winterreifen: Wechseln oder warten?

Foto: Lex Kleren
Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, sollte man sich dran machen, an die Winterreifen zu denken.
Lokales 2 3 Min. 13.10.2015

Winterreifen: Wechseln oder warten?

Der Winter kommt langsam aber sicher. Einige Autofahrer mussten an diesem Dienstagmorgen bereits kratzen. Was man vor dem Aufziehen der Winterreifen beachten sollte, erklärt Automechaniker Martin Fisch in unserem Video.

(dho) - Draußen wird es kälter, die Straßen werden schmierig, die Bäume verlieren ihre Blätter. Jedes Jahr stellen sich viele Autofahrer zu dieser Zeit die Frage: „Wann soll ich die Winterreifen aufziehen lassen und welche Wahl soll ich treffen?“ In vielen Autowerkstätten wird jetzt schon daran erinnert, dass die Kunden frühzeitig vorbei kommen sollten, um sich lange Wartezeiten zu ersparen.

Ist der Reifenwechsel erledigt, kann man vom 15. Oktober bis zum 17. November während der Zeit der Informationskampagne der „Sécurité routière“ in allen Werkstätten des Landes, bei den Kontrollstationen in Sandweiler, Esch/Alzette und Wilwerwiltz sowie beim Automobile-Club kostenfrei Reifen und Beleuchtung überprüfen lassen.

Bereifung: Darauf kommt es an

Seit April 2008 müssen laut Gesetz alle vier Räder an Personenkraftwagen oder Lieferwagen mit der gleichen Reifenart bestückt sein. Das heißt, entweder Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen. Darüber hinaus müssen sie die gleiche Struktur haben – es müssen entweder Radial- oder Diagonalreifen sein. Wobei Diagonalreifen eher beim Rennfahren genutzt werden.

Seit Oktober 2012 besteht in Luxemburg Winterreifenpflicht, wenn es die Straßenverhältnisse erfordern, z. B. bei Glatteis, Schnee oder Schneematsch. Dies bedeutet aber nicht, dass ohne Winterreifen nicht gefahren werden darf. Nur eben dann nicht, wenn es die Straßenverhältnisse und die Temperaturen nicht zulassen.

Ein All-Weather-Reifen wird nie so gut sein wie ein Winterreifen im Winter oder ein Sommerreifen im Sommer“

Martin Fisch, Fahrzeugmechaniker.

Für Autofahrer, die in der Regel nur wenige Kilometer zurückzulegen haben, können auch Ganzjahresreifen eine Alternative sein. „Es handelt sich dabei immer um einen Kompromiss. Der Reifen wird nie so gut sein wie ein reiner Winterreifen im Winter oder ein Sommerreifen im Sommer“, erklärt Martin Fisch, Fahrzeugmechaniker.

Die sogenannte „All-Weather“-Reifen sind aber auch bei Schlechtwetter vom Gesetzgeber zugelassen. Reine Winterreifen müssen mit der Aufschrift M.S., M+S oder M&S an der Reifenflanke versehen sein, was für „Matsch und Schnee“ steht. „Dieses Symbol ist jedoch keine Garantie für einen guten Winterreifen“, so Martin Fisch. „Jeder darf das Symbol auf den Reifen drucken. Es ist nämlich nicht geschützt.“

Wie erkennt man dann einen guten Winterreifen? „Einen guten Winterreifen erkennt man an dem Schneeflockensymbol, ebenfalls an der Reifenflanke“, so der Experte. Das alpine Symbol bildet eine Bergspitze mit einer Schneeflocke ab und zeigt, dass der Reifen auf Wintertauglichkeit geprüft ist.

Außerdem sollten die Reifen nicht zu alt sein, um die nötige Sicherheit zu garantieren. Denn mit dem Alter wird der Gummi härter, wodurch die Straßenhaftung nachlässt. Selbst wenn der Reifen nicht benutzt wird, verschlechtert sich mit der Zeit seine Qualität. Deshalb sollte ein Maximalalter von sechs Jahren nicht überschritten werden. Das Herstellungsdatum zeigt die vierstellige Zahl hinter der Kennzeichnung Dot auf den Reifenflanken (z. B. 1815 = 18. Woche 2015).

Die „Sécurité Routière“ rät bei den Winter- und Allwetterreifen zu einer Mindestprofiltiefe von vier Millimetern. Gesetzlich zulässig ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.

Für das Fahrzeugverhalten spielt auch der Reifendruck eine Rolle. Er sollte in kaltem Zustand mindestens einmal im Monat, und vor jeder längeren Fahrt kontrolliert werden.

Wer bei Schnee, Eis und Reif nicht vorschriftsmäßig mit den richtigen Reifen ausgestattet fährt, der muss mit einem Bußgeld von 74 Euro rechnen. Bei einem Unfall wird es darüber hinaus Probleme mit der Versicherung geben.

Sehen und gesehen werden

Nachdem man sich über die passende Bereifung informiert hat, sollte man sich auch Gedanken über die schlechteren Sichtverhältnisse im Herbst und im Winter machen. Oft ist es nass und nebelig, die Nächte sind lang. Um bei Schlechtwetter und Dunkelheit ausreichend zu sehen und gesehen zu werden, sollen die Autoscheinwerfer sauber sein und die Wischblätter dürfen nicht schmieren. Besonders von der tief stehenden Herbstsonne kann man schnell geblendet werden, wenn die Frontscheibe verschmiert ist.

Während der Informations- und Präventionskampagne der „Sécurité Routière“ wird bei fehlerhafter oder schlechter Beleuchtung eine mündliche Verwarnung sowie eine Vorladung aufs Polizeikommissariat erteilt. So soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, den Mangel binnen drei Tagen zu beheben, um gut gerüstet und sicher durch die kältere Jahreszeit zu kommen.

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