Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Winteraktion für Obdachlose 2014 - 2015: "Niemand soll draußen erfrieren"
Lokales 3 Min. 29.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Winteraktion für Obdachlose 2014 - 2015: "Niemand soll draußen erfrieren"

Die Vorbereitungen für die kommende Winteraktion sind getroffen. In einem von LuxAirport in Findel zur Verfügung gestellten Gebäude stehen 200 Betten bereit.

Winteraktion für Obdachlose 2014 - 2015: "Niemand soll draußen erfrieren"

Die Vorbereitungen für die kommende Winteraktion sind getroffen. In einem von LuxAirport in Findel zur Verfügung gestellten Gebäude stehen 200 Betten bereit.
Foto: Caritas
Lokales 3 Min. 29.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Winteraktion für Obdachlose 2014 - 2015: "Niemand soll draußen erfrieren"

Seit dem Winter 2001/2002 organisiert das Familienministerium in Zusammenarbeit mit etlichen Partnern die sogenannte Winteraktion. Diverse Hilfsmaßnahmen sollen verhindern, dass Menschen bei Eiseskälte im Freien übernachten.

(rr) - Seit dem Winter 2001/2002 organisiert das Familienministerium in Zusammenarbeit mit etlichen Partnern die sogenannte Winteraktion. Diverse Hilfsmaßnahmen sollen verhindern, dass Menschen draußen erfrieren.

Die Winteraktion dauert in der Regel vom 1. Dezember bis zum 31. März, es sei denn, die niedrigen Temperaturen herrschen auch noch im April vor. Partner der vom Familienministerium organisierten Aktion, die neben den ganzjährig geöffneten Einrichtungen funktioniert, sind das Außen-, das Gesundheits- und das Transportministerium, LuxAirport, das „Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration“, die Stadt Luxemburg, die Stadt Esch/Alzette, die Polizei, die Feuerwehr, die Krankenhäuser, das Luxemburger Rote Kreuz, die Caritas, das „Comité national de défense sociale“, die „Stëmm vun der Strooss“, die „Jugend- an Drogenhëllef“ sowie „Femmes en détresse“. Die Koordination obliegt „Inter-Actions“. Sowohl offizielle Instanzen als auch soziale Dienste sind beteiligt.

Nicht nur ein Bett für die Nacht

Bei der Winteraktion 2013-2014 wurden insgesamt 13.204 Übernachtungen verzeichnet. Von den Nutznießern stammten 60 Prozent aus EU-Mitgliedsländern, 33 Prozent aus Nicht-EU-Ländern, sieben Prozent aus Luxemburg. 92 Prozent waren Männer, acht Prozent Frauen.

Was die Altersstruktur der Obdachlosen anbelangt, so waren die 26- bis 45-Jährigen mit 63 Prozent am häufigsten vertreten. Auffallend ist auch der relativ hohe Anteil der 18- bis 25-Jährigen mit zwölf Prozent. Unter den Hilfesuchenden waren ebenfalls Minderjährige (ein Prozent).

„Die bestehenden Strukturen reichen nicht, um den Obdachlosen im Winter ein Bett für die Nacht zur Verfügung zu stellen. Im Winter sind zusätzliche Maßnahmen notwendig. Allen Beteiligten geht es darum, zu verhindern, dass draußen jemand erfriert“, sagt Albert Dondelinger, Generalsekretär von „Caritas – Accueil et solidarité“.

Und: „Im Winter kann jeder Obdachlose in Luxemburg ein Dach über dem Kopf finden. Manche Leute wollen keine Unterbringung in einer Einrichtung, die Möglichkeit ist jedoch für jeden, der dazu bereit ist, gegeben.“

Auch in diesem Jahr stehen 200 Betten in einem von LuxAirport zur Verfügung gestellten Gebäude in Findel zur Verfügung. Nachdem die Obdachlosen die Nacht dort verbracht haben, erhalten sie ein Frühstück. „Caritas – Accueil et solidarité“ obliegt die Absicherung der Grundbedürfnisse während der Winteraktion in Findel. Hier sind Erziehungspersonal, Reinigungsfachkräfte und Sicherheitsleute im Einsatz. In diesem Jahr soll auch zum ersten Mal auf freiwillige Mitarbeiter zurückgegriffen werden. Die Caritas sichert morgens und abends die Mahlzeiten, die von ihrem Centre Ulysse vorbereitet werden. Ebenso bereitet die Caritas mit ihrem „Eilerenger Wäschbur“ die Bettwäsche auf.

Ab 12 Uhr sind die Männer und Frauen dann im Tagesfoyer des Roten Kreuzes willkommen, wo ihnen das Mittagessen serviert wird und sie bis 17 Uhr bleiben können. Viele von ihnen verbringen den Nachmittag auch im Foyer Ulysse. In den Tagesfoyers stehen den Interessierten Gesellschaftsspiele und ein Fernseher zum Zeitvertreib zur Verfügung, Aktivitäten werden nicht angeboten.

Gute Zusammenarbeit aller Partner

„Durchschnittlich 120 Personen nahmen bei der letzten Aktion täglich dieses zusätzliche Hilfsangebot an, wir hatten aber auch an einem Tag einen Spitzenwert von 180 Personen. Diese Anzahl an Obdachlosen wird auch dieses Jahr erwartet“, erklärt Albert Dondelinger, der auf die breite Basis an Hilfsmaßnahmen und die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Partner hinweist. Ihnen allen gebühre Dank und Anerkennung. Betreffend die Obdachlosen sagt er: „Niemand wählt freiwillig ein Leben in Armut und Wohnungslosigkeit!“

Zu den Partnern der Winteraktion zählt auch die „Stëmm vun der Strooss“. Sie bietet den Obdachlosen zwei Dienstleistungen an: Montagmorgens können sie ihre Wäsche in ihren Einrichtungen abgeben, wo sie dann gratis gewaschen und gebügelt wird. Mittwochs können sie unter anderem die medizinische Sprechstunde in Anspruch nehmen.

„Wir verzeichnen keinen größeren Besucherzustrom während dieser Zeit“, sagt die Direktionsbeauftragte Alexandra Oxacelay. "Wir sehen aber regelmäßig viele neue Gesichter in unseren Einrichtungen: Menschen, die unsere Sprachen nicht sprechen und Menschen, die keine Rechte haben“.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein Monat "Wanteraktioun": Warmes Bett für kalte Nächte
Seit einem Monat läuft die "Wanteraktioun" für Obdachlose. Ein Trend scheint sich bereits jetzt abzuzeichnen: Mehr Menschen denn je nutzen das Schlafangebot in Findel. Und auch im Tagesfoyer steigt die Zahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr.
Winteraktion -  Centre d’accueil de nuit - Findel -  Photo : Pierre Matgé