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Winteraktion 2016-2017 beginnt am Donnerstag: Mehr als ein warmes Mittagessen
Das Nachtfoyer in Findel ist bereit für die ersten Besucher.

Winteraktion 2016-2017 beginnt am Donnerstag: Mehr als ein warmes Mittagessen

Foto: Pierre Matgé
Das Nachtfoyer in Findel ist bereit für die ersten Besucher.
Lokales 13 2 Min. 29.11.2016

Winteraktion 2016-2017 beginnt am Donnerstag: Mehr als ein warmes Mittagessen

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Am Donnerstag beginnt die sogenannte Winteraktion. Vor 15 Jahren war sie von der Regierung initiiert worden, damit Obdachlose im Winter nicht erfrieren.

(rr) - Noch ist es ruhig im Tagesfoyer in Bonneweg und im Nachtfoyer in Findel. Ab Donnerstag werden hier zahlreiche Menschen erwartet, die Schutz vor der winterlichen Kälte suchen. 

Seit 15 Jahren organisiert das Familienministerium in Zusammenarbeit mit etlichen Partnern die sogenannte Winteraktion für Obdachlose. Die Hilfsmaßnahmen, die bis zum 31. März wieder angeboten werden, sollen verhindern, dass Menschen draußen erfrieren.

„Menschen aus schwierigen Lebenslagen wollen wir es hier so schön wie möglich machen“, sagt Sandy Neu. Die Koordinatorin des Tagesfoyers in Bonneweg weist auch sofort darauf hin, dass die Besucher am ersten Tag zur Begrüßung ein Glas Glühwein ohne Alkohol erhalten werden. Weihnachten soll ebenfalls mit ihnen gefeiert werden.

Bestens gerüstet

Für den Ansturm, der wegen der Minustemperaturen in den vergangenen Nächten erwartet wird, ist alles bereit. Tische, Bänke, Stühle, Sofas und Sessel sind aufgestellt, Teller, Tassen, Gläser und Besteck gespült.
 Erzieher, Ehrenamtliche und 
Sicherheitsbeamte sind in ihren jeweiligen Arbeitsbereich eingewiesen worden.

Das „Centre d'accueil“ auf 22, Dernier Sol in Bonneweg wird täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet sein. Neben einem warmen Mittagessen werden die Obdachlosen hier über die verschiedenen Dienstleistungen der Winteraktion informiert und eventuell an spezialisierte Dienststellen weiter orientiert.

Auch für Beschäftigung ist gesorgt: Zur Verfügung stehen Bücher, Zeitungen, Spiele, Musik und ein Fernseher. Außerdem werden punktuell Aktivitäten organisiert.

Zwei Mal pro Woche wird ein Bereitschaftsdienst mit ehrenamtlichen Krankenpflegern angeboten, die kleine Wehwehchen behandeln. Einmal wöchentlich ist ein Arzt präsent.

Laut Sandy Neu, Koordinatorin vor Ort, ist jedermann willkommen, ganz gleich welcher Nationalität, Religion oder Ethnie.

Einschreiben ist Pflicht

Das Nachtfoyer in Findel ist ab 19 Uhr geöffnet. Übernachten darf hier nur, wer sich im Tagesfoyer eingeschrieben oder sich nach 23 Uhr bei der Polizei gemeldet hat. Ein Bus bringt die Obdachlosen nach Findel. Hier können die Bedürftigen duschen, bekommen abends eine Suppe und ein belegtes Brötchen, morgens ein Frühstück.

Laut Andreas Vogt, Direktor von „Caritas Accueil et Solidarité“, stehen genügend Betten – 150 an der Zahl – zur Verfügung. Aus Platzmangel abgewiesen werden, musste bislang noch niemand.

Der Blick auf die Zahlen der Winteraktion 2015 - 2016 zeigt, dass das Interesse am Angebot eher durchschnittlich war. Insgesamt wurden von Dezember 2015 bis Ende März 2016 tagsüber 18 469 Personen, nachts 9 849  Personen gezählt. Zurückzuführen ist dies auf die recht milden Temperaturen im vergangenen Winter.


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