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Windstärken über 85 km/h: Sturm hielt Einsatzkräfte in Atem
Lokales 11 1 2 Min. 31.03.2015

Windstärken über 85 km/h: Sturm hielt Einsatzkräfte in Atem

Lokales 11 1 2 Min. 31.03.2015

Windstärken über 85 km/h: Sturm hielt Einsatzkräfte in Atem

Heftige Windböen hielten am Dienstagmorgen die Rettungsdienste auf Trab. In Deutschland starb ein Mann, als eine Betonmauer auf ihn stürzte. Bis zum Mittwochmorgen weht es kräftig weiter. Dazu Strömungsfilm im Video.

(TJ/dpa) - Es war in der Nacht zum Dienstag bereits recht windig gewesen. In den frühen Morgenstunden des Dienstags frischte der Wind dann weiter auf und erreichte zum Teil Sturmstärke. 

Bis 7.00 Uhr sprach man in der Zentrale der Rettungsdienste dennoch von einer "verhältnismäßig ruhigen Nacht".

Mit Tagesanbruch sollte sich die Lage dann ändern. Der Sturm nahm an Stärke zu und entwurzelte vielerorts Bäume. "Zwischen 7.00 und 9.00 Uhr gingen 38 Anrufe wegen umgeknickter Bäume bei uns ein", so ein Mitarbeiter der Verwaltung der Rettungsdienste. Bis 11.00 Uhr sollten noch weitere fünf Einsätze folgen. Danach habe die Lage sich wieder entspannt. 

Am Abend meldete die Feuerwehr von Luxemburg-Stadt 16 Einsätze. In Bonneweg mussten die Einsatzkräfte ein Baugerüst, das umzustürzen drohte, an einem Haus sichern. Zudem mussten sie Bäume, die umgefallen waren, aus dem Weg räumen. In zwei Fällen begruben sie Autos unter sich.

Dort, wo Bäume die Straßen blockierten, mussten die Feuerwehren mit Motorsägen  ausrücken, um die Fahrbahn wieder freizubekommen.

Wie die Einsatzzentrale gegenüber wort.lu bestätigte, gingen die Anrufe in mehreren Schüben in der Leitstelle ein: "Mehrmals hatte man das Gefühl, der Wind habe sich beruhigt, dann kamen auf einmal wieder einige Meldungen miteinander".

In Esch/Alzette mussten die Helfer gegen 9.00 Uhr einen Beleuchtungsmasten in der Route de Luxembourg abmontieren. Ein Baum hatte infolge des Sturms den Leuchtkörper beschädigt, so dass dieser auf die Fahrbahn herabzufallen drohte. Die Straße musste kurzzeitig gesperrt werden.

Spitze in der Mittagsstunde blieb aus

Die stärksten Böen waren für die Mittagsstunde angekündigt worden. Doch es sollte anders kommen: Ab 11.00 Uhr beruhigte sich die Lage. Die Wetterdienste zogen ihre Warnungen zurück und nach und nach gingen die Windstärken  zurück. Nach 12.00 Uhr gingen nur mehr drei Anrufe wegen des Sturms bei der Rettungszentrale ein.

Nach Angaben des Wetterdienstes auf dem Findel werden im Laufe des Nachmittags Regenschauer erwartet. Einzelne Unwetter sind nicht auszuschließen. In der zweiten Nachthälfte bleibt es trocken. Die Windgeschwindigkeiten erreichen bis Mittwochmorgen 55 bis 85 Stundenkilometer.

Wie der Sturm sich weiter entwickeln wird, zeigt diese Animation des Deutschen Wetterdienstes:

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Drei Tote in Deutschland

Ausnahmezustand an Bahnhöfen, Orkan-Chaos auf den Straßen und mehrere Tote: Mit Böen von bis zu 192 Stundenkilometern ist Orkantief „Niklas“ quer über Deutschland gefegt. Im rheinland-pfälzischen Montabaur starben am Dienstag zwei Männer, als ein Baum auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei krachte. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann von einer Mauer erschlagen. Auch in Österreich gab es einen Unwettertoten.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen stand der Nahverkehr vorübergehend still. In Bayern fuhren keine Fernzüge mehr. Der Münchner Hauptbahnhof musste geschlossen werden. „Niklas“ sollte in der Nacht über den Nordosten abziehen.

Bundesweit waren Polizisten und Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Häuser wurden beschädigt, der Wind riss Stromleitungen herunter. Mehrere Menschen wurden verletzt. Probleme meldete Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main. Bereits seit dem Morgen kam es zu Verspätungen, am frühen Abend sprach der Betreiber Fraport von 170 ausgefallenen Starts und Landungen.

Im österreichischen Mauthausen starb ein Mann, der während des Sturms seine Terrassenüberdachung sichern wollte. Dabei stürzte er von der Leiter und zog sich tödliche Kopfverletzungen zu, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.


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