Windspitzen von 102 km/h in Eschdorf: Mit einem blauen Auge davongekommen
Mit schweren Böen und heftigem Regen ist Sturmtief „Friederike“ in Teilen Europas angekommen.

Windspitzen von 102 km/h in Eschdorf: Mit einem blauen Auge davongekommen

Foto: AFP
Mit schweren Böen und heftigem Regen ist Sturmtief „Friederike“ in Teilen Europas angekommen.
Lokales 10 3 Min.18.01.2018

Windspitzen von 102 km/h in Eschdorf: Mit einem blauen Auge davongekommen

Roland Arens
Roland Arens

Sturmtief Friederike hat Luxemburg im Gegensatz zum benachbarten Ausland weitgehend verschont. Aus den Niederlanden und Belgien werden drei Tote gemeldet, am Nachmittag stellt die Deutsche Bundesbahn den Fernverkehr landesweit ein.

(rar/str/dpa) - Heftige Windböen haben am Donnerstagvormittag Luxemburg überquert und dabei zahlreiche Bäume umgeräumt. Am frühen Nachmittag begann sich die Lage aber bereits wieder zu beruhigen.

Dem Messnetzwerk Agrilux zufolge wurden die stärksten Böen gegen 11 Uhr am Vormittag gemessen. Spitzenreiter ist die Station in Eschdorf mit 102 km/h, gefolgt von Useldingen mit 97 km/h, Reuler mit 91 km/h und Waldbillig mit 88 km/h.

In der Hauptstadt und in Remich wurden gegen Mittag Höchstwerte von 72 km/h, in Oberkorn 75 km/h gemessen.

Die Zentrale der Rettungsdienste meldet insgesamt 34 Einsätze weil Bäume umgestürzt waren oder den Verkehr behinderten. Zudem, wurde ein Hausdach beschädigt. Alles in allem gingen 57 Anrufe in Zusammenhang mit dem Sturm ein.

Der Navigationsdienst hat den Hochwassermeldedienst wegen steigender Pegel an der Mosel aktiviert

Zwei Tote in den Niederlanden

Friederike hat in den Niederlanden zwei Menschenleben gekostet. In der Ortschaft Olst im Osten des Landes sei ein 62-jähriger Mann von einem abgebrochen Ast erschlagen worden, teilte die Polizei mit. In Enschede nahe der deutschen Grenze starb nach Polizeiangaben ein Autofahrer, nachdem ein Baum auf das Auto gefallen war.

Brüssel: Frau von Baum erschlagen

In Brüssel ist eine Autofahrerin von einem umfallenden Baum erschlagen worden. Sie war in ihrem Fahrzeug auf einer Straße durch einen Wald südöstlich der belgischen Hauptstadt unterwegs, wie die Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag meldete.

Wegen heftiger Winde wurde zudem der Betrieb im Hafen von Gent am Donnerstagmorgen eingestellt. Betroffen seien etwa zehn Schiffe. Die Zugbrücke von Zelzate am Kanal von Gent zur Küste blieb laut Belga ebenfalls geschlossen, so dass Hochseeschiffe nicht passieren konnten.

Auch in Deutschland vier Tote

Die Zahl der Todesopfer des Orkantiefs „Friederike“ ist im Laufe des Tages in Deutschland auf vier gestiegen, davon drei in Nordrhein-Westfalen. Eines der Todesopfer war ein Feuerwehrmann. Das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr sei bei einem Sturmeinsatz im sauerländischen Sundern ums Leben gekommen. Auch in Thüringen war ein Feuerwehrmann im Orkan gestorben.

Zuvor waren in NRW bereits ein Lkw-Fahrer in Lippstadt und ein Mann auf einem Campingplatz in Emmerich im Sturm getötet worden.


Am 15.30 Uhr wurde der Fernverkehr in Deutschland eingestellt.
Am 15.30 Uhr wurde der Fernverkehr in Deutschland eingestellt.
AFP

Bahnverkehr eingestellt

Die Deutsche Bundesbahn stellt den Fernverkehr gegen 15.30 Uhr bundesweit ein. Züge, die noch unterwegs waren, sollten aber soweit möglich bis zum Ziel fahren, sagte ein Bahnsprecher.

Harzgebirge von Außenwelt abgeschnitten

Der Oberharz ist wegen der Auswirkungen von Orkantief „Friederike“ seit Donnerstagnachmittag weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen zahlreicher umgekippter Bäume seien alle Zufahrtsstraßen gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung Goslar. Auch viele andere Straßen im Kreisgebiet seien unpassierbar. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Lage als chaotisch. Es stürzten nach wie vor in großer Zahl Bäume auf die Fahrbahnen. Trotz zahlreicher Verkehrsunfälle sei bisher niemand verletzt worden.  

Amsterdam: 260 Flüge annulliert

Wegen des heftigen Sturms ist in den Niederlanden der Flug- und Zugverkehr zeitweilig eingestellt worden. Vom Amsterdamer Flughafen Schiphol könnten nur vereinzelte Maschinen abfliegen, teilte der Flughafen am Donnerstag mit. Bereits am Vormittag waren 260 Flüge annulliert worden. Der Betrieb sollte am frühen Nachmittag wieder gestartet werden.

Auch die Bahn meldete Chaos. Durch den Wind würden Objekte und Bäume auf die Gleise und Züge geblasen, begründete die niederländische Bahn am Donnerstag die Einstellung des Verkehrs. Auch verschiedene Bahnhöfe waren vom Sturm beschädigt worden.



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