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Windpark Dalheim bekommt plötzlich Auftrieb
Windräder bei Mompach: Sie werden demnächst abgebaut und durch eine einzige, leistungsfähige Anlage ersetzt.

Windpark Dalheim bekommt plötzlich Auftrieb

Foto: Volker Bingenheimer
Windräder bei Mompach: Sie werden demnächst abgebaut und durch eine einzige, leistungsfähige Anlage ersetzt.
Lokales 2 Min. 12.04.2019

Windpark Dalheim bekommt plötzlich Auftrieb

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Eigentlich sind die Plateaus über den Flusstälern im Luxemburger Osten nicht die erste Wahl für Windräder – dort bläst der Wind nicht ganz so kräftig und gleichmäßig wie zum Beispiel auf den Öslinger Koppen. Die technische Entwicklung macht jedoch auch dort Windkraft rentabel. Das Energieunternehmen Soler plant zwei neue Windparks in Dalheim und auf dem Gebiet von Flaxweiler und Wormeldingen.

Für die Anwohner von Dalheim war er nicht zu übersehen: Ein 120 Meter hoher Mast, mit dem Soler ein Jahr lang Windmes-sungen durchgeführt hat. Vor zwei Wochen wurde das Gerät wieder abgebaut. Die Messdaten liegen Soler, ein Gemeinschaftsunternehmen von Enovos und der Société électrique de l'Our, jetzt vor. Was noch fehlt, sind sogenannte mesoskalische Daten über die kleinräumige Luftzirkulation am Standort des geplanten Windparks bei Dalheim.

„Das Projekt hat schon einen langen Bart“, gibt Paul Zeimet zu. Der Administrateur délégué von Soler verweist darauf, dass der Windpark schon vor Jahren hätte gebaut werden sollen. In die Quere kamen dem Unternehmen Befürchtungen, die Windräder könnte die Radarstation des acht Kilometer entfernten Flughafens Findel beeinträchtigen. Diese Vorbehalte sind laut Soler ausgeräumt – negative Auswirkungen ließen sich nicht bestätigen.

Die Windverhältnisse im Luxemburger Osten sind zwar nicht ideal, mit neuer Technik aber rentabel zu nutzen.
Die Windverhältnisse im Luxemburger Osten sind zwar nicht ideal, mit neuer Technik aber rentabel zu nutzen.
Foto: Volker Bingenheimer

Der nächste Schritt ist die Umweltverträglichkeitsprüfung, bei der unter anderem Gefahren für größere Vögel wie Störche oder Rotmilane sowie für Fledermäuse oder mögliche Störungen wie Schattenwurf oder Geräuschbelästigung abgeprüft werden. „Es hängt jetzt an den Genehmigungen“, sagt Projektleiter Guy Uhres. In zwei bis drei Monaten sollen die zusätzlichen Studien abgeschlossen sein.

Immer höher und leistungsfähiger

Genaue Aussage zur Größe und Leistung der geplanten Anlagen machte Soler nicht. Ursprünglich wollte die Gesellschaft bei Dalheim acht Windräder installieren, jetzt geht man von vier oder fünf aus.

„Die am Markt erhältlichen Windräder sind mit den Jahren immer höher und leistungsfähiger geworden. Wenn wir jetzt weniger Räder installieren, trägt das zu einer Entlastung des Landschaftsbilds bei“, sagt Paul Zeimet.

Den Aussagen von Soler zufolge sind die Ergebnisse der Windmessungen und die übrigen Studien positiv. „Es gibt nichts, das zeigt, dass ein Windpark bei Dalheim nicht möglich wäre“, sagt Guy Uhres.


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Weil der Windpark schon seit einer ganzen Reihe von Jahren in Planung ist, könnte es nach der Genehmigung ganz schnell gehen. Für die Standflächen der Windräder hat Soler bereits die unterschriebenen Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern in der Tasche.

Demnächst Windmessungen

Noch nicht so weit fortgeschritten ist ein zweiter geplanter Windpark auf dem Gebiet der Gemeinden Flaxweiler und Wormeldingen. Auch hier soll der Wind auf dem Plateau über dem Moseltal geerntet werden. Soler wird im Laufe dieses Jahres Windmessungen vornehmen. Entweder vor oder kurz nach den Sommerferien will die Gesellschaft mit den Gemeinden die Bevölkerung auf einer Infoversammlung über die Pläne ins Bild setzen.

Erneuerung ist auch für Luxemburgs älteste Windkraftanlagen aus dem Jahr 1996 angesagt, die auf dem Pafebierg zwischen Mompach und Herborn stehen. Die vier Windräder haben die für heutige Verhältnisse bescheidene Leistung von zusammen 2 000 Kilowatt. Sie werden durch ein einziges 193 Meter hohes Windrad von 6 000 Kilowatt Leistung ersetzt. Gleich vier moderne Windräder dorthin zu setzen, das sei aufgrund der rechtlichen Vorgaben nicht möglich, sagt Paul Zeimet.


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