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Wiltz: Nikolaus mit Heldenstatus
Lokales 11 2 Min. 01.12.2019

Wiltz: Nikolaus mit Heldenstatus

Dem Kleeschen flogen am Sonntag wieder einmal in Wiltz die Herzen der Kinder zu.

Wiltz: Nikolaus mit Heldenstatus

Dem Kleeschen flogen am Sonntag wieder einmal in Wiltz die Herzen der Kinder zu.
Foto: John Lamberty
Lokales 11 2 Min. 01.12.2019

Wiltz: Nikolaus mit Heldenstatus

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Am Sonntag erinnerte man sich vor Ort zum 75. Mal an den American St-Nick.

Hollywood wusste es schon immer: Echte Legenden sterben nicht ... Auch 75 Jahre nach seinem unvergesslichen Auftritt und ein Jahr nach seinem Ableben am 11. Oktober 2018 ist der als American St-Nick bekannt gewordene Richard W. Brookins in Wiltz so lebendig wie eh und je.

Im bitteren Kriegswinter 1944 war Brookins als damaliger US-Soldat auf Drängen seines Kompaniekameraden Harry Stutz im Wiltzer Schlosshof kurzerhand in die Rolle des Kleeschen geschlüpft, um den Kindern des unlängst zuvor befreiten Ardennenstädtchens eine Freude zu bereiten, dies mit Süßigkeiten, die die Soldaten der 28th Infantry Division eigens aus ihren Care-Paketen für Weihnachten abgetreten hatten.

Bis heute unvergessen

Ein Moment der Menschlichkeit inmitten des Krieges, der in der Folge unvergessen blieb und vor genau 70 Jahren in die Gründung des Oeuvre St-Nicolas Wooltz mündete, das seither alljährlich den Nikolaus vor Ort empfängt und dabei zugleich die Erinnerung an dessen einzigartigen Einzug im Jahre 1944 bewahrt.


american St. Nick in Luxembourg,Kleesschen zu Woltz,Dick Brookins.Foto:Gerry Huberty
American St-Nick stirbt im Alter von 96 Jahren
Richard W. Brookins ist in der Nacht zum Freitag verstorben. Der als American St-Nick bekannte US-Veteran war 1944 für Kinder in Wiltz in die Rolle des Nikolaus geschlüpft.

So auch erneut am Wochenende, wobei über dem diesjährigem Besuch des Kleeschens angesichts der runden Jubiläumszahlen aber ein ganz besonderer Zauber lag.

Doppelter Grund zum Feiern

Immerhin hatten es sich die Gemeinde Wiltz, das lokale Nakloswierk und das Musée sur la bataille des Ardennes am Samstag nicht nehmen lassen, ihrem American St-Nick im Beisein von dessen Sohn David, seiner Tochter Carol sowie zahlreicher weiterer Familienmitglieder gleich zwei Gedenk- und Informationstafeln zu widmen, die das Andenken an Richard W. Brookins fortan noch tiefer im kollektiven Gedächtnis der Ortschaft verankern sollen.

Zugleich stellten der US-Autor Peter Lion und der Wiltzer Lokalhistoriker Emile Lutgen zwei neue Bücher zum 75. Jahrestag des amerikanischen Kleeschen-Auftritts sowie zum 70. Geburtstag des Oeuvre St-Nicolas Wooltz vor.

Geschenke aus Amerika

Mit Geschenken im Gepäck waren aber auch die sichtlich berührten Angehörigen von Richard W. Brookins angereist. So überreichte David Brookins dem Wiltzer Ardennenschlachtmuseum einen Gürtel, den sein Vater während seines Kriegsaufenthalts in Wiltz vor 75 Jahren offenbar bei der lokalen Ideal-Lederfabrik erworben hatte, sowie jenen Brief mit dem der Wiltzer Jeanly Schweig ihn 1977 – nach eingehenden Recherchen – erstmals zum festlichen Nikolaus-Umzug zurück in das Ardennenstädtchen eingeladen hatte.


Der Gastbeitrag von Joel Fox in der "Washington Post". Der Mann in der Mitte auf dem Bild ist der Vater des Artikelschreibers, Harry L. Fox.
Luxemburg in der "Washington Post": "So gut wurde ich behandelt"
In einem Beitrag für die "Washington Post" beschreibt der Sohn eines amerikanischen Veterans aus dem Zweiten Weltkrieg, wie er in Wiltz empfangen wurde. 

Am Sonntag nahm der Kleeschen die Bescherung dann bei seinem traditionellen Besuch in Wiltz aber selbst die Hand, wobei ihm in Erwartung einer prall gefüllten Tiitchen erneut zahllose strahlende Kinderaugen anblickten: Kein Zweifel, der Mythos lebt!


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Im Ardennenschlachtmuseum in Wiltz erinnert seit einigen Jahren auch ein eindrucksvolles Diorama an den Kleeschenauftritt von 1944.
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