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Wiederaufforstung in Bürden
Lokales 2 Min. 23.11.2021
Zartes Pflänzchen

Wiederaufforstung in Bürden

Um die Pflanzungen vor Wildtieren zu schützen, werden sie durch Gatter geschützt. Es muss regelmäßig kontrolliert werden, ob keine Tiere in den Gattern gefangen sind.
Zartes Pflänzchen

Wiederaufforstung in Bürden

Um die Pflanzungen vor Wildtieren zu schützen, werden sie durch Gatter geschützt. Es muss regelmäßig kontrolliert werden, ob keine Tiere in den Gattern gefangen sind.
Foto: Marc Hoscheid
Lokales 2 Min. 23.11.2021
Zartes Pflänzchen

Wiederaufforstung in Bürden

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Nach einem Kahlschlag 2018 werden zwischen Bourscheid und Bürden die ersten von 89.300 neuen Bäumen gepflanzt.

Die öffentliche Empörung war groß, als im Sommer 2018 ein Privatmann auf einem rund 37 Hektar umfassenden Waldareal namens Rengelschleed gegenüber dem Bourscheider Schloss zu einem massiven Kahlschlag ausholte. Als Reaktion darauf erwarb die Gemeinde Erpeldingen/Sauer das Gelände, das sich auf ihrem Territorium zwischen Bourscheid und Bürden befindet, und hat nun mit der Wiederaufforstung begonnen. 

Laut Bürgermeister Claude Gleis (CSV) wussten die Verantwortlichen der Gemeinde Erpeldingen/Sauer zunächst überhaupt nicht, dass sich das Areal auf ihrem Gebiet befindet. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Nachbarkommune Bourscheid nicht an einem Kauf interessiert war, schlug man 2019 in Erpeldingen zu. Im April 2019 fasste der Gemeinderat den Beschluss und im September desselben Jahres wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Für die knapp 45 Hektar hat die Gemeinde 245.245 Euro bezahlt, wobei der Staat einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent gewährt hat. 

Umweltschutz und Freizeitgestaltung verbinden 

„Dann sind wir zur Natur- und Waldverwaltung gegangen. Und um Unterstützung zu erhalten, haben wir das Gebiet in eine Natura-2000-Zone umklassiert“, so Gleis. Das Gemeindeoberhaupt erklärt, dass eine Art Lagerplatz eingerichtet und vielleicht sogar ein Pavillon errichtet werden soll. Man wolle allerdings ein zu hohes Touristenaufkommen vermeiden. Man habe sich zudem mit Paraglidern darauf geeinigt, dass diese weiterhin von einer Wiese oberhalb des Areals zu ihren Flügen starten können. 

Gegenüber vom Bourscheider Schloss laufen derzeit die Wiederaufforstungsarbeiten.
Gegenüber vom Bourscheider Schloss laufen derzeit die Wiederaufforstungsarbeiten.
Foto: Marc Hoscheid

Weil immerhin 89.300 Bäume und Hecken gepflanzt werden sollen, wurde ein Zehnjahresplan aufgestellt, der Kosten in Höhe von 983.000 Euro vorsieht. Angesichts dieser beachtlichen Summe sei er froh, dass der Klima- und Energiefonds die Kosten des Projekts integral übernehmen wird. 

„Wir pflanzen hier die Zukunft“  

Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) meinte, dass die Abholzaktion zwar einerseits tragisch gewesen sei, sich daraus aber andererseits auch eine neue Chance ergebe: „Wir pflanzen hier die Zukunft.“ Statt der vorherigen Monokultur wird aus Biodiversitätsgründen nun ein Mischwald angelegt. Neben einer besseren CO2-Speicherung biete der Wald zudem einen Erosionsschutz bei Starkregenereignissen

Das Projekt bettet sich in eine landesweite Pflanzaktion im Rahmen des „Dag vum Bam“ ein. Beteiligt waren sowohl Schüler des Lycée technique agricole, die auf diese Weise auf ihre spätere berufliche Tätigkeit vorbereitet werden sollen, als auch aus der gemeindeeigenen Maison relais. 


Kahlschlag im Biotop
Ein illegaler Kahlschlag in einem Waldstück nahe Bockholtz bei Hosingen erregt derzeit nicht nur in Naturschützerkreisen die Gemüter. Kürzlich hatten Privatleute die großangelegte Abholzungsarbeiten entdeckt und den Behörden gemeldet, woraufhin Ressortministerin Carole Dieschbourg einen umgehenden Stopp der Arbeiten verfügt hatte.

Laut Angaben der Natur- und Waldverwaltung speichern Wälder 20 bis 100 Mal mehr Kohlenstoff pro Flächeneinheit als intensiv bewirtschaftete Offenlandflächen und spielen somit eine zentrale Rolle bei der Bindung des Kohlenstoffs. Bei der Auswahl der Bäume wurde darauf geachtet, dass diese möglichst gut an den Standort angepasst sind und somit ihre Ökosystemleistung so lange wie möglich erfüllen. 

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