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WHO-Bericht: Zahl der HIV-Infektionen so hoch wie nie
Lokales 26.11.2015

WHO-Bericht: Zahl der HIV-Infektionen so hoch wie nie

WHO-Bericht: Zahl der HIV-Infektionen so hoch wie nie

Foto: Shutterstock
Lokales 26.11.2015

WHO-Bericht: Zahl der HIV-Infektionen so hoch wie nie

Trotz zahlreicher Präventionsaktionen registrieren Experten in Europa bei immer mehr Menschen den Aids-Erreger HIV. Vor allem im Osten steigen die Zahlen dramatisch. Auch in Luxemburg wurde ein neuer trauriger Rekord aufgestellt.

(dpa/TJ) - Die Zahl der neuen HIV-Diagnosen hat 2014 in Europa ein Rekordhoch erreicht. Nach einem Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind im vergangenen Jahr 142.197 neue Ansteckungen registriert worden. 2013 waren es 136.235 Erstdiagnosen. Weltweit macht der Kampf gegen Aids dagegen Fortschritte.

Auch in Luxemburg

Im Großherzogtum haben sich vergangenes Jahr 96 Menschen mit dem unheilbaren Virus infiziert. 2013 waren es deren 83. Insgesamt leben rund 1.000 Menschen mit dem HI-Virus im Land. 250 von ihnen wissen nichts von der Infektion. Heterosexueller Verkehr ist die häufigste Infektionsursache, dicht gefolgt von homosexuellen Kontakten. Besonders die Zahl der drogenabhängigen Infizierten steigt. Im Vergleich zum Vorjahr, hat sich ihre Zahl fast verdoppelt. Die Botschaft, dass man beim Fixen die Spritzen nicht teilen soll, ist in den achtziger und neunziger Jahren verstärkt gesendet worden. Inzwischen habe sie an Wirkung verloren, so Experten. Aids ist nach wie vor eine unheilbare Krankheit. Sie kann jedoch behandelt werden.

Problemzone Osteuropa

Vor allem in den östlichen Ländern der Europäischen Region sei ein enormer Anstieg zu verzeichnen. Allein Russland meldete 85 252 neue Infektionen. In Bulgarien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei hätten sich die pro Jahr diagnostizierten Infektionen seit 2005 verdoppelt. Übertragen werde das Virus hier vor allem durch heterosexuelle Kontakte oder verunreinigtes Drogenbesteck.

In der Europäischen Union (EU) hingegen werde das Virus überwiegend bei Geschlechtskontakten unter Männern weitergegeben. „HIV-Diagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben, sind in einem alarmierenden Tempo gestiegen“, hieß es in dem Bericht. Von 30 Prozent der Infektionen im Jahr 2005 auf 42 Prozent im Jahr 2014.

"Migranten nicht vergessen"

Obwohl die Zahl der infizierten Migranten rückläufig ist, warnt die WHO, diese Gruppe zu vernachlässigen. „Wir bei der WHO fordern alle Länder in Europa auf, HIV-Tests, Präventions- und Behandlungsangebote für alle Flüchtlinge und Migranten bereitzustellen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status. Das ist auch der sicherste Weg, die eigene Bevölkerung vor einer HIV-Infektion zu schützen.“

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen haben sich 2014 weltweit zwei Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. 36,9 Millionen Menschen tragen das Virus in sich. 1,2 Millionen Menschen starben im vergangenen Jahr an Krankheiten im Zusammenhang mit Aids.


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