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Wetterbilanz: von Sintflut bis Sonne
Heftige Regenfälle sorgten Anfang Juni im Müllerthal für zerstörerische Überschwemmungen.

Wetterbilanz: von Sintflut bis Sonne

Foto: Laurent Blum
Heftige Regenfälle sorgten Anfang Juni im Müllerthal für zerstörerische Überschwemmungen.
Lokales 2 Min. 04.07.2018

Wetterbilanz: von Sintflut bis Sonne

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Heftige Regenfälle sorgten am 1. Juni für Überschwemmungen im Osten des Landes. Anschließend besserte sich das Wetter jedoch, sodass die Meteorologen auf einen durchaus sommerlichen Juni zurückblicken können.

Wer sich später einmal an den Juni 2018 erinnern wird, wird ihn zumindest wettertechnisch sicherlich mit dem sintflutartigen Regen in Verbindung bringen, der in den frühen Morgenstunden des 1. Juni im Müllerthal und in Greiweldingen für Überschwemmungen sorgte. Schäden in Millionenhöhe – sowohl an der Straßeninfrastruktur als für Betriebe und Privatleute waren die Folge.

Auch an der Station des staatlichen Wetterdienstes in Findel wurden an diesem Tag heftige Regenfälle gemessen, wenn auch weniger dramatisch als im Osten des Landes. Alleine zwischen Mitternacht und 6 Uhr kam es zu 53,3 Litern pro Quadratmater. Innerhalb der 24 Stunden waren es rund 65 Liter. Dies ist mehr als die Hälfte der 117,3 Liter Niederschlag, die für den gesamten Monat registriert wurden. Damit liegt der Juni dieses Jahres deutlich über dem langjährigen Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 (79,9 Liter pro Quadratmeter).

Zehn Gewitter

Insgesamt fiel an zehn der 30 Tage Niederschlag. An sechs Tagen kam es zu Gewittern. Deren wurden in Findel exakt zehn Stück registriert, demnach nur ganz leicht mehr, als üblich (9,7 an 5,5 Tagen).

Den Juni jedoch alleine auf den Starkregen und die Gewitter zu beschränken, wird ihm nicht gerecht. Denn der vergangene Monat wusste auch mit richtig sommerlichem Wetter zu überzeugen. So wurde in Findel eine Durchschnittstemperatur von 18,2 Grad Celsius gemessen. Dies sind 2,3 Grad mehr als im langjährigen Mittel und nur 1,6 Grad weniger als im Jahrhundertsommer 2003. Damals waren für Juni durchschnittlich 19,8 Grad Celsius gemessen worden – bis heute ein Stationsrekord.

Am wärmsten war es am vergangenen Samstag, dem letzten Tag des Monats, mit 29,8 Grad. Zwölf weitere Sommertage, an denen es wärmer als 25 Grad war, wurden im Juni in Findel registriert. Sieben von ihnen gab es zu Beginn des Monats, einen am 20. Juni und die restlichen fünf am Ende des Monats.

Dennoch galt es ab und an, mehr anzuziehen als Shorts und Shirt. Denn zwischen den richtig warmen Tagen wurde es richtig frisch. So fiel das Thermometer am 22. Juni noch einmal auf 6,4 Grad. An weiteren vier Tagen wurden ebenfalls Minimaltemperaturen im einstelligen Bereich gemessen.

Die bangen Blicke der Portugalfans während des Public Viewings am Knuedler hatten am Samstag nichts mit dem Wetter zu tun, denn dies zeigte sich mit knapp 30 Grad und Sonne von seiner besten Seite.
Die bangen Blicke der Portugalfans während des Public Viewings am Knuedler hatten am Samstag nichts mit dem Wetter zu tun, denn dies zeigte sich mit knapp 30 Grad und Sonne von seiner besten Seite.
Foto: Laurent Ludwig

Die Sonne ließ sich während 229,6 Stunden blicken. Dies entspricht in etwa jener Dauer, die zu erwarten war (227 Stunden). Lediglich an einem einzigen Tag war die Sonne nicht zu sehen. Nebeltage wurden unterdessen drei registriert. An diesen Tagen wurden insgesamt sechs Stunden Nebel gemessen.

Sommer bleibt

In den kommenden Tagen soll es bedeckter werden. Auch das Regen- und Gewitterrisiko nimmt zu. Insbesondere am Mittwoch und Donnerstag ist laut Vorhersagen mit Unwettern zu rechnen.

Pünktlich zum Wochenende soll sich die Sonne dann jedoch erneut zeigen. Zudem bleibt es richtig warm, bei Temperaturen von bis zu 28 Grad Celsius.

Einigen Wetterexperten zufolge soll es noch bis mindestens Mitte Juli bei hochsommerlichen Bedingungen bleiben. Die Rede ist gar von einem Jahrhundertsommer wie im Jahr 2003.

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