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Wetterbilanz des Jahres 2017: Von Sonne bis Schnee
Im Dezember wurden zwölf Schneetage gezählt.

Wetterbilanz des Jahres 2017: Von Sonne bis Schnee

Foto. Anouk Antony
Im Dezember wurden zwölf Schneetage gezählt.
Lokales 5 Min. 03.01.2018

Wetterbilanz des Jahres 2017: Von Sonne bis Schnee

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Ob Sturmwarnung, Schnee oder Affenhitze. Das Wetter ist eines jener Themen, über das gerne und oft gesprochen – und sich aufgeregt wird. Wir blicken im Schnelldurchlauf auf 2017 zurück.

(SH) - Für Mittwoch hat der staatliche Wetterdienst Meteolux wegen Sturmböen eine Warnung herausgegeben. Zudem ist immer wieder mit heftigen Regenschauern zu rechnen. Das Wetter zeigt sich zum Jahresanfang alles andere als von seiner besten Seite.

Dies war in den vergangenen Wochen und Monaten jedoch nicht immer der Fall. So wurden wegen Trockenheit oder Wärme gleich mehrere Rekorde aufgestellt. Ein Überblick über das Wetter im vergangenen Jahr, in dem es alles in allem zu warm war.

Januar: kalt, aber schön

Womit sich der Januar in diesem Jahr noch schwer tut, wusste er vor zwölf Monaten zu überzeugen. Damals bescherte er über 88 Sonnenstunden, dies sind deren 38 mehr als im langjährigen Schnitt der Jahre 1981 bis 2010. Parallel dazu fiel nur knapp ein Drittel jenes Niederschlags, der zu erwarten gewesen wäre. Allerdings war der Januar auch überdurchschnittlich kalt, sodass sich auf der Mosel gar Eisschollen bildeten. Im Schnitt wurden an der Wetterstation in Findel -1,6 Grad Celsius gemessen.

Im Januar war Schnee schaufeln angesagt.
Im Januar war Schnee schaufeln angesagt.
Foto: Pierre Matgé

Februar: trüber Winterschluss

Mit durchschnittlich 4,1 Grad war es im Februar hingegen wärmer als im langjährigen Mittel. Dafür zeigte sich die Sonne nur an knapp 57 Stunden – 27 Stunden weniger als üblich. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es immer nur regnete. 52,9 Liter Niederschlag wurden in Findel gemessen. Somit trug der Februar das Seine dazu bei, dass der Winter 2016/17 der zweittrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1947 war.

März: überaus mild

Verpasste der Winter den Einzug in die Geschichtsbücher noch knapp, so machte es der März besser. Die durchschnittlich 8,5 Grad Celsius entsprechen – gemeinsam mit dem März 2012 – den wärmsten Temperaturen, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in dieser Jahreszeit gemessen wurden. 155,2 Sonnenstunden waren deren zudem 30 mehr, als zu erwarten gewesen wären, während die 46,2 Liter Niederschlag in etwa zwei Dritteln jenes Wertes, der im langjährigen Schnitt gemessen wurde, entsprachen.

April: kein Regen in Sicht

Erinnern werden sich die Wetterexperten auch an den April 2017. Denn in 30 Tagen wurden in Findel lediglich 3,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen – so wenig wie nie zuvor. 232 Sonnenstunden ließen zudem bei vielen Menschen erste Frühlingsgefühle aufkommen. Die Temperaturen sprachen unterdessen mit durchschnittlich 8,6 Grad Celsius eine andere Sprache. Immerhin war es am 9. April 21,9 Grad warm, am 28. jedoch bis zu -0,9 Grad kalt.

Mai: Sonne und Sintflut

Kaum Regen, viel Sonne und angenehme Temperaturen. Ganz so toll, wie dies sich auf den ersten Blick ansieht, war das Wetter im Mai dann doch nicht. Wohl liegen die 39,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter deutlich unter dem langjährigen Mittel, allerdings hatte es der Regen in sich – wenn er denn fiel. Dann kam er insbesondere am Ende des Monats sintflutartig vom Himmel. Im Gegenzug gab es mit 268,6 Sonnenstunden deren 50 mehr als üblich. Zudem war es warm. Am 29. Mai mit 31,6 Grad Celsius gar so heiß wie nie zuvor an einem Maitag.

Das Dach eines Sportgeschäfts in Leudelingen hielt den Wassermassen nicht stand.
Das Dach eines Sportgeschäfts in Leudelingen hielt den Wassermassen nicht stand.
Foto: Joaquim Valente

Juni: Hitzerekord

Wer allerdings nun dachte, er hätte den wärmsten Tag des Jahres bereits erlebt, wurde im Juni eines Besseren belehrt. Denn am 22. Juni wurden in Findel 35,4 Grad gemessen – auch das ist ein Rekord. Kaum verwunderlich, dass die Durchschnittstemperatur mit 19,1 Grad über dem Mittelwert lag. Zudem schien die Sonne im Schnitt zwei Stunden mehr pro Tag, als dies zu erwarten gewesen wäre. Der Natur machte jedoch die Trockenheit weiter zu schaffen.

Juli: Aufatmen für die Natur

Dies sollte sich bereits im Juli ändern. Mit 111,8 Litern pro Quadratmeter fiel erstmals seit Juli 2016 wieder mehr Niederschlag, als dies der langjährige Durchschnitt vermuten ließ. Dennoch war es etwas wärmer und sonniger, als dies im Normalen der Fall ist.

August: trocken, aber wenig sonnig

Mit Sonne konnte der August seinerseits nicht überzeugen. Die 192,3 Stunden liegen deutlich hinter dem Soll zurück. Immerhin war es etwas wärmer als üblich, über die 30-Grad-Marke stiegen die Temperaturen jedoch nicht. An einzelnen Tagen war es hingegen kühl. So wurden am 20. August neun Grad gemessen. Sehr viel Regen fiel allerdings nicht. Vielmehr war es den ganzen Monat über recht trocken.

September: Der Herbst ist da

Grau, nass und kühl. So die Bilanz des Monats September. Mit 12,9 Grad war es exakt ein Grad kälter, als dies zu erwarten gewesen wäre. Die Sonne ließ sich zwar insgesamt weniger oft blicken als üblich, sie schaffte es jedoch nur an einem Tag gar nicht, sich durch die Wolken zu kämpfen. Niederschlag fiel gemäß dem Durchschnitt an 13 Tagen. Insgesamt wurden dabei 85,8 Liter pro Quadratmeter gemessen – rund zehn Liter mehr als zu erwarten gewesen wären.

13 Tage mit Niederschlägen und zehn Nebeltage wurden im September gemessen.
13 Tage mit Niederschlägen und zehn Nebeltage wurden im September gemessen.
Foto: Gerry Huberty

Oktober: wie im Bilderbuch

Der Oktober zeigte sich wiederum von seiner schönen Seite. Während die Durchschnittstemperaturen mit 11,2 Grad fast zwei Grad über jenen lagen, die zu erwarten waren, regnete es nicht mal halb so viel wie im langjährigen Schnitt. Die Sonne verwöhnte hingegen Menschen und Natur des Öfteren: zehn Stunden länger als für den Monat üblich.

November: mild, aber verregnet

Im November war mit dem Sonnenschein dann aber Schluss. Sie ließ sich lediglich an 45 Stunden erblicken. Regen war hingegen mehr als genug angesagt: Fast 96 Liter pro Quadratmeter wurden gemessen, aufgeteilt auf 20 Tage. Immerhin war es mit durchschnittlich fast fünf Grad Celsius etwas milder als im Soll.

Dezember: kaum Licht

Der Dezember lud zum Abschluss des Jahres wahrlich zum Verweilen auf der Couch ein. Wer etwas Sonnenlicht erblicken wollte, musste es schon zur richtigen Zeit nach draußen schaffen. Denn die Sonne schaffte es nur an 14,1 Stunden durch die Wolken – rund ein Drittel der Zeit, an der sie sich in einem normalen Dezember blicken lässt. Ein Rekord ist dies nicht: 1993 wurden lediglich 3,7 Sonnenstunden gemessen.

Was es an Sonne zu wenig gab, gab es an Niederschlag zu viel: 116,6 Liter an 23 Tagen – deutlich mehr als im Schnitt. Frostbeulen durften dennoch aufatmen. Auch wenn zwölf Schneetage gezählt wurden, so war es mit 2,6 Grad im Mittel etwas wärmer als üblich.

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