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Wetterbilanz 2018: Ein Sommer ohne Ende
Lokales 5 Min. 03.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Wetterbilanz 2018: Ein Sommer ohne Ende

Eine kleine Abkühlung war im Sommer durchaus willkommen.

Wetterbilanz 2018: Ein Sommer ohne Ende

Eine kleine Abkühlung war im Sommer durchaus willkommen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 5 Min. 03.01.2019 Aus unserem online-Archiv

Wetterbilanz 2018: Ein Sommer ohne Ende

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Wer sich später einmal an das Wetter im Jahr 2018 erinnern wird, der wird wohl vor allem an einen überdurchschnittlich warmen und trockenen Sommer denken. Ein Rückblick auf 365 heiße und kältere Tage im Schnelldurchlauf.

Den einen war es teilweise zu nass und zu kalt, den anderen wiederum über lange Strecken zu heiß und zu sonnig: Das Wetter sorgte auch im vergangenen Jahr für Gesprächsstoff.

Ein Blick in die Statistiken verrät aber: Die Temperaturen waren allgemein zu hoch, und der Sommer 2018 war alles andere als üblich. 76 Sommertage mit Temperaturen über 25 Grad Celsius wurden in den vergangenen zwölf Monaten an der Station des staatlichen Wetterdienstes Meteolux in Findel gemessen. So viele warme Tage hatte es zuvor noch nie gegeben. Zurückzuführen ist dies darauf, dass sich die Hitzewelle im Sommer eher in der Dauer einschrieb, als dass sie durch extreme Werte auffiel. Einher mit dem langen Sommer geht eine Dürreperiode, die Natur und Landwirtschaft zu schaffen machte. Nur zeitweise musste die Trockenheit Dauerregen Platz machen.

Ein Überblick über das Wetter im vergangenen Jahr.

Januar: Verregneter Start

Der Jahresbeginn verlief vor zwölf Monaten nass und stürmisch. Auf der Wetterstation in Findel wurden mit 145,3 Litern pro Quadratmeter doppelt so viel Niederschlag und mit 26,6 Stunden nur halb so viele Sonnenstunden wie üblich registriert. Frostbeulen konnten sich immerhin darüber freuen, dass es im Vergleich zum Vorjahr mit durchschnittlich 4,5 Grad Celsius relativ mild blieb.

Februar: Erst nass, dann kalt

Von einer ganz anderen Seite zeigte sich der Februar. Niederschlag war kaum in Sicht (15,8 Liter pro Quadratmeter), deshalb war die Sonne umso öfter – an insgesamt 133,6 Stunden – zu sehen. Wer sich im Freien aufhielt, war allerdings gut beraten, sich warm genug anzuziehen: Die Durchschnittstemperatur von -1,3 Grad lag deutlich unter dem langjährigen Mittel von 1,6 Grad. Am 28. Februar fiel das Thermometer gar auf -12,1 Grad.

März: Kein Frühling in Sicht

Im März blieb es weiterhin trocken (46,4 Liter pro Quadratmeter), Frühlingsgefühle kamen jedoch kaum auf. Dafür war es mit maximalen 12,5 Grad Celsius am 25. Tag des Monats einfach zu kühl. Zudem schaffte die Sonne es nicht immer, sich einen Weg durch die Wolkendecke zu bahnen. An zwölf Tagen wurde in Findel kein Sonnenschein verzeichnet, kein Wunder, dass die Gesamtdauer (78,3 Stunden) deutlich unter dem langjährigen Mittelwert blieb.

Bei sommerlichen Temperaturen waren die Terrassen bereits im April gut gefüllt.
Bei sommerlichen Temperaturen waren die Terrassen bereits im April gut gefüllt.
Foto: Chris Karaba

April: Ein Hauch von Sommer

Der April macht bekanntlich, was er will. In diesem Jahr versprühte er einen Hauch von Sommer: Mit durchschnittlich 12,7 Grad war es vier Grad wärmer als normal. Die 27,9 Grad, die am 20. gemessen wurden, stellen den wärmsten Apriltag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dar. An vier weiteren Tagen stieg das Thermometer über 25 Grad Celsius. Zudem war es äußerst oft sonnig.

Mai: Wärme und Sonne

Wie sein Vorgänger bot auch der Mai denjenigen, die sich gerne im Freien aufhalten, äußerst angenehmes Wetter. Mit mittleren 16,3 Grad war es erneut deutlich wärmer, als dies zu erwarten war. Die Sonne ließ sich unterdessen an 276,2 Stunden statt der normalen 213,4 blicken und der Niederschlag hielt sich mit 74,3 Litern in etwa im Normbereich.


inondations Mullerthal - Garage Grondhaff -  Photo : Pierre Matgé
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Juni: Regen mit Folgen

Die ersten paar Stunden des Monats Juni werden insbesondere jenen Menschen aus dem Müllerthal und aus Greiweldingen wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Starker Regen sorgte dort für Überschwemmungen, deren Folgen bis heute nicht komplett behoben werden konnten. Innerhalb von 24 Stunden wurden in Findel rund 65 Liter pro Quadratmeter gemessen, dies war mehr als die Hälfte des monatlichen Niederschlags. Ansonsten zeigte sich der Juni mit mittleren 18,2 Grad und knapp 230 Sonnenstunden recht sommerlich.

Juli: Sonnenbaden zu Hause

21 Sommertage mit mehr als 25 Grad, sechs Hitzetage mit über 30 Grad, drei Tropennächte mit über 20 Grad: In einem Monat wurde fast das langjährige Soll für den Sommer erfüllt. Zudem wurden 348 Sonnenstunden verzeichnet. Damit löst der Juli 2018 jenen aus dem Jahr 2006 ab, der bisher mit 346,5 Stunden der sonnenscheinreichste war. Platz für Niederschlag (14,3 Liter) blieb kaum.

August: Heiße Tage

Mit durchschnittlich 19,9 Grad Celsius trug der August dazu bei, dass der Sommer 2018 als zweitwärmster nach jenem von 2003 in die Geschichtsbücher eingeht. Am 7. August wurde mit 35,1 Grad zudem der wärmste Tag des diesjährigen Sommers verzeichnet. Die Sonnenstunden lagen erneut über dem Schnitt, der Niederschlag darunter.

September: Kaum Niederschlag

Auch im September fehlte es an Regen. 22,2 Liter pro Quadratmeter entsprechen nicht einmal einem Drittel des Sollwertes. Hinzu kamen erneut knappe 230 Sonnenscheinstunden und für die Saison milde Temperaturen (15,6 Grad im Schnitt). Lediglich das vorletzte Wochenende des Monats tanzte aus der Reihe und sorgte mit Unwettern für unruhige Stunden.

Oktober: Früher Wintereinbruch

Erst mild, sonnig und trocken, dann richtig winterlich: Der Herbst kam in diesem Jahr zu kurz. Im Oktober machte sich zunächst der Spätsommer breit, der dann gleich vom Winter abgelöst wurde. Ende des Monats kam es nämlich zum ersten Schneefall der Saison. Im Vergleich zu den Vorjahren war dies recht früh.

Am 30. Oktober fiel der erste Schnee der Saison – ein recht früher Termin im Vergleich zu den Vorjahren. 
Liegen blieb er aber nicht.
Am 30. Oktober fiel der erste Schnee der Saison – ein recht früher Termin im Vergleich zu den Vorjahren. 
Liegen blieb er aber nicht.
Foto: Chris Karaba

November: Graue Tage

Auch im November änderte sich an der Tendenz nicht viel. Es blieb mit 5,9 Grad im Mittel zu mild, mit 47,9 Litern Niederschlag pro Quadratmeter zu trocken und mit 77,2 Sonnenstunden heller, als dies zu erwarten war. Dennoch standen vermehrt graue Zeiten an: An neun Tagen ließ sich die Sonne gar nicht blicken.

Dezember: Von allem ein bisschen

Der Jahresabschluss fiel ins Wasser: 168,2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, aufgeteilt auf 20 Tage, sind fast doppelt so viel, als zu erwarten waren. Obwohl es an zwei Tagen schneite und an 13 Tagen Bodenfrost gemeldet wurde, lag die Durchschnittstemperatur von 3,7 Grad noch über dem Normalwert von 1,8 Grad. Am wärmsten war es am 2. Dezember mit 12,6 Gard, am kältesten am zweiten Weihnachtstag mit -5,5 Grad. Die Sonne zeigte sich zwar nur an 13 der 31 Tage, dafür aber mit 46,4 Stunden etwas häufiger als im langjährigen Mittel.

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