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Wenn Schüler Not lindern
Lokales 2 Min. 25.05.2019

Wenn Schüler Not lindern

Die "LTBidons" sind sehr gut bei den Obdachlosen angekommen.

Wenn Schüler Not lindern

Die "LTBidons" sind sehr gut bei den Obdachlosen angekommen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 25.05.2019

Wenn Schüler Not lindern

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Menschen helfen, denen es nicht so gut geht: Das haben Schüler des Lycée Technique de Bonnevoie in diesem Schuljahr gemacht und daraus gelernt.

Vom Butterbrot zur Thermoskanne: So könnte die Erfahrung, die 2e-Schüler des Lycée Technique de Bonnevoie (LTB) in diesem Schuljahr gemacht haben, beschrieben werden.

Dabei geht es um ihr Engagement für Obdachlose, das sie womöglich fortsetzen werden. Bedarf besteht nämlich immer noch und der Einsatz der Jugendlichen wurde von allen Seiten wertgeschätzt.

Die Jugendlichen werden ihren sozialen Einsatz womöglich im kommenden Schuljahr fortsetzen.
Die Jugendlichen werden ihren sozialen Einsatz womöglich im kommenden Schuljahr fortsetzen.
Foto: Chris Karaba

Warum geht es? Schüler der Klassen 2GSO1, 2 und 3 haben im Optionsfach Service Learning (Lernen durch Engagement) überlegt, Butterbrote an Obdachlose zu verteilen. Beim Austausch mit Fabien Reeff, dem Verantwortlichen des Sozialcafés „Para-chute“ am Hauptbahnhof, wurde klar, dass es keine Nachfrage für eine „Botterschmier“ gibt.

Der Name "LTBotterschmier" für das Projekt blieb, das Logo mit dem Butterbrot ziert denn auch die Thermoskannen, auf die sich die Jugendlichen schließlich fokussierten.

250 „LTBidons“ produziert

Insgesamt 250 Behälter ließen sie herstellen. Die Kosten – 3.750 Euro – wurden teils von Spenden der LTB-Schüler und teils von der Fondation Thierry Van Werveke gedeckt.


Lokales- Drei Jahre Para-Chute - Auffangstruktur im Bahnhof Luxemburg, Foto: Chris Karaba
Bahnhofsmission erfüllt
Seit drei Jahren ist das Para-Chute an der Gare centrale eine erste Anlaufstelle für sozial Benachteiligte.

Der „LTBidon“, wie die Schüler ihn nennen, ist exzellent bei den Obdachlosen angekommen. Sie können das Gefäß nicht nur für warme, sondern auch kalte Getränke nutzen.

Doch nicht nur das. Die jungen Leute waren selbst zwei Mal im Sozialcafé, wo sie mit Menschen, die auf der Straße leben, ins Gespräch kamen. Die Problematik der Obdachlosen in Luxemburg sei sehr groß, so die Schüler. Ein Grund, selbst zu versuchen, die Dinge zu ändern.

„Wir haben durch unsere Aktion viel gelernt“, sagte Schüler Paul Daubenfeld. „Sie hat uns ermöglicht, mit verschiedenen Partnern zu arbeiten. Nicht zu vergessen, die tolle Unterstützung unserer Lehrerin Stéphanie Schmit, die uns immer wieder motiviert hat.“

Erwan Entringer schlussfolgerte: „Wir fühlen uns gut, weil wir die Obdachlosen unterstützt haben.“

Geld für Notleidende in Jemen erwirtschaftet

Damit nicht genug. Die Schüler haben auch ein Auge für die Not in entfernteren Ländern. So verkauften sie am Freitag Muffins und Kekse im Schulhof. Das Geld ist für Notleidende in Jemen bestimmt, erzählte Richard Gregg.


„D'Keess op an d'Klacken eraus!“, hieß es am Samstagabend in der Rockhal.
„D'Keess op an d'Klacken eraus!“
Jugendlichen „Troublemakern“ zu helfen, hat sich die Fondation „Thierry van Werveke“ als Ziel gesetzt. Es war ein Versprechen, dass der bekannte Luxemburger Schauspieler seinen Freunden vor seinem Tod abgenommen hatte. Nun wurde es zum zweiten Mal bei einer aufwändigen Charity-Veranstaltung eingelöst.

Joseph Tomassini von der Fondation Thierry Van Werveke wies darauf hin, dass die Stiftung bereit sei, ein weiteres Projekt der LTB-Schüler zu unterstützen. Sie hätten Empathie für Menschen in Schwierigkeiten bewiesen, getragen von der Schulgemeinschaft.

Auch Fabien Reeff vom „Para-chute“ ermutigte die jungen Leute, ihr Engagement fortzusetzen. Gebraucht werden Behälter für Suppe. Ein Name scheint schon gefunden: „LTBritt“.


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