Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wenn die Polizei auf den Hund kommt: Cops auf vier Pfoten
Vorsichtig und mit gezückter Waffe bewegen diese Polizisten sich durch das Haus, in dem sich der Verdächtige befindet.

Wenn die Polizei auf den Hund kommt: Cops auf vier Pfoten

Foto: Lex Kleren
Vorsichtig und mit gezückter Waffe bewegen diese Polizisten sich durch das Haus, in dem sich der Verdächtige befindet.
Lokales 7 2 Min. 15.07.2016

Wenn die Polizei auf den Hund kommt: Cops auf vier Pfoten

Alarm für K9. Die Hundestaffel der luxemburgischen und der deutschen Polizei üben zusammen mit dem Roten Kreuz und der "Protection Civile"

(dhay) - Wenn bewaffnete Täter einen Überfall begehen und anschließend die Flucht ergreifen, wenn es gilt Vermisste schnell zu finden, dann setzt die Polizei auf vierbeinige Helfer. Wenn sie üben, dann gleicht das schon mal einem Großeinsatz – wie dieser Tage in Rümelingen.

Alarm in Rümelingen. Ein Zeuge meldet der Polizei, dass ein Mann überfallen und ihm eine große Summe Bargeld gewaltsam entwendet wurde. Er habe auch Schüsse gehört und möchte gesehen haben, wie zwei Täter über eine Wiese geflüchtet sind.

Schon bald machen die Ermittler den ersten Fund: Das Handy, das einer der Übeltäter beim Weglaufen verloren hat, konnte geortet werden. Kurze Zeit später der nächste Erfolg: Ein weißes Auto, das aller Wahrscheinlichkeit nach den Tätern gehört, wurde gesichtet.

Zwischen Realität und Übung liegen keine Welten

So oder so ähnlich könnten sich ein Überfall und die nachfolgenden Ermittlungen in der Wirklichkeit abspielen. Hier handelt es sich allerdings „nur“ um das Szenario eine Übung, bei der vor allem die Hundeführer und deren vierbeinige Gesellen gefragt sind. Beteiligt waren hauptsächlich Polizeieinheiten aus dem Kanton Esch.

„Die Polizisten draußen im Einsatz wissen lediglich, dass es sich um eine groß angelegte Übung handelt. Sie kennen das Szenario aber nicht“, so Daniel Agostini, Kommandant der UGRM – Unité de Garde et de Réserve Mobile. Zu dieser Gruppe gehört auch die Hundestaffel. „Das bedeutet, dass sie wirklich vorgehen müssen, als sei es ein Ernstfall“, so Agostini weiter. „Realität und Übung liegen nahe beieinander.“

Die Hundestaffel der Luxemburger Polizei besteht zur Zeit aus 15 Hunden und deren zweibeinigen Begleitern. Es sind alles deutsche Schäferhunde und Malinois. Fünf sind auf Sprengstoff, acht auf Drogen und zwei auf Brandbeschleuniger spezialisiert. Zusätzlich sind sie alle dafür ausgebildet, ihren Meister zu beschützen, erklärt der Leiter der UGRM-Einheiten.

Die Hunde sind nach etwa einem Jahr Ausbildung einsatzbereit. Die Basisausbildung erhalten sie in Luxemburg, die Spezialisieung in Belgien oder Deutschland, je nach Arbeitsbereich. Die Hundeführer werden parallel zu ihren Hunden geschult. Letztere müssen einmal pro Jahr einen Test bestehen. Nur dann dürfen sie weiterarbeiten. Und nach zehn Jahren steht ihnen dann ihre wohlverdiente Rente zu. Nicht alle Hunde sind dafür geeignet. Deshalb gelten auch hier strenge Auswahlkriterien.

„Operation Moldau“

„Jedes Jahr gibt es eine gemeinsame Trainigswoche mit den deutschen Kollegen. Dieses Jahr beteiligen sich sieben Hunde aus Berlin und Schleswig-Holstein. Eine Übung wie diese findet leider nicht so oft statt, weil es einfach zu aufwendig ist, sie zu organisieren und viel Unvorhergesehenes passiert“, meint Agostini.

Am Nachmittag schließen sich die „Protection Civile“ und das Rote Kreuz den Polizisten an. „Die Polizei leitet auch diese Übung, aber unsere Hunde nehmen nicht daran teil. Unsere Hunde sind allesamt Beißhunde und unterscheiden nicht unbedingt zwischen Täter und Opfer“, so der „1er commissaire divisionnaire“.

Es gilt, in den stillgelegten Minen in Rümelingen zwei vermisste Personen lebend ans Tageslicht zu bringen. Mission accomplie.