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Wenig Verkehr auf der neuen A 7: Eine Autobahn ohne Autos
Lokales 3 Min. 24.09.2015 Aus unserem online-Archiv

Wenig Verkehr auf der neuen A 7: Eine Autobahn ohne Autos

Weites Land, nur eine Handvoll Autos - so sah es am Donnerstagmorgen mitten im Berufsverkehr auf der neueröffneten Strecke aus.

Wenig Verkehr auf der neuen A 7: Eine Autobahn ohne Autos

Weites Land, nur eine Handvoll Autos - so sah es am Donnerstagmorgen mitten im Berufsverkehr auf der neueröffneten Strecke aus.
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Lokales 3 Min. 24.09.2015 Aus unserem online-Archiv

Wenig Verkehr auf der neuen A 7: Eine Autobahn ohne Autos

Seit heute ist das Luxemburger Autobahnnetz um eine Verbindung reicher. Doch hilft das letzte Teilstück der Nordstraße von Kirchberg bis Lorentzweiler wirklich, den Verkehr zu entspannen? Wir haben das nachgeprüft.

(vb) - Sie war schrecklich teuer und ihr Bau dauerte unwahrscheinlich lange. Seit heute ist die Nordstraße in ihrer vollen Länge für den Verkehr freigegeben – 36 Jahre, nach dem Beginn der Bauarbeiten. In den 80er Jahren wurde ihre Planung vorangetrieben, weil die Gemeinden im Luxemburger Norden ebenfalls an das Autobahnnetz angeschlossen sein wollten.

Ob die neue Verbindung zwischen Kirchberg und Lorentzweiler wirklich zu weniger Stau und schnellen Wegen führt, ist jetzt die Frage. Im Berufsverkehr am Donnerstagmorgen sah es nicht wirklich danach aus. „Es hat sich heute nicht wirklich viel geändert“, sagt Raoul Roos, der beim ACL für die Verkehrsmeldungen zuständig ist. „An der Autobahnabfahrt in Richtung Kirchberg staut es sich, aber nicht mehr als sonst.“ Am ersten Tag nach der Eröffnung der Autobahn sieht es also nicht danach aus, als hätten sich die Verkehrsströme bereits verlagert. „Die Leute werden in den nächsten Tagen wohl erst einmal vorsichtig testen, ob ihr Arbeitsweg auf der neuen Strecke kürzer ist. Erst später werden sie dann ihren Weg anpassen.“

Auch die Verkehrskameras der Cita und die Live-Karten des Navigationsdienstleisters Tom Tom deuten nicht auf grundlegende Änderungen hin: Der Verkehr staut sich an den gewohnten Stellen. 

Die Verkehrssituation in der Hauptstadt im Vergleich: Am Mittwoch links, am Donnerstag rechts. Beide Aufnahmen stammen von 8.30 Uhr. Quelle: TomTom Live Traffic

Man sieht: In Richtung Hauptstadt herrscht nach wie vor zähflüssiger Verkehr. Die Befürchtungen, dass es sich am Kirchberg noch mehr staut, sind nicht eingetroffen. Rund um den Waldhof hat sich die Situation entspannt.

Ein großes Glück ist die Nordstraße indessen für Pendler von Süden in Richtung Norden – auch das gibt es nämlich. Nicole S. fährt die Strecke von Esch/Alzette nach Ettelbrück vier Mal pro Woche. Normalerweise braucht sie dafür 45 Minuten, mit Anfahrt über Bridel und Kopstal. Heute morgen fuhr sie erstmals über die neue Strecke. Zeitgewinn: knapp zehn Minuten. „Viel los war heute Morgen auf dieser Strecke nicht. Die A 7 sah eher wenig befahren aus“, sagt sie. Am obligaten Stau bei der Einfahrt in Ettelbrück hat sich übrigens nichts geändert.

Wirklich schnell geht es ohnehin nicht vorwärts: Die Autobahnverwaltung Cita hat in einer ersten Phase die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h abgesenkt – und zwar nicht nur in den Tunnels, sondern auch auf der freien Strecke dazwischen.

In der Kartensoftware der verschiedenen Anbieter hat sich die Änderung übrigens noch nicht überall herumgesprochen. Apple und TomTom haben den neuen Streckenabschnitt schon in ihre Karten integriert, auf Google ist er noch als „im Bau“ gekennzeichnet.

Stau auf der Place Dargent: Viele Autofahrer nahmen die Ausfahrt der A 7 und fuhren in Richtung Dommeldingen.
Stau auf der Place Dargent: Viele Autofahrer nahmen die Ausfahrt der A 7 und fuhren in Richtung Dommeldingen.
Foto:Guy Jallay

Die Leser des "Luxemburger Wort" haben sich auf Facebook zur neuen Autobahn geäußert. Hier ihre Stimmen:

Paul Cannar: "Zäiterspuenis läit am Beruffstraffik ëm déi 20 Minutten, trotzdem ass d' Bauzeit fir esou eng Konstruktioun ee Witz."

Laura Francke: "Eine Strecke von Luxemburg bis Lorentzweiler kurz vor dem Tunnel und kurz vor dem Kreisverkehr 13 Minuen gespart. Ungelogen."

Miguel Moreira Cardoso: "600 Milliounen € fir awer iwerall nëmmen mat 90 km/h ze fueren. E Witz!"

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Dossier zur  Nordstraße

Video von der Eröffnungszeremonie

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