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Weiswampach: Schöffe wirft das Handtuch
Lokales 13.09.2019

Weiswampach: Schöffe wirft das Handtuch

Mit dem Rücktritt von Schöffe Michel Deckenbrunnen bleibt das Referendum zur Zukunft des Seegeländes in Weiswampach nun doch nicht ohne politische Folgen.

Weiswampach: Schöffe wirft das Handtuch

Mit dem Rücktritt von Schöffe Michel Deckenbrunnen bleibt das Referendum zur Zukunft des Seegeländes in Weiswampach nun doch nicht ohne politische Folgen.
Foto: John Lamberty
Lokales 13.09.2019

Weiswampach: Schöffe wirft das Handtuch

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Schöffe Michel Deckenbrunnen hat eigenen Aussagen zufolge offiziell seine Demission aus dem Gemeinderat Weiswampach eingereicht.

Wie er dem "Luxemburger Wort" gegenüber bestätigt, hat Schöffe Michel Deckenbrunnen dieser Tage seine Demission aus dem Schöffen- wie aus dem Gemeinderat in Weiswampach eingereicht.


Lokales, Referendum in Weiswampach zum projekt am see. foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Weiswampach: Nein zu Freizeitresort am See
Im Rahmen einer kommunalen Volksbefragung haben sich am Sonntag 60,10 Prozent der Wähler gegen die Schaffung eines Freizeitresorts am lokalen Seegelände ausgesprochen.

Den finalen Ausschlag für seine Entscheidung hat Deckenbrunnen zufolge der Umgang der Gemeindeführung mit dem ominösen Referendum über die Modernisierungspläne für das lokale Seegelände gegeben. Bei der rein konsultativen Volksbefragung in der Gemeinde hatten sich Ende August rund 60 Prozent der Wahlbeteiligten gegen die geplante Schaffung eines Freizeitresorts samt Hotel, Ferienchalets und Fun Park ausgesprochen.

"Dialog und Demokratie am Nullpunkt"

Trotz des Wählervotums hätten sich Bürgermeister Henri Rinnen und Schöffe Norbert Morn in der ersten Schöffenratssitzung danach aber geweigert, das Resultat des Referendums auch nur anzudiskutieren. Für ihn der letzte Beleg, dass Dialog und Demokratie in Weiswampach endgültig am Nullpunkt angekommen seien, so Deckenbrunnen. Rinnen hatte seinerseits schon vor dem Referendum erklärt, das Projekt angesichts des erreichten Planungsstands ohne Wenn und Aber durchziehen zu wollen.

Neben dem Umgang mit der Bürgerbefragung nennt Michel Deckenbrunnen aber noch weiterführende Gründe für seine Demission. Gründe, die sein Vertrauen in die Schöffenratskollegen bereits seit Längerem erschüttert hätten.

Deckenbrunnen nennt weitere Enttäuschungen

Zum einen sei da Rinnens Ansage, das nach den Kommunalwahlen vereinbarte Splitting an der Gemeindespitze aufzukündigen und das Bürgermeisteramt zur Hälfte der Mandatsperiode nicht  - wie abgemacht  - an ihn abzutreten, so Deckenbrunnen. Zum anderen sei er selbst aber auch wiederholt beim Austausch von Informationen innerhalb des Schöffenrats außen vor gelassen worden.

Mit Deckenbrunnens Amtsniederlegung müssen sich Bürgermeister Henri Rinnen und Schöffe Norbert Morn nun also einen neuen Schöffenkollegen suchen. Ob es zu Zusatzwahlen zur Neubesetzung des vakanten Ratspostens kommt, ist derweil der Entscheidung des Gemeinderats überlassen.


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